Böden im EG – Teil 2

Wie bereits erwähnt streikte der günstig erworbene Fliesenschneider (Ferm FCM1011). Das ist nicht ganz korrekt – die Maschine lief, aber das beiliegende, billige Schneideblatt war am Ende. Aber was kann man schon für das Geld erwarten???
Das extrem günstige Ersatzteil, das man für schlappe 6,90 € nachkaufen kann, ist mit dem Material (Feinstein in 1cm Stärke und einer 70cm langen Schnittkante) überfordert. Das Schneideblatt taugt bei Schnitten im Randbereich, da diese sowieso mit einer Sockelleiste abgedeckt werden. Aber spätestens die Schnittkanten am Übergang zum Flur sollten möglichst wenig ausgefranst sein.

Also haben wir uns das Luxus Diamantschneideblatt von Bosch gegönnt. Da kommt man mit 6,90 € aber nicht ganz hin 😉 Da sprengt der Preis fast schon die Kosten für den gesamten Nassschneider 😀
Das Blatt schnitt ganz gut. Leider gab es dann ein ganz anderes, dämliches Problem: das Schneideblatt war mit 1,5mm so dünn, dass man die geschnittene Fliese nicht an der mittig angebrachten Halterung für den Spritzschutz vorbeigeschoben bekam, da dessen Träger breiter war als der beim Schneiden entstehende Spalt! Suuuuuuuuuuuper! 🙄
Zur Verdeutlichung: das Standardblatt war um die 2,5mm dick!

Also musste noch ein neues Schneideblatt her. Diesmal fiel die Wahl auf die „Cedima EC-110“ – angeblich der Geheimtipp. Preislich lag die Scheibe im unteren Drittel; d.h. das Teil gibt es schon für um die 20€. EC steht für Easy Cut .. und … JA! Das stimmt! Ich möchte jetzt nicht vom warmen Messer sprechen, dass durch die Butter gleitet, aber im Vergleich zu den vorherigen Versuchen ging’s jetzt ganz einfach und die Schnittkanten waren super sauber und ohne Splitter!

Der Nassschneider war jedoch nicht das einzige Hilfsmittel, das zum Einsatz kam. Wie Ihr sicher schon auf dem ein oder anderen Foto gesehen habt, haben wir ein System verwendet, das dafür sorgt, dass der Boden möglichst plan wird und die Übergänge zwischen den Fliesen auf der gleichen Höhe sind. Im Fachjargon spricht man von der Vermeidung von Überzähnen 😀
Das sieht das ungefähr so aus:WP_20140408_009

Während man die Platten verlegt setzt man an die Übergänge zwischen den Fliesen so genannte Laschen ein. Diese haben eine Grundplatte und die auf dem Bild zu erkennende Lasche, die heraus ragt. Durch die 2mm dicke Lasche hat man gleichzeitig eine Art Abstandshalter, so dass man sich ggf. sogar Fliesenkreuze sparen könnte.
Hat man ein paar Platten verlegt, dann schiebt man Keile in die Öffnungen der Lasche und zieht diese mit einer speziellen „Zange“ fest. Dadurch werden beide Platten auf die gleiche Höhe gebracht. Gleichzeitig wird die Fliese in ihr Mörtelbett gedrückt.

Nach Aushärtung des Fliesenklebers (wir haben immer 1-2 Tage gewartet!) werden die Laschen, die eine Sollbruchstelle am Übergang Lasche / Bodenplatte haben, abgetreten. Das geht eigentlich ganz leicht und klappt in 95% der Fälle.
Aber genau hier liegt auch das Problem: drückt man den Keil zu tief / fest in die Lasche, dann bricht das ganze Konstrukt an der Sollbruchstelle. Das passierte uns bestimmt in 5% der Fälle – klingt nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass wir ca. 1000 (!!!) Laschen verarbeitet haben, dann ist die Stückzahl doch nicht unerheblich.
Das zweite Problem auf das man unweigerlich stößt: der Fliesenkleber quillt, je nachdem wie viel man „zu viel“ unter die Platten gepackt hat, an den Fugen heraus. Im Normalfall kratzt man das einfach mit einem Holzkeil oder einem alten Schraubenzieher heraus. Dort wo Keil und Lasche sitzen ist das natürlich nicht möglich. Das darf man dann im Nachhinein, wenn alles hart geworden ist, auskratzen. Ich wiederhole: wir haben ca. 1000 Laschen verarbeitet … noch Fragen? 😉

Trotzdem würden wir das System jedem empfehlen, der sich an das Thema „Feinsteinboden selbst legen“ wagt und keinen Fliesenleger in der Familie hat 🙂
Das System nennt sich Raimondi Levelling System bzw. Planfix Nivelliersystem. Man findet es auch beim größten Deutschen Versandhandel, allerdings nicht zum besten Preis…
Hier noch ein Video, das die Funktionsweise des Systems verdeutlicht.

