Großbaustelle…

Puh … vielleicht habt Ihr Euch schon gewundert, warum es nach dem Rätsel um das Loch im Garten lange keine weiteren Beiträge gab…
Die Antwort ist ganz einfach: wir durften feststellen, dass der Bau eines Pools nicht „mal eben“ in wenigen Tagen gemacht ist. Das ist, für den Fall, dass man einen Großteil in Eigenregie macht, schon ein „Sommerprojekt“ oder zumindest etwas, dessen Bauzeit über die Dauer eines normalen Urlaubs hinaus gehen könnte…

Aber von Vorne: auf dem befreundeten Blog „Das Bismarck Haus“ haben wir schon 2013 vom Poolbau gelesen und waren sofort Feuer und Flamme. Da unser Grundstück / Garten groß genug ist und wir schon im Familienkreis in diesem Sommer den Luxus „eigener Pool im Garten“ genießen durften, haben wir den Entschluss gefasst, das Projekt Poolbau selbst in Angriff zu nehmen. Beim Bismarck-Haus hörte sich das alles auch ziemlich unkompliziert an.
Die grundsätzliche Idee dahinter:
der Garten- und Landschaftsbauer, der für uns den (Gabionen-) Zaun, den Rasen und die Einfahrt errichten soll, könnte ja „mal eben“ das Loch für den Pool ausgeben und gemeinsam mit uns die benötigte Betonbodenplatte errichten. Den Berg an Aushub könnte man direkt im Garten verteilen, um das Gelände zu nivellieren und das Gefälle in Richtung Bach, der am unteren Ende des Grundstücks verläuft, gleichmäßiger zu gestalten.
Sobald die Bodenplatte errichtet ist, legen wir los, bauen den Pool auf, Wasser rein, fertig 😀

So einfach ist / war es dann doch nicht 😉
Sagen wir es mal so: das ist kein Projekt, das man an einem oder zwei Wochenenden alleine stemmt. Da fließen schon einige Mannstunden ein. Und wenn man, so wie bei uns, zwar noch mit einem Mini-Bagger in den Garten kommt, aber mit Sicherheit kein Kipplaster, Betonmischer oder Kranwagen bis an die Baugrube heranfahren kann, dann bedeutet das: Du musst jeden Stein, jeden Zementsack, jedes Sandkorn, ja –  jedes einzelne Atom, das in irgendeiner Form etwas mit dem Pool zu tun hat, per Schubkarre, Sackkarre oder auf den Händen in den Garten tragen.

Das begann schon bei der „Sauberkeitsschicht“, die eingebracht werden musste. Da mussten dann mal eben ca. 6t Schotter per Schubkarre aus der Einfahrt in das ca. 25m entfernte Loch. Und das mit etwas Zeitdruck, da der Termin zur Errichtung der Bodenplatte quasi fix war.

