Baugenehmigung…da ist das Ding!

Da kommt man nach einem langen Arbeitstag nach Hause, öffnet den Briefkasten und platsch fällt einem ein ganzer Berg Werbung und andere Prospkete in die Hand. Aber diesmal … war’s irgendwie mehr als sonst. Hm … wieder irgendwelche, unerwarteten Rechnungen? Naja … mal sehen.

Im Berg aus Post befand sich auch ein Großbrief im Format C4 von der Stadt. Hm… vermutlich die Kopie der Baulast-Unterlagen. Oder vielleicht doch wieder Probleme? Vielleicht sogar wieder eine Ablehnung des Antrags?
NEIN – bzw. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
Da ist sie!!! Lange haben wir darauf gewartet und da ist sie endlich: die Baugenehmigung!
Mit dabei auch das „hübsche“ Baustellenschild:
Unser Baustellenschild Unsere treuen Leser fragen sich sicher weshalb wir schon daran dachten, dass wieder eine Ablehnung unseres Antrags in Briefkasten stecken könnte! Das kommt daher, das wir Mitte / Ende März bereits eine Ablehnung unseres ersten Bauantrags erhalten hatten. Damals, nach dem ganzen Vorgeplänkel mit der Änderung des Bebauungsplans (wegen der Zufahrt und den Baulasten) hatten wir bzw. unsere Architektin unsere Bauantragsunterlagen im Freistellungsverfahren fertig gemacht und eingereicht. Etwa 2 Wochen später hatten wir die Ablehnung unseres Antrags im Briefkasten!
Warum? Dafür gab es mehrere Gründe:

  1. Unsere Garage steht nur zu ca. 50% im Baufenster. Außerdem stünde die Garage innerhalb der Abstandsfläche zum Nachbargrundstück.
    Im Bebauungsplan steht hierfür (in eigenen Worten), dass Nebengebäude (Garagen, Schuppen, Gartenhäuschen, etc.) außerhalb des Baufensters errichtet werden können.
    Und können bedeutet im Amtsdeutsch nicht, dass es grundsätzlich erlaubt ist, sondern dass es von offizieller Seite zumindest abgenickt werden muss.
    Oder anders formuliert: Nebengebäude außerhalb des Baufensters und Freistellungsverfahren vertragen sich nicht.
    Das war uns als Baulaien nicht klar, unserer Architektin wohl auch nicht.
  2. Dadurch, dass es eine Änderung im Bebauungsplans gab und eine Baulast eingetragen werden muss, scheidet das Freistellungsverfahren ebenfalls aus.
  3. Die Tatsache, dass nach 1,5 Wochen nach Einreichung der Bauantragsunterlagen noch keinen Entwässerungsantrag bei der Stadt eingegangen war, hätte sowieso eine Ablehnung zur Folge gehabt!

Aber jetzt können wir dieses Thema auch ENDLICH abhaken!
Jetzt warten wir noch auf die Bürgschaft der Bank und eine Reaktion / die Reaktion von WeberHaus. Dann können die nächsten Schritte (Erdarbeiten und Bodenplatte) in Angriff nehmen!
So langsam wird es Zeit, dass sich auf unserem Grundstück etwas tut, sonst verlieren wir den Bezug zum Thema Eigenheim. Oder anders formuliert: keine Lust mehr auf Pläne, Bilder, Kalkulationen und dem Konjunktiv: wir wollen jetzt loslegen!!!