Apropos Preis – das System ist nicht ganz billig. Das Set mit 500 Laschen, 100 Keilen und der Zange kostet um die 60 €. Die Keile können mehrfach verwendet werden. Allerdings sind 100 Stück etwas wenig, wenn man bedenkt, dass man pro 70x40cm Bodenfliese 8-10 Laschen / Keile braucht. Außerdem sind uns beim abtreten der Laschen einige Keile kaputt gegangen.
Oder anders gesprochen: wir haben noch einmal 1000 Laschen und 100 Keile nachbestellt. Pro Lasche kann man mit ca. 10 Cent rechnen – pro Keil mit ca. 25 Cent.

Natürlich haben wir beim Übergang in andere Räume nicht über die Dehnfugen des Estrichs gefliest. Auch wenn da die Meinungen auseinander gehen und selbst einige Fliesenleger der Meinung sind man könnte problemlos über Dehnfugen fliesen – wir haben uns hier für schicke, aber teure Alu-Übergangsprofile des Herstellers Schlüter entschieden. Die sehen sehr edel aus. Allerdings gibt’s die im Versandhandel nur in 2,50m Länge. Das treibt die Versandkosten natürlich in astronomische Höhen! Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch entsprechende Randprofile (z.B. zur Haustüre) und Edelstahl Übergangsprofile für alle weiteren Übergänge im Haus bestellt.
Dass läppert sich dann doch ganz schön…

Während des Endspurts stießen wir dann doch noch auf ein kleines Problem. Eigentlich wollten wir den Flur so fliesen, dass wir am Ende quasi rückwärts bis zur Haustüre fliesen. Jetzt stehen die Laschen des gewählten Systems locker 3-4cm aus dem frisch verlegten Boden heraus. Ergo: die Haustür lässt sich im Leben nicht mehr öffnen / schließen und bleibt an den Laschen hängen.  😯
Also haben wir bis auf 2 Reihen zur Tür alles verlegt und trocknen lassen. Einen Tag später haben wir den Rest bei geschlossener Haustüre verlegt und das Haus über die Terrasse verlassen 😉

Mit unbändiger Freude wurden die letzten Laschen abgetreten und zusammengekehrt!
Jetzt geht es in den Endspurt – dachten wir zumindest. Zuvor mussten „nur“ noch die Fugen gereinigt / ausgekratzt werden. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön samt Kuss an die Bauherrin, die mehrere Vor- und Nachmittage auf Knien über den Boden gerutscht ist um die Fugen mit Holzkeil und Wasser sauber zu kratzen!!!!!
Anschließend wurde verfugt. Wem das Verlegen der Platten schon keinen großen Spaß macht, der wird spätestens beim Verfugen an den Rand des Wahnsinns getrieben! Beim Fliesenkleber hat man 90 Minuten Zeit um die angerührte Masse zu verarbeiten. Bei der Fugenmasse sind es maximal 30 Minuten – dazu kommt dass die Masse zu Beginn gefühlt zu dünnflüssig ist und man manche Fugen im zeitlichen Abstand einiger Minuten ein zweites Mal füllen muss. Gegen Ende der 30 Minuten wird die Masse immer härter und nähert sich in Konsistenz und Beschaffenheit einem erkaltenden Griesbrei! Unglaublich!
Bei uns führte das nicht nur zu Frust, sondern auch dazu, dass wir mehr Fugenmasse brauchten als geplant, da man eigentlich immer etwas zu hart gewordene Masse entsorgen musste. 🙁

Am Ende dürfen wir stolz verkünden: wir glauben nicht, dass das Ergebnis besser geworden wäre, wenn uns ein Fliesenleger die Arbeit abgenommen hätte. Der Stolz, der einen packt, wenn man „sein Werk“ betrachtet ist unglaublich. Das kann man nicht in Worte fassen 🙂
Andererseits hätte eigentlich jeder den donnernden Schlag des Steins hören müssen, der uns vom Herzen gefallen ist, als der letzte Arbeitsschritt (Zementschleier entfernen) erledigt war 😉

Resümee:
Lohnt sich das wenn man das selber macht? Wir würden sagen: JA! Und … auch wenn uns der geduldige Leser jetzt zum potentiellen Kandidat für die Einweisung in die nächst gelegene Nervenheilanstalt macht: wir würden es wieder tun! Das hat 2 essentielle Gründe: man kann Geld sparen UND die Bindung zum eigenen Haus ist wesentlich höher als wenn man alles machen lässt … A-B-E-R … das ganze hat natürlich auch eine Kehrseite: die finanziellen Einsparungen sind nicht so groß wie anfänglich erwartet und man muss in der komfortablen Situation sein, dass man sich viel Zeit für den Innenausbau nehmen kann. Hat man die „alte“ Wohnung schon gekündigt und nur noch wenig Zeit, dann sollte man das gar nicht erst in Erwägung ziehen!

Wie sieht der finanzielle Vergleich aus?
– Feinsteinzeug, Fliesenkleber, Fugenmasse, etc.  ca. 3.000 €
– Fliesenschneider + zusätzliche Schneidblätter: 200 €
– Übergangs- und Anschlussprofile 125 €
– Grundierung 150 €
– Planfix Nivelliersystem 200 €
– Werkzeug (Mörtelrührstab, Kellen, Fliesenkreuze,etc.) 100 €
– ein Paar neue Schuhe 50 €

Macht in Summe: 3825 € – sagen wir mal 4.000 €

Ein Paar neue Schuhe!?! Ja, sicher! Die Schuhe des Bauherren hatten es am Ende wirklich hinter sich und waren zu nichts mehr zu gebrauchen 🙂
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Kommen wir zur Frage, die uns während der Arbeiten häufiger gestellt wurde und die wir uns auch selbst oft gestellt haben: Warum haben wir nicht einen Fliesenleger angerufen? Der hätte uns das doch in ein paar Tagen fertig gemacht und gut is‘!

Die Fliesenleger, die wir gefragt hatten, wollten ohne Material alle um die 35€ pro m². Nachdem sie erfahren haben, dass es sich um 1cm „dicken“ Feinstein handelt musste der Preis wegen höherer Abnutzung der Maschine auf 40€ pro m² abgehoben werden. Als man dann noch hörte, dass die Längsseite 70cm lang ist, stieg der Preis um weitere 5 € pro m² auf stolze 45€ pro m² gefliestem Boden OHNE Material. „Da muss ich mir eine geeignete Maschine besorgen / leihen“ hieß es von den meisten Fliesenlegern.  Pfffffffff…  🙄
Bei unseren knapp 80m² wäre das ein stolzer Betrag von um die 3600 € plus eben nochmal die Materialkosten von knapp 4000€ geworden.
Dann hätten wir die Arbeiten auch gleich von WeberHaus machen lassen können!

Das ist dann auch unser Fazit: entweder man macht es (wie wir) selbst, man hat einen Fliesenleger in der Verwandtschaft oder man lässt die Arbeiten gleich von WeberHaus durchführen!

Hier noch ein paar Impressionen vom Abenteuer „Lass‘ uns mal selbst den Feinsteinboden verlegen“:

 

Böden im EG – Teil 1

Auch wenn das Kapitel „Bodenbeläge“ bzw. „Böden“ eigentlich schon abgeschlossen ist, wollen wir Euch dieses nicht vorenthalten.
Jetzt, wo wir umgezogen sind und wie so viele (Ex-)Bauherren in ein Motivationsloch gefallen sind, nehmen wir uns die Zeit um die überfälligen Berichte nachzutragen. Während der „heißen Phase“ der Eigenleistungen, der so genannten Muskelhypothek, blieb kaum Zeit um den Blog aktuell zu halten 🙁

In einem Anfall leichter Überheblichkeit / Naivität beschlossen wir schon vor langer Zeit, nämlich nach dem Erhalt der Kosten für Ausstattung (auch Mehr-/Minderkostenrechnung genannt), Angebote anderer Firmen einzuholen bzw. den Bodenbelag in Eigenregie zu verlegen. Ein Besuch beim nahe gelegenen Fliesenoutlet bekräftigte uns in der Entscheidung die Position „Bodenbelag im Wohn-/Esszimmer, Diele und Technikraum“ aus der Mehr-/Minderkostenrechnung herausnehmen zu lassen. Insgesamt sprechen wir hier von einer Fläche von knapp 80m²!
Bei der Ausstattungsberatung hatten wir uns für Feinsteinzeug der Firma Steuler entschieden (wie schon berichtet). Das Material hat(te) einen Listenpreis von ca. 37€ pro m². WeberHaus wollte für die Fliesenarbeiten inkl. aller hierfür nötigen Tätigkeiten und Sockelleisten aus Holz von uns einen hohen, vierstelligen €-Betrag.
Im Fliesenoutlet bekamen wir den Boden für etwas mehr als 30€ pro m² – Multiflexkleber, Fugenmasse, Sockelleisten aus Holz, Leistenklipps und Anlieferung lagen wir dort bei unter 3.000€ !
Also … kurz überlegt … und … Yepp … machen wir selbst! 🙂

Warum auch immer, wir wissen es selbst nicht mehr so genau, haben wir erst Decke und Wände fertig gemacht und dann mit den Bodenbelägen angefangen. Jedenfalls war unser großer Wohn-/Essbereich wochenlang eher ein Werkzeug- und Materialager. Also musste das vor dem ersten Arbeitsschritt leer geräumt werden. Hier wurde uns zum zweiten Mal klar was für eine Herausforderung auf uns zukommt. Der erste Schock kam schon bei der Anlieferung des Materials … soooooo viel und sooooooooo schwer 😉
Der zweite Schock folgte beim Anblick der großen Fläche im – nun leer geräumten – Wohnzimmer 😯

Aber – es hilft ja alles nichts! Im ersten Schritt wurde grundiert. Die Grundierung haben wir aus Kostengründen im Internet bestellt. Aufgrund eines Transportschadens der ersten Lieferung und einer großzügigen Nachlieferung des Verkäufers hatten wir ca. 33% mehr Grundierung als berechnet / ursprünglich bestellt. Oder anders formuliert: wir mussten nicht sparen 😉
Nach dem Motto „sicher ist sicher“ oder „viel hilft viel“ wurde zwei Mal grundiert. Das Zwischenergebnis, direkt nach dem 2. Grundiervorgang, seht Ihr in den Bildern am Ende des Beitrags. Sah aus wie verschüttete und verteilte Schlumpfsuppe 😎

Auch wenn sich der Bauherr um den Start der Fliesenarbeiten drücken wollte und immer anderen Tätigkeiten den Vorzug gab: irgendwann musste es los gehen!
Also „kurz“ Gedanken gemacht und dann ging es auch „schon“ los. Mit den ebenfalls erworbenen, günstigen Nassschneider wurden die ersten Fliesen zugeschnitten und dann wurde „schnell“ der Fliesenkleber angerührt.
Am Ende des Tages hatten wir 9,5 Platten (also ca. 2,5 bis 3 m²)  unseres Feinsteinzeugs verlegt. 😯
Oder anders formuliert:
Feinsteinzeug 1 – Bauherren 0
Muskelkater 1 – Bauherren 0
usw.

Am Ende des folgenden Wochenendes waren die ersten beiden Reihen (je 16 Platten) verlegt. Allerdings waren wir etwas verwirrt / erschrocken: der Plan sah so aus, dass wir im südlichen Bereich des Wohnzimmers anfangen wollten zu fliesen und die Startfliese so zuschneiden wollten, dass die „Überstände“ an den Terrassentüren (ca. 5cm) vorhanden sind, wenn wir in diese Bereiche kommen. Sprich: da wo keine Terrassentüre ist werden 5cm abgeschnitten. Im Bereich der Türen wird dann nichts abgeschnitten.
Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Da die Fenster weniger dick als die Mauer sind und ca. in der Mitte der Mauertiefe eingebaut sind, muss man für die Stellen, die in der „hochprofessionellen CAD-Zeichnung“ rot eingekreist sind, mehr Fliesenfläche einplanen. Sonst hat man hässliche Fugen direkt vor den Terrassentüren:
Herausforderung Feinsteinzeug

D.h. fängt man oben rechts an zu fliesen, dann muss man die Fliesen an der pink markierten Stelle jeweils 5cm abschneiden, damit man diese 5 cm am Fenster zur Verfügung hat. Verlegt man im Halbverband, dann muss man in der 2. Reihe eben 5cm mehr abschneiden und nicht nur halbieren, damit alles passt.
Klingt alles kompliziert, aber mit einer kleinen Zeichnung ist doch alles verständlich, oder? 🙂

Beim der ersten Türe, die schon nach der 3. Fliese folgte, ging der Plan auf. Am anderen Ende des Raums, im Küchenbereich, fehlten uns ca. 4cm zwischen Türe und Fliese. Hatten wir sooooo schief gefliest??? 🙁
Wenn das so wäre – wieso mussten wir „am Ende“ der jeweiligen Bahn 100% gerade (ab-) schneiden?!? Wenn wir schief gelegt hätten, also quasi von der Wand weg, dann hätten wir die kurze Kante an der letzten Fliese der Reihe doch auch „krumm“ abschneiden müssen? Merkwürdig…
Die Antwort: NEIN – wir haben NICHT schief gefliest! Der Erker bzw. die Wände links und rechts vom Erker sind einfach nicht symmetrisch! Damit hätten wir nicht gerechnet!
Entweder ist eine Wand 3cm dicker oder die Wand steht näher in den Raum als die andere! Das „Phänomen“ konnte mit einer Dachlatte recht leicht nachvollzogen werden: liegt die Dachlatte plan an der einen Wand auf, dann fehlen auf der anderen Seite knapp 3cm…
Egal – lässt sich nicht mehr ändern! Da mussten wir improvisieren und am Ende schmale Stücke einsetzen.

Ab der 3. Bahn ging die Arbeit irgendwie leichter von der Hand – trotzdem geht das derart auf den Körper, dass man als unerfahrener Laie nicht mehr als ca. 20 bis max 30 Bodenfliesen pro Tag verlegt bekommt. Umgerechnet sind das ungefähr 6 bis 8,5 m².
Bei einer Gesamtfläche von ca. 80m² und der Tatsache, dass es viele Stellen gibt an denen „gefrickelt“ werden muss, kann sich jeder ausrechnen wie viele Nachmittage und Abende man im Haus verbringt…

Eine witzige Erkenntnis dabei: man stellt fest, dass man vom eigenen Geist getäuscht wird! Am Anfang geht man frustriert nach Hause und denkt sich „Man! Da brauchen wir ja Monate!“. Und sobald man sich der Hälfte des Raums annähert, dann dreht sich der Eindruck um und man meint man wäre in wenigen Stunden fertig!
Realistisch betrachtet stimmt weder das Eine noch das Andere! 😉

Irgendwann streikte dann der Fliesenschneider und wir mussten das Schneideblatt ersetzen um voran zu kommen. Mehr hierzu und wie das Ergebnis letztendlich  aussieht erfahrt Ihr im nächsten Bericht! 🙂

Jetzt aber noch ein paar Bilder:

Telefon- und Internetanschluss UPDATE

Soooooo….gestern kam die Mail des Telefonanbieters, wir haben nicht nur einen genauen Termin, sondern auch eine Telefonnummer und alle nötigen Internetzugangsdaten bekommen. Was das genau heißt und wie schnell wir den Anschluss dann auch nutzen können, wird sich noch zeigen, aber es tut sich wenigstens was ;).
Heute haben wir zum letzten Mal „Schlumpfsuppe“ verstrichen….also unseren Flur grundiert, damit wir morgen mit dem Fliesen legen weiter machen können. Wenn man ein bißchen im Internet stöbert, heißt es oft, dass einmal grundieren reicht.
Wir haben jetzt alle Räume, die Fliesen bekommen, zweimal grundiert. Damit sind wir bisher im Technikraum und in Küche, Wohn-, Esszimmer gut gefahren. Spätestens nach dem zweiten Anstrich ist der Boden dann hellblau und erinnert an die Schlümpfe ;).

Steuler Fliesen bzw. Feinsteinzeug schwächelt

Die letzten Wochen waren wir damit beschäftigt im großen Wohn- / Essbereich unseren Feinsteinboden zu verlegen. Ja, ihr habt schon richtig gelesen: Wochen – nicht Tage! Das liegt einfach daran, dass die Fläche mit knapp 50m² doch recht groß ausfällt und man sich hinsichtlich der benötigten Zeit ordentlich verschätzt, wenn man zum ersten mal mit Feinsteinzeug bzw. Fliesen hantiert.

Die gute Nachricht: wir haben’s hinbekommen und es sieht, obwohl es einige knifflige Stellen gab, toll aus! Die 70 x 40 großen Platten und die schiefer-Optik gefällt uns sehr gut. Wir haben im Halbverband verlegt, da uns das am sinnigsten erschien – im Nachhinein genau die richtige Wahl 🙂

Weniger Freude bereitete uns das Material selbst. Entweder waren wir zu Beginn zu abgelenkt bzw. damit beschäftigt die Platten ordentlich zu verlegen und haben es nicht sofort bemerkt oder die kleinen Fehlerchen in der Oberfläche der Feinsteinzeugplatten traten tatsächlich erst ab der Hälfte unseres Bestands auf. 🙁
Während des Verlegens stießen wir immer öfter auf hellgraue Punkte auf der Oberfläche, die sich anfühlten wie kleine Minikrater. Teilweise nur so groß wie die Spitze einer Stricknadel. Dort fehlte offenbar die Dekorschicht. Als ob jemand mit einer Nadel in die noch nicht gebrannte Platte gestochen hätte.
Einige wenige Platten hatten gebrochene Kanten oder es gab kleine Splitter auf dem Dekor, die im Brennprozess auf die Platte aufgebrannt wurden, aber das hielt sich alles im erwarteten Rahmen.

Wir begannen also die offensichtlich fehlerhaften Bodenfliesen auszusortieren. „Die nehmen wir dann für den Technikraum – da stört das nicht“ war unser erster Gedanke. Als wir jedoch anfangen mussten die Garage als „Zwischenlager“ für die uns nicht gefallenden Fliesen zu verwenden war schnell klar: das sind jetzt schon locker mehr als die 8 m², die wir im Technikraum bräuchten. Ach ja … dann kommen die halt noch in den Bereich „unter“ der Treppe. Da sieht man das ja auch nicht. :\

Mittlerweile haben wir eine nicht unerhebliche Anzahl von Bodenfliesen mit weißen Kringeln und Pfeilen in der Garage stehen. Irgendwann haben wir nämlich angefangen die fehlerhaften Stellen mit Kreide zu markieren.
Ob die verbliebene Zahl an Bodenfliesen für den „sichtbaren“ Bereich des Flurs / der Diele ausreicht wissen wir noch gar nicht! Das kommt darauf an wie viele Dekorfehler in den verbliebenen, bislang ungeöffneten Packungen vorliegen.
Vielleicht müssen wir am Ende doch das ein- oder andere Paket nachkaufen. Worauf wir nämlich gar keine Lust haben sind Stellen an denen sich die Dekorschicht Stück für Stück auflöst. 🙁

Der Händler hat sich diesbezüglich natürlich abgesichert: wir hatten ab Erhalt der Ware 48 Stunden Zeit diese zu prüfen. Aber mal ehrlich: wer öffnet schon 78 Pakete Feinsteinzeug, wenn er diese kurz zuvor Mühsam in die Garage geschleppt hat? Hätten wir alle 78 Päckchen geöffnet, jede Fliese kontrolliert und dann „irgendwo“ gelagert, dann hätten wir mit dieser Aktion vermutlich noch mehr Schaden angerichtet.  Wie willst du denn 312 ausgepackte Bodenfliesen lagern? Stapeln? Da hätte das Dekor sicher mehr gelitten…

Wir vermuten, dass es sich um ein Produktionsproblem handelt. 90% der „Pünktchen“ befanden sich ca. 20cm vom linken oder rechten Rand entfernt und nahezu auf halber Fliesenbreite. Um diesen Bereich waren häufiger auch gräuliche Schleifspuren zu erkennen. Als Laien vermuten wir, dass die Pünktchen vom Transportmechanismus stammen.

Ändern können wir es jetzt eh nicht mehr – nur das Beste daraus machen. Und bislang ist ja noch alles gut gegangen 🙂 Soll heißen: einige der Bodenfliesen haben wir knallhart zerschnitten, wenn uns am Ende noch eine Reihe mit 15cm breiten Stücken gefehlt hat. Somit haben wir das Problem quasi „umschnitten“ 😀
Sollte uns am Ende was fehlen, dann müssen wir halt nachbestellen. Dass die Bodenfliesen dann eine andere „Charge“ sind und ggf. von der Farbnuance abweichen ist dann halt so – im Technikraum könnten wir das gerade so überleben 😉

Blog-Umzug!