Die Errichtung der Fundamentplatte für den Pool war auch ein Spaß: Um ca. 7 Uhr morgens kam der Betonmischer in die Einfahrt gefahren und kippte mal eben 5,5m³ einer Betontrockenmischung inkl. Wirkverzögerer in die Zufahrt.
Das war ein „Berg“ von knapp 2,5m Höhe und einem Radius von geschätzten 4m. Der Beton war, wie gesagt, relativ trocken, so dass man ihn gut schaufeln konnte, aber eine Schubkarre davon war gefühlt mindestens doppelt so schwer wie eine Schubkarre voll Kies / Schotter.
Am Ende waren es wohl etwas mehr als 10 Tonnen Material, die in unserer Einfahrt lagen.
Wie kommt sowas ins Loch?
Kurzform: genauso wie der Splitt! Per Schubkarre!
Langform: wir hätten mit der Betonlieferung auch eine Betonpumpe bestellen können. Das wäre ein eigener LKW mit langem Auslieger dran, der quasi über das ganze Haus „geklappt“ werden kann und den Beton dann direkt in das Loch in unserem Garten pumpt. Eine einfache, saubere Lösung. Einziger Haken: die Distanz zwischen Zufahrt und Loch für den Pool ist nicht ganz ohne. Das Haus selbst wäre ca. 11m „tief“, die Terrasse ca. 5m. Und von dort wären es auch noch mal ca. 7m bis zum zukünftigen Pool. Macht also 23m + Abstand des LKWs in der Zufahrt bis zum Haus. Und damit wären die gängigen Betonpumpen mit einer max. Reichweite von 24m definitiv raus. Also bräuchte man eine, die 32m oder besser 36m überbrücken kann.
Und jetzt kommt’s: für An- und Abfahrt der Betonpumpe werden 210€ berechnet. Für die Förderleistung ein Pauschalpreis von 430€. Hinzu kommt die Rüstzeit für den Auf- und Abbau der Pumpe, die mit einer halben Stunde und einem Stundensatz von 480€ zu Buche schlägt. Jetzt ist mir entfallen, ob die Reinigung der Pumpe noch mal extra berechnet wird, aber am Ende liegen die Kosten für die Beförderung des Betons von A nach B über die Pumpe bei ca. 900€. Und dann kommt ja noch der Beton dazu! Der kostet pro m³ ca. 120 € …
Deshalb wurde der Beton kurzerhand von 4 GaLa-Mitarbeitern und dem Bauherren per Schubkarre ins Loch geschafft.
Nachdem ca. 2/3 im Loch waren, begannen 2 Kollegen damit, den Beton ordentlich zu verteilen und glatt zu streichen.
Am Ende sah das Ergebnis ganz gut aus, allerdings war der Bauherr nicht mehr in der Lage Fotos zu machen und krabbelte auf allen Vieren unter die Dusche.

Ein Mitarbeiter des Garten- und Landschaftsbauers meinte zu dem Thema: Beton geht auf die Knochen!
Das habe ich erst nicht verstanden, aber ich kann Euch sagen: schippst Du Erde, Sand oder Schotter, dann bekommst Du bei entsprechender Menge Muskelkater.
Arbeitest Du mit einer größeren Menge Beton, dann tun Dir spätestens am nächsten Tag sämtliche Knochen weh! Aber mal so richtig!

Die Materialien vom Pool wurden zwischenzeitlich auch geliefert. Nach einiger Recherche im Internet kamen für uns eigentlich nur 3 Varianten in Frage:

  1. Der Pool wird beim gleichen Anbieter gekauft, bei dem das Bismark-Haus bestellt hat.
  2. Wir vertrauen der offenbar hohen Kompetenz von Pooldoktor.at und bestellen dort. Mit Bauchschmerzen bei den Versandkosten.
  3. Wir bestellen bei Poolsana aus Nürnberg. Qualitativ auf ähnlichem Niveau wie der Pooldoktor, aber in Summe günstiger.

Die Wahl fiel auf Poolsana, da wir dort das beste Gefühl hatten. Würde Geld keine Rolle spielen, dann hätten wir vermutlich sämtliche Empfehlungen des Pooldoktors beherzigt und dort bestellt.
Bei Yatego bzw. Schwimmbad24.de war das Komplettpaket aus unserer Sicht zu unflexibel. Außerdem hätten wir vorab gerne mehr Informationen erhalten.

Die Lieferung der Ware klappte wunderbar. Der Spediteur fuhr mit seinem LKW rückwärts bis an die Garage und platzierte die riesige Einwegpalette + 2 große Kartons direkt in unserer Garage. TOP Service!
Pool da … Garage belegt. 😀

Da wir nicht darauf vertrauten, dass irgendwelche Dämmstoffplatten den Erddruck auf die 1,5m tiefen, geraden Seiten des Pools ausreichend abfangen, mussten wir an den Längsseiten des Pools jeweils eine etwa 1,40m hohe Stützmauer aus Betonschalungssteinen und Beton bauen. Das Thema an sich wäre schon einen eigenen Blog-Artikel wert, da es eine „leicht“ kräftezehrende Arbeit ist, 80 Schalungssteine zu je 28KG, 56 Zementsäcke zu je 25KG und knapp 6t Sand per Schubkarre bzw. Sackkarre in den Garten zu karren.