Der nächste Dämpfer

Da haben wir uns am Wochenende wie blöd über die bunten Stöckchen gefreut, weil wir dachten, es kommt endlich Bewegung in die Sache, nur um dann am Montag den nächsten Dämpfer zu bekommen.
Von der Stadt bekamen wir die Info, dass zwar jetzt alles abgesteckt und vermessen ist, aber die zuständige Firma leider nicht mit den Bauarbeiten anfangen kann, da ein Teil des Kanals auch über die Zufahrt unserer Nachbarn geht und seit ein paar Tagen genau dort ein Kran steht. Unsere Nachbarn, bzw. deren Architektin, haben zwar versucht das mit dem Erschließungsträger im Vorfeld abzuklären, aber dieser hat sich nicht zuständig gefühlt und auf Andere (z.B. die Stadt) verwiesen, die aber eben auch nicht wirklich zuständig waren. Ende vom Lied: Der Kran steht und bleibt bis der Rohbau fertig ist. Wie lang das dauert?? Joa so irgendwas zwischen 8-12 Wochen oder aber auch länger und dann kann erst mit dem Abwasserkanal angefangen werden. Wäre uns ja im Prinzip egal, wenn es nicht heißen würde: So lange der nicht fertig ist, kriegen sie keine Baugenehmigung, weil die Schmutzwasserentsorgung nicht gesichert ist. So viel zum Thema „wir haben ein erschlossenes Grundstück gekauft“.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie hilflos man sich da fühlt…gezahlt haben wir schon für den Kanal, bei der Planung wurden wir komplett außen vor gelassen und auch alle Infos haben wir nur durch Zufall erhalten.
Nach dem 1. Schock und der 1. Wut haben wir dann einfach mal unsere Nachbarn direkt kontaktiert und gefragt, ob man den Kran nicht einfach auf unser Grundstück umstellen kann. Dann verlieren sie keine Zeit und wir auch nicht.
Tja und dann gab es doch tatsächlich einfach mal gute Nachrichten: Aber sicher doch…ist schon alles mit den beteiligten Firmen geklärt und der Kran wird verschoben, so dass mit dem Kanalbau gestartet werden kann.
Man hatte uns nur einfach nicht darüber informiert…ärgerlich und unprofessionell in unseren Augen, aber hauptsache es gibt ein gutes Ende.
Und stellt euch vor beim Gespräch mit dem zuständigen Bauleiter für die Kanalarbeiten wurde uns heute gesagt, dass sie schon mit den Arbeiten angefangen haben und bis KW 15 fertig sein werden.
Also gleich wieder mit den Stadtbetrieben telefoniert und die haben gesagt, sie würden dann nochmal selbst mit dem Bauleiter Rücksprache halten, um sich das bestätigen zu lassen, aber dann steht von ihrer Seite nichts mehr im Wege…Halleluja! 🙂

Vorbereitung Abwasserkanal
Das wir uns mal so über ein paar Baugerätschaften und Schachtelemente freuen, hätten wir auch nicht gedacht 🙂

That’s one small step for a man, one giant step…

Oder mit anderen Worten: der Bauantrag ist eingereicht!!!

Das war nicht nur ein langer, steiniger Weg, sondern auch ein Nerven zehrender Prozess.
Zu Beginn scheint oder ist alles wichtiger als der Bauantrag, den man hier sogar im beschleunigten Verfahren einreichen kann und dann nur 4 Wochen auf die Baugenehmigung warten muss.
Da sind dann andere Dinge wie z.B. die Hausplanung, die Ausstattung, das Grundstück selbst, die Finanzierung und was weiß ich noch alles wesentlich interessanter. Das Thema Bauantrag rückt dann gezwungenermaßen etwas in den Hintergrund. Teilweise aber auch berechtigterweise, da man (wie es bei uns der Fall war) ohne die Entscheidung über die Breite der Doppelgarage getroffen zu haben auch keinen Bauantrag einreichen kann. Oder man müsste im Nachgang ständig Änderungsanträge stellen…

Und exakt zu dem Zeitpunkt als wir fertig waren hieß es dann: ätschebätsch! SO aber nicht! Da muss am Bebauungsplan noch etwas geändert werden!
Darauf folgten eine große Welle, hochkochende Emotionen und natürlich floss auch viel Wasser dem Liedbach (bzw. für Insider: dem namenlosen Gewässer 😉  ) hinunter.

Aber seit heute tickt die Uhr. In 4 Wochen sollten wir, falls es seitens der Stadt nix zu beanstanden gibt, endlich die Baugenehmigung im Briefkasten haben. Und dann gibt’s auch die Hausnummer, auf die eine gewisse Bauherrin schon ganz gespannt wartet…

Daumen drücken, dass alles glatt geht!

 

So ein Gefühl…

Als wir am Freitag nach Hause gekommen sind, hatten wir zwei verpasste Anrufe…einmal eine Nummer aus der Stadtverwaltung und eine Privatnummer, die, wie wir wissen, unserer Ansprechpartnerin bei der Stadt gehört. Leider war es schon so spät, dass wir nicht mehr zurückrufen wollten und wir dachten uns, kann ja alles bis Montag warten!
Trotzdem haben wir natürlich gegrübelt…die nächste Hiobsbotschaft…oder vielleicht doch zur Abwechslung mal gute Nachrichten??? Schlimma geht’s nimma oder Schlimmer geht’s immer?

Zur Abwechslung waren es mal positive Nachrichten: auch wenn die Änderung des Bebauungsplan noch nicht ganz durch ist, können wir unseren Bauantrag schon einreichen. Dass die Änderung genehmigt wird, steht nämlich fest, es ist halt nur ein längerer Prozess bis jede zuständige Abteilung da „ihr Stempelchen“ drauf gemacht hat.
Also sofort los und die Papiere abgeben…tja leider geht es dann doch nicht ganz so schnell. Aber unsere Architektin gibt den Bauantrag am Donnerstag persönlich für uns ab und dann heißt es ganz kräftig die Daumen drücken….vielleicht haben wir ja Glück und der Antrag wird vor Ablauf der 4 Wochen-Frist genehmigt. Das wäre ja auch mal was, wenn bei uns einmal etwas schneller gehen würde als normal. Bislang war es grundsätzlich anders herum.

So und wer sich jetzt fragt, warum wir die Privatnummer unserer Ansprechpartnerin bei der Stadt kennen…weil wir nach viel Hin und Her mit Frau W. eine mehr als kompetente und engagierte Angestellte gefunden haben, die sich ganz lieb um uns bemüht hat und auch vielen Leuten da richtig Dampf gemacht hat, damit das bei uns voran geht. Und weil sie so bemüht ist, hat sie uns eben auch ab und an von zuhause aus (nach Dienstschluss!!!!) angerufen, um uns auf den neusten Stand zu bringen. Ja auch solche Angestellten gibt es bei der Stadt Unna 🙂  .
Bis dato kannten wir nur das übliche Spiel: keiner fühlte sich für unsere Fragen verantwortlich. Verbindliche Aussagen wollte und konnte uns keiner geben. Verbindlich waren nur die Gebühren 😉

Oder anders formuliert: gerade als wir uns wie Asterix und Obelix auf der Suche nach dem berühmten Passierschein A-38 befanden, stießen wir auf Frau W., die uns davor bewahrte dem Wahnsinn zu verfallen. Manche Stimmen im Kopf munkelten etwas von „Grundstückskauf rückabwickeln“ …

39.000….

Obwohl hier gerade nicht so sonderlich viel los ist, ist unsere Besucherzahl stetig gestiegen und wir haben die 39.000 Marke geknackt…unfassbar und das obwohl wir noch nicht einen Spatenstich getan haben ;).
Tja leider wissen wir auch nicht, wann sich daran was ändern wird….wir harren der Dinge, die da kommen. Wir waren nochmal bei der Stadt und haben die Zustimmung für den Antrag auf Änderung der Zuwegung unterschrieben. Das muß jetzt von der Stadt genehmigt werden und dann können wir hoffentlich endlich den Bauantrag einreichen. Das sollte nicht länger dauern als 1-2 Wochen, aber wie wir alle wissen ist der Konjunktiv der beste Freund der Bürokratie!

Dafür ist mal wieder ne gesalzene Rechnung vom Vermesser gekommen…da müssen allerdings noch Details geklärt werden. Unter anderem sind dort zwei Positionen aufgeführt, die als Erschließungsbaulast gekennzeichnet sind. Laut Notarvertrag und Auskunft der Stadt gehen aber alle Kosten zum Thema Erschließung zu Lasten des Grundstückverkäufers…also ja auch eine Erschließungsbaulast.
Die machen den Braten jetzt zwar nicht fett, aber wer zahlt schon gerne für Dinge, die er nicht zahlen muss? Oder sagen wir’s mal anders: man muss ja auch nicht jede Rechnung abnicken und brav zahlen!

Ein klärendes Gespräch…

Heute stand ein klärendes Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadt Unna auf dem Plan. Ziel war es zu erfahren wie denn der aktuelle Stand ist und warum wir unseren Bauantrag nicht einreichen können / sollen / dürfen und was jetzt überhaupt die Faktenlage ist.
Leider war von der dritten beteiligten Partei, dem Erschließungsträger des Baugebiets, keiner mit dabei. Der Fairness halber muss aber auch gesagt werden, dass es gar keine offizielle Einladung gab.

Noch mal kurz resümiert: vom offiziell bestellten Vermesser haben wir den für den Bauantrag benötigten Plan nicht bekommen, da es eine Änderung geben würde.

Um es vorweg zu nehmen: hätten wir so ein Gespräch mal früher gehabt! Das hätte wohl einiges an Ärger, der Bauherrin schlaflose Nächte erspart und viele Fragen und Probleme wären gar nicht aufgekommen.

Fakt ist, dass im offiziellen Bebauungsplan für unseren Bereich des Baugebiets (Kaufgrundstücke) vier Grundstücke vorgesehen waren. Dabei sollten die äußersten Grundstücke jeweils eine eigene Zufahrt erhalten. Die beiden Grundstücke in der Mitte sollten sich gemeinsam eine 6m breite Einfahrt teilen.
Für die relativ großen Grundstücke (ich glaube von ca. 800 bis 1400 m² pro Grundstück) fanden sich für den angestrebten m² – Preis vermutlich keine Käufer. Deshalb wurde aus 4 sehr großen Grundstücken 5 mittlere bis große Grundstücke mit mehr oder weniger variabler Grundstücksbreite:

Grundstück auf Lageplan  Auf dem Plan sieht man nun das Problem, das durch die Anpassung entstanden ist: der Käufer des 2. Grundstücks (also WIR) haben keinen Zugang zur öffentlichen Straße. Wer denkt „das dürfte ja nicht so schwer sein da eine Zufahrt zu machen“, der irrt. Das ist (verwaltungstechnisch bzw. aus Bau- oder Umweltschutzgründen) quasi unmöglich!
Durch die Reduzierung der Grundstücksbreiten tritt ein weiteres Problem auf: wie auf dem Plan zu erahnen, sollte durch den Erschließungsträger nicht nur ein Grünstreifen angelegt werden, sondern auch eine parallel zur öffentlichen Straße verlaufende Privatstraße angelegt werden. Das hat sich jetzt durch die Bebauung des nördlichen Nachbarn und die schmaleren Grundstücke dann erledigt. Wir wollen unsere Garage ja auch „mitten drauf“ stellen. Neben das Haus wäre bei einer 6m breiten Garage gar nicht möglich (da bräuchten wir min. 3m mehr in der Breite was mal eben ca. 140m² Grundstück mehr wären!).

Das Ende vom Lied: die Stadt wird den Bebauungsplan wohl ändern. Im Prinzip wird es fast wie ursprünglich geplant. Wir erhalten eine 4m breite Zufahrt, die wir uns zu gleichen Teilen mit dem südlichen, noch zu findenden Nachbarn, teilen. Für das nächste Grundstück wird eine eigene Einfahrt geschaffen.

Die für uns wichtigen Punkte Zeit und Finanzen sind zumindest so gelöst, dass wir damit leben können, auch wenn wir nicht in spontanen Jubel verfallen:
die entstandenen und noch entstehenden Verwaltungskosten (neue Version des Lageplans, Baulast-Eintragungen, etc.) gehen zu Lasten des Verursachers. Wir müssen leider so lange warten bis das Änderungsverfahren abgeschlossen ist. Das wird nach Aussage der Vertreter der Stadt 2-3 Wochen dauern.
Bis dahin liegt hoffentlich der angepasste Lageplan des Vermessers vor, so dass wir kurzfristig unseren Bauantrag einreichen können.

Die zusätzliche Wartezeit, die echt schwer fällt wenn man sieht, dass auf dem Nachbargrundstück schon fleißig gewerkelt wird, führt leider auch zu weiteren, ungeplanten Kosten. Irgendwann werden halt doch die Bereitstellungszinsen der Bank fällig. 🙁
Hier sind wir gerade am überlegen, ob wir die Kosten dieser Verzögerung dem Verursacher in Rechnung stellen.
Andererseits besteht ab sofort Klarheit über andere offene Punkte: beim Grundstückskauf wurde uns gesagt, dass die Schmutzwasserentsorgung über einen noch zu errichtenden Privatkanal erfolgen muss. Dieser würde über alle Grundstücke verlaufen was im Gegenzug bedeutet: das „Schmutzwasser“ des äußersten Nachbarn läuft fröhlich über alle Grundstücke und fliest dann, nachdem es das letzte Grundstück durchflossen hat, in die öffentliche Kanalisation. Das scheint wohl ein Fakt zu sein welcher der Stadt (und natürlich uns!) ebenfalls nicht gefällt! Wer will schon die Kosten für die Beseitigung von Kanalproblemen zahlen nur weil der Kanal auf dem eigenen Grundstück liegt und man diese gar nicht verursacht hat!?! Also wir nicht!
Anders formuliert: die Stadt sieht es wie wir: die Grundstücke sind noch zu erschließen und das sind sie momentan definitiv nicht!
Bedeutet im Umkehrschluss: den Betrag, den wir bereits blauäugig als unsere Beteiligung am zu errichtenden Privatkanal bezahlt haben, fordern wir umgehend zurück!

Dass es beim Thema Hausbau einiges an Probleme und Ärgernisse gibt war uns im Vorfeld klar. Darauf waren wir eigentlich vorbereitet. Dass es aber vor dem ersten Spatenstich schon derart viele Probleme gibt – damit hätten wir nicht gerechnet.
Anscheinend muss man für das ganze Thema eine extrem dicke Haut haben. Aber hey ihr troublemaker … ihr könnt es ja mal versuchen:
Nashorn

 

Bauantrag einreichen: Ja? Nein? Vielleicht?

Oder: die immer wieder abwechslungsreiche, kurzweilige und wendungsreiche Geschichte über Bauherren, die eigentlich „nur“ einen Bauantrag im so genannten beschleunigten Verfahren (Genehmigungsfreistellung) einreichen wollen.

Unsere ursprüngliche Zeitplanung sah vor, dass wir den Bauantrag noch im Jahr 2012 einreichen. Da wir uns komplett den Vorgaben des Bebauungsplans „unterwerfen“, könnten wir den Bauantrag in Form einer Genehmigungsfreistellung einreichen.
Für alle Bauherren außerhalb von NRW: in diesem Verfahren muss man nicht auf die explizite Baugenehmigung durch die prüfenden Instanzen warten, sondern man erhält mehr oder weniger automatisch 4 Wochen nach Eingang der Bauunterlagen bei der Behörde die Baugenehmigung. Es sei denn diese findet innerhalb der 4-Wochenfrist einen Grund den Bebauungsplan abzulehnen.

Klingt doch alles ganz einfach! Unterlagen zusammenstellen, vollständig einreichen, 4 Wochen warten, Korken knallen lassen…

DAS war die Theorie! Jetzt zu unserer Praxis:
Das Jahr 2012 ging vorüber ohne dass wir alle Unterlagen beisammen hatten. Letztendlich scheiterte es nach Aussage unserer Architektin an den fehlenden Grundstücksplänen mit Höhen.
Kurz vor Weihnachten war es dann soweit: wir trafen uns zur finalen Besprechung der Unterlagen. Diese sollten uns dann noch in 2012 zugeschickt werden, damit wir diese einreichen können. Vielleicht sogar noch im Dezember.
Die Unterlagen waren in der Post und auf dem Weg zu uns, allerdings fehlten noch die Pläne vom offiziellen Vermessungsingenieur. Die Aufgabe lautete also: Brief öffnen, Unterlagen unterschreiben und an die Architektin zurücksenden.
Aber … die Post hatte anscheinend etwas dagegen und stellte unseren Brief, der am zwischen Weihnachten und Neujahr eingeworfen wurde, erst in der 2. Kalenderwoche 2013 zu. Wer meint das wäre schon ein Drama, der liegt falsch. Das Drama fängt jetzt erst an!

Der eintreffende Brief war uns mittlerweile egal, da wir uns in der Zwischenzeit schon mit unserer Architektin getroffen hatten und mit ihr alles gemeinsam ausgefüllt hatten. Die Pläne vom Vermesser waren allerdings immernoch nicht eingetroffen.
Letztendlich mündete alles in einem Telefonat zwischen Architektin und Vermesser. Dieser meinte es gäbe da wohl irgend eine Änderung bezüglich unserer Ausfahrt. So wie wir unsere Ausfahrt gestalten wollen wäre es wohl nicht mehr möglich.

Zur Erinnerung: der Bebauungsplan sieht für unser Grundstück vor, dass wir uns die Zufahrt zur öffentlichen Straße mit unserem südlichen Nachbarn teilen. Auf dem Plan sieht das ungefähr so aus:

Grundstück auf Lageplan

Jetzt erzählt uns der Vermessungsingenieur dass diese Pläne nicht mehr korrekt wären.
Nach mehreren Telefonaten zwischen dem Veräußerer der Grundstücke, dem Vermessungsingenieur und unserer Architektin war klar: alles falsch! Es bleibt so wie geplant.
Der benötigte Lageplan wird unserer Architektin kurzfristig zugeschickt.

Noch bevor dieser Plan bei uns einging klingelte mein Handy. Herr B., der Verkäufer des Grundstücks und unser Ansprechpartner wollte wissen wie weit wir mit unseren Bauvorhaben sind. Die Stadt Holzwickede (???) hätte eine Änderung des Bebauungsplans. Jetzt soll jedes Grundstück eine eigene Ausfahrt erhalten, die mittig zur Straßenseite gelegen ist.
Bitte?!?

Also … bimmelim … mal wieder unsere Architektin angerufen und sie verrückt gemacht. Dann hat Tini noch den Bauservice der Stadt Unna verrückt gemacht.
Was das für ein (emotionales) Chaos das war muss ich wohl nicht erkären.

Hintergrund: unsere Doppelgarage ist ungefähr dort geplant, wo im obigen Plan das kleine Recheck vor dem Haus eingezeichnet ist. Mit der Einfahrt in Richtung Süden.
Jetzt stelle man sich mal eine 3m breite Ausfahrt in der Mitte eines 18m breiten Grundstücks vor an dessen vorderer, linken Ecke eine 6m „tiefe“ Garage steht. Das würde bedeuten, dass man von der Mitte der Einfahrt bis zur Garage stolze 3m zum „einlenken“ zur Verfügung hätte. Und das mit einem Auto mit 13m Wendekreis. Sorry, das würde nicht funktionieren.
Also was tun? Garageneinfahrt nach vorne verlegen? Dumm gelaufen: der Grünstreifen darf nur auf 3m „unterbrochen“ werden. Bei einer 6m breiten Garage wäre das witzig. Man könnte also die gesamte Bebauung nach „hinten“ verschieben. Das hätte dann aber zur Folge, dass hinter dem Haus weniger Garten wäre als vor dem Haus. Nicht ganz das, was wir vor hatten.
Alternativ kann man natürlich eine Art Rangierbahnhof vor dem Haus einplanen. Nach 3 Mal Vor- und Zurücksetzen hätte man die richtige Position erreicht und könnte in die Garage fahren. Ne, ernsthaft: das will doch keiner!

Also haben wir beim Bauservice nachgefragt und einen provisorischen Plan geschickt: für jeden, der nur kurz darüber nachdenkt wäre das Sinnvollste eine Befreiung von der Festlegung der Position der Zufahrt gewesen. Mal ehrlich: wen interessiert denn ob die 3m breite Einfahrt bei 6, 9 oder 12m der Breite des Grundstücks liegt?
Um es abzukürzen: wir leben ja nicht umsonst in Deutschland.
Oder anders formuliert: so ein Wunschkonzert ist in Deutschland natürlich nicht möglich!

Mittlerweile haben wir erfahren was hinter der ganzen Geschichte zu stecken scheint: für das südlich gelegene Grundstück scheint es Interessenten zu geben. Allerdings wollen die Interessenten kein Transitgrundstück über das ihre nördlich- und südlich gelegenen Nachbarn müssen um auf die Straße zu gelangen.
Merkwürdig nur, dass man für derartige Interessen eine Änderung des Bebauungsplans beantragen kann. Die Befreiung von der Festlegung der Position der Einfahrt ist aber indiskutabel. Der aufmerksame Leser merkt an dieser Stelle erneut: unser Grundstück liegt in der Bürokratischen Republik Deutschland 😉
Heutiger Stand: Vom Verkäufer der Grundstücke liegt dem Bauservice der Stadt nur eine informelle Anfrage vor, ob es überhaupt machbar wäre bei den Einfahrten etwas zu ändern. Trotzdem wurde es uns von diesem so verkauft, dass das quasi schon fix wäre und wir unseren Antrag nicht einreichen können.
In unseren Augen alles sehr fragwürdig und hat uns in den letzten Tagen viele Nerven gekostet.

Das vorläufige Ende vom Lied: es scheint wohl darauf hinaus zu laufen, dass wir eine gemeinsame Einfahrt mit den südlichen Nachbarn erhalten werden. Davon sollen wohl 50% auf unserem Grundstück liegen und die weiteren 50% auf dem Nachbargrundstück. Aber was jetzt Sache ist weiß kein Mensch.

Um überhaupt irgendwie weiter zu kommen haben wir beschlossen unseren Bauantrag trotz der unklaren Situation einzureichen. Denn: der uns vorliegende Bauantrag ist die aktuell gültige Fassung. Was irgendwann und irgendwie mal sein wird? Wer soll das wissen? Und vor allem wer weiß wie lange es dauert bis das mal klar ist!
Mal sehen wohin das führt…