Unsere Generalprobe ist geglückt 😉
Auch wenn es bei uns leider noch nicht soweit ist: unser Blog ist schon einmal umgezogen! Damit dürften Eure Zugriffe ein ganzes Stück schneller sein. Vorher lag der Blog auf einem kleinen, privat betriebenen Server. Jetzt liegt das gute Stück in einem dafür vorgesehenen Rechenzentrum.
Die restlichen Hintergründe ersparen wir Euch an dieser Stelle 😀

Was gibt’s Neues bei uns? Das ist kompliziert! Nüchtern betrachtet sind wir schon ein gutes Stück vorwärts gekommen. Bedeutet konkret:

  • Maler- und Tapezierarbeiten sind (mit Ausnahme des Treppenbereichs) abgeschlossen.
  • Die Verlegearbeiten des Vinylkorkbodens sind abgeschlossen.
  • Die ersten Feinsteinplatten im Wohn- / Essbereich liegen
  • Die erste Zarge sitzt
  • Die Eckventile in den Bädern und der Küche sind drin und dicht
  • Waschtische und Unterschränke warten nur noch auf die Anbringung
  • WeberHaus / Zimmermann hat die Wärmepumpe in Betrieb genommen
  • WeberHaus / Rosenlehner hat die restlichen EnOcean-Schalter konfiguriert und angebracht. Die Homeway-Dosen inkl. Patchpannel im Technikraum sind gesetzt.

Klingt eigentlich super. Sieht auch wesentlich besser aus, als vor einigen Wochen. Andererseits ist die Zeit der schnellen und deutlich sichtbaren Fortschritte offensichtlich vorbei. Und die Liste der offenen Punkte ist noch lang:

  • Feinstein im Wohn- / Esszimmer fertig verlegen
  • Feinstein im Flur (EG) verlegen
  • Feinstein im Technikraum fertig verlegen
  • Treppenhaus tapezieren und streichen
  • Restliche Zimmertüren einbauen
  • SAT- und Netzwerkdosen anbringen
  • Sockelleisten anbringen
  • (kilometerweise) Fugen
  • Lampen anbringen
  • Armaturen anbringen
  • Waschtische und Unterschränke anbringen
  • uvm… 🙂

Andererseits gibt’s auch seitens WeberHaus noch offene Punkte. Irgendwie haben wir den Eindruck, dass alles, was mit Elektrik zu tun hat, noch nicht rund läuft. Unser Wechselrichter der PV-Anlage meldet sich im Schnitt 1x am Tag mit wechselnden Fehlercodes.
Die Wärmepumpe nimmt sich im Moment 600 Watt. Vermutlich deshalb, weil der gemessen Temperatur-IST-Wert im Gästezimmer zwischen -4 und -9 Grad liegt. Falls also irgendwer den Winter sucht: da isser 😛
Hinzu kommt, dass der Monteur der Firma Zimmermann nur ca. die Hälfte der Luftauslässe & PTCs installieren / montieren konnte, da die Elektriker die Verkabelung anscheinend falsch hinterlassen haben. Die Strom- und Bus-Kabel müssen, zumindest die letzten cm, durch das Alu-Luftrohr verlaufen um die PTCs in Betrieb nehmen zu können. Im Moment baumeln die Kabel außerhalb der Rohre herum. Komischerweise paßte es bei allen Auslässen außer bei drei Auslässen im Wohn-/Essbereich.
Als weiteres i-Tüpfelchen kommt hinzu, dass die Wärmepumpe mehrere Kommunikationsfehler meldet. Oder anders formuliert: da läuft’s noch nicht rund!

Zu den normalen Verzögerungen wie z.B. man braucht „mal eben“ ein neues Schneideblatt für den Feinsteinboden“ oder „huch … das sind ja die falschen Abstandshalter“ kommt hinzu, dass wir tagsüber unseren normalen Arbeitstätigkeiten nachgehen und quasi „nebenbei“ am Haus weiter werkeln. Und da stößt man manchmal einfach an seine Grenzen. Man werkelt unter der Woche Nachmittags / Abends am Haus und am Wochenende ist der Akku meistens leer, so dass man sich einen Tag frei nimmt 😉
Irgendwie nachvollziehbar, dass es gefühlt nur langsam voran geht.

Aufmunternd ist dann allerdings ein kleiner „Vorher-/Nachher-Vergleich“. Wenn man dann quasi im Zeitraffer sieht, wie sich die Räume verwandeln – einfach herrlich! Vom nackten Rohbau über tapezierte Decken & Wände, gestrichene Wände bis hin zum verlegten Boden. Einige der Bilder wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten 🙂