An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Anika für Deine Ausdauer und den Ehrgeiz beim Steine schleppen 😉

Die 80 Steinchen, sowie der (später) gemischte Beton mussten dann noch 1,5m in die Tiefe gelassen werden. Jedes Steinchen einzeln ins Loch heben … neeee … das wollten wir dann doch nicht.
Zum Glück hatten wir noch die 3m lange Palette, auf der unsere Terrasse bzw. deren Verlängerung geliefert wurde. Diese war stabil genug um als „Rutsche“ für die Steinchen und (später) für die Mörtelbehälter zu dienen.

Da zu diesem Zeitpunkt klar war, dass wir über einen gewissen Zeitraum täglich ein paar Schubkarren Beton brauchen würden, haben wir uns kurzerhand einen Betonmischer gekauft. Wie’s der Zufall will war gerade einer im nahe gelegenen Baumarkt im Angebot.

Und dann ging der Poolbau in die nächste Runde: Reihe um Reihe wuchs die Schalsteinmauer, wobei der zeitraubende Teil der Arbeit eher das Verfüllen mit Beton war. Da der Abstand „Kante des Lochs“ zu den Mauern für die ersten 3-4 Reihen zu groß war, füllten wir den gemischten Beton in Mörtelbottiche, ließen diese über unsere Palettenrutsche hinab und schaufelten den Beton dann über kleine (Hand-) Gartenschäufelchen in die Schalungssteine.
Kann man so machen … dauert halt sehr lange! 🙁
Hinzu kamen die Temperaturen. Da diese im Bereich von 35 °C lagen, war es natürlich ein großer Spaß im windgeschützten Loch mit Beton zu arbeiten 😉

Nach Verarbeitung der Steine musste das Mäuerchen noch mit Beton erhöht werden. Laut Plan sollte die Mauer 1,45m hoch sein. Das ist halt doof, wenn die Steine ca. 25cm hoch sind. Da hast Du dann halt 1,50m (zu hoch) oder 1,25m (zu niedrig).
Also haben wir die Mauer mit Brettern verschalt und die Höhe mit Beton angepasst. Die endgültige Höhe von ca. 1,40m liegt im grünen Bereich. Zumal wir im nächsten Jahr noch Randsteine um den Pool setzen wollen.

Bevor es weiter gehen konnte, mussten die Innenseiten der Mauern noch mit 2cm dicken Styroporplatten beklebt werden. Diese sollen die Stahlwand bzw. deren Lackierung schützen.
Da wir noch ein paar Liter Grundierung in der Garage stehen hatten (wer hat das nicht?), haben wir die Bodenplatte des Pools kurzerhand grundiert. Was das bringen soll? Fragt uns nicht … jedenfalls steht die Grundierung jetzt nicht mehr in der Garage rum. 😀

Im Anschluss war es dann endlich soweit: die Stahlwand des Pools konnte an den vorgesehenen Platz gebracht werden. Hier erwies sich die 3m lange Palette ebenfalls als sehr vorteilhaft. Wir ließen die beiden, je ca. 80kg schweren Pakete über die Palette ins Loch „gleiten“. Anschließend wurden die Bodenschienen zusammengesteckt und ordentlich ausgerichtet.
Dann war es soweit: die Stahlmonster wurden vorsichtig abgewickelt und in die Bodenschiene gesteckt.
Da wir zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen sind, dass wir eine angeschweiste Keilbiese an der Poolfolie haben, wurde der Alu-Handlauf bereits zu diesem Zeitpunkt angebracht. Das war auch ganz gut, da der Handlauf zusätzlich Stabilität brachte, so dass davon auszugehen war, dass die Stahlwand nicht ohne Weiteres in alle Einzelteile auseinanderfallen würde, sobald ein kleiner Windhauch käme. 😉

Vom Gefühl her kamen jetzt die Schritte, die uns in Richtung Zielgerade führen sollten: das Bohren des zusätzlich benötigten Lochs für die Poolbeleuchtung und das schützen der Schnitt- und Stanzkanten mit Zinkspray.

Zu diesem Zeitpunkt konnte man schon ganz gut erkennen, dass das alles mal ein Pool werden könnte, wenn es fertig ist. Wie viel Arbeit noch kommen würde und wird, haben wir zu diesem Zeitpunkt echt unterschätzt.

Aber jetzt gibt’s erst mal ein paar Bilder zu dem Bauprojekt 2016: