Küche…zweiter Akt

Da es bei uns in einem Radius von 25-30km etliche Küchenstudios und Möbelhäuser mit Küchenabteilung gibt, hatten wir uns innerlich schon auf eine wahre Küchen-Odysse eingestellt. Zumal wir von allen Seiten gehört haben, dass wir so viele Termine wie möglich vereinbaren sollen, damit wir besser vergleichen und letztlich besser handeln können.
Zwei Küchenstudios haben wir nach Gesprächen mit Freunden und Bekannten sofort wieder von unserer Liste gestrichen:
Nummer 1: zu teuer
Nummer 2: anscheinend sehr unfreundliches und wenig kompetentes Personal

Weil wir nirgendwo auf „gut Glück“ hinfahren wollten, haben wir vorher bei allen potenziellen Kandidaten angerufen, um einen Termin auszumachen. Und da hat sich gleich die Spreu vom Weizen getrennt. Viele wollten wohl einfach kein Geld verdienen, denn es war ihnen anscheinend unmöglich uns trotz mehrmaliger Bitte zurück zurufen oder uns einen Termin innerhalb der nächsten drei Wochen zu nennen.

Im September waren wir schon mal bei Reddy Küchen in Holzwickede, um uns einen Überblick zu verschaffen, weil wir hier viel Gutes gehört hatten. Viele schöne Küchen in der Ausstellung und auch das Personal war sehr nett und nicht aufdringlich. Da wir bei der Gelegenheit gleich die Visitenkarte der Kundenberaterin eingesteckt hatten, war klar, dass wir auch mit ihr unseren Beratungstermin ausgemachen wollten.
Und so hatten wir unseren 1. Termin in Holzwickede. Bei Frau Trzcinski haben wir uns immer sehr gut aufgehoben gefühlt. Aus ihrer Sicht bzw. aus Sicht des Küchenplaners bzw. -Verkäufers waren wir wohl eher schwierige Kunden. WIR waren der Meinung zu wissen was wir gerne hätten und wollten dafür natürlich einen fairen Preis. Tatsächlich standen wir oft mit zuckenden Schultern da, wenn uns eine eigentlich nicht allzu schwierige Frage gestellt wurde (z.B. Mülltrennbehälter mit 2 oder 3 Fächern?). Sprich: es gab extrem viel Beratungspotential. Und hier hat Frau Trzcinski groß gepunktet. Keinerlei Resignation, immer nett und freundlich und es wurde nie versucht etwas zu verkaufen, das wir nicht wirklich brauchten oder das sie selbst nicht vertreten konnte. Bestes Beispiel: diese neumodischen Dunstabzugshaben in Lampen-Optik … besser gesagt: die kronleuchterähnlichen Lampen, die auch Luft umwälzen können. Die sehen neuwertig toll aus, wälzen die Luft um, aber sie sind einfach nicht sauber zu halten. Und das wurde uns dann auch offen und ehrlich gesagt.
Unser erster Planungstermin hat stolze 2,5 Stunden gedauert. Und dann kamen wir zum Preis: Joa wir wollten natürlich so wenig wie möglich bezahlen, aber das Preis-/Leistungsverhältnis hat wirklich gestimmt. Trotzdem wollten wir lieber noch eine Nacht „drüber schlafen“. Frau Trzcinski wäre es natürlich auch recht gewesen, wenn wir sofort zugesagt und unterschrieben hätten, allerdings blieb es bei Aussagen wie „ich würde mich schon sehr freuen, wenn wir jetzt zusammen kämen“. Kein Druck à la „hey… das ist aber ein Tagespreis, etc.“.

Den zweiten Termin hatten wir in einem Küchenstudio in Dortmund Aplerbeck. Ein Anruf, zwei Tage später einen Termin bekommen…perfekt. Auch hier gab’s ein große Auswahl verschiedener Küchenmodelle, Wahnsinn was es alles gibt.
Auch hier wurden wir gut beraten, allerdings war das Gespräch etwas zäher, da der Berater eine andere Taktik gewählt hatte. Wir sind erst durch die ganze Ausstellung gelaufen, um abzuklären, was wir uns vorstellen und was uns wichtig ist. Anschließend haben wir dann fast zwei Stunden monoton am Schreibtisch des Beraters gesessen und uns quasi mit uns selbst beschäftigt, weil er unsere Küche am PC geplant hat und der große 42 oder 50 Zoll Monitor leer blieb. Ja wir können uns auch sehr gut selbst beschäftigen, aber das hätte man wirklich geschickter machen können. Der Preis für eine nahezu identische Küche war hier ca. 3000€ höher, aber das endgültige K.O. Kriterium war die Aussage: „Nachlass kann nur der Chef gewähren und zu dem kann ich erst gehen, wenn sie mir eine Unterschrift für heute zusagen, weil es hier immer nur Tagesrabatte gibt!“
Wir haben uns angeschaut und wären am liebsten sofort rausgestürmt, aber da wir ja höflich sind, haben wir nur gesagt, dass man über so einen Kauf nicht übers Knie brechen sollte und wir noch etwas Bedenkzeit brauchen. Dann wollte man uns noch Ausstellungsmuster der Fronten und der Arbeitsplatte mitgeben, damit wir mal testen können, ob uns das alles gefällt…ähm ja, wir haben doch noch gar kein Haus und dementsprechend auch keine Räume. Wo sollen wir testen, ob das gefällt?? Ja nehmen Sie es einfach mal mit…ähm NEIN! Neeeee, das war uns dann doch alles irgendwie zu offensichtlich und am Ende sind wir dann doch fast rausgestürmt. Kennt Ihr das Gefühl, das einen überkommt, wenn man am einzigen Ausgang des Lebensmittelmarkts des Vertrauens von einer Schar „Marketingesxperten“ aufgehalten wird, die einem eine „kostenlose“ Tageszeitung in die Hand drücken wollen oder den so dringend benötigten KFZ-Schutzbrief nahe bringen wollen? So ungefähr war unser Gefühl…

Trotz nochmaliger Versuche einen Termin in anderen Küchenstudios zu bekommen, kamen diese nicht zustande, da man uns entweder keinen Termin zusagen konnte („zu viel los“) oder wir bis heute auf den Rückruf mit Terminvorschlag warten.

Alternativ waren wir dann noch einmal bei Ikea und haben uns dort Küchen angeschaut und dann unser Wunschmodell am PC selbst erstellt. Obwohl Ikea im Küchenbereich eine Riesenauswahl und erstaunliche Flexibilität vorweisen kann, konnten wir „unsere“ Wunschküche nicht 100% abbilden. Aber gut, 95% sind ja auch ein vergleichbarer Wert und die fehlenden 5% machten die Küche jetzt nicht weniger hübsch. Vom angezeigten Preis waren wir jedoch überrascht. Der lag über dem uns vorliegenden Angebot von Reddy Küchen. Und das bei vergleichbarer Ausstattung (Softverschluss der Schubfächer, etc.), Ausstattung mit IKEA-Geräten und ohne Montage
Und dann haben wir etwas gemacht, was zumindest für den Bauherren sehr untypisch ist, wir haben einfach auf unser Bauchgefühl gehört: wir haben einen weiteren Termin bei Reddy ausgemacht, haben noch ein paar Kleinigkeiten abgeklärt und dann ging es ganz „rasch“… in 2 Stunden waren wir durch 🙂
Geschafft… Thema Küche vorerst abgehakt!

Und für alle, die so lang durchgehalten haben kommen jetzt auch noch die Bilder dazu:

Hoffentlich verwirren Euch die Bilder nicht. Im zweiten Bild fehlt die Kochinsel + Dunstabzugshaube (um die dahinterliegenden Küchenelemente zu sehen). Das letzte Bild zeigt eigentlich die Blickrichtung „aus der Küche“, wenn man hinter der Kochinsel steht und ins Wohnzimmer blickt. Wo die an der Wand angebrachten Unterschränke und die integrierte Spüle abgeblieben sind weiß wohl nur das CAD-Küchenprogramm. Aber gut… diesen Blickwinkel wird man im echten Leben sowieso nicht hinkriegen 🙂 .

Nachtrag: die letzten beiden Fotos habe ich nachträglich hinzugefügt. Das war eine Küche deren grundsätzliche Art uns sehr gefallen hat. Die Beleuchtung wäre zwar optisch sehr nett, aber wir haben die Vorderseite der Kücheninsel lieber mit Schränken belegt, die sich per Push-Mechanismus öffnen lassen. Wir wollten eine Küche, die doch etwas anders ist als das, was jeder kauft. Bei den Farben der Fronten wollten wir dann aber doch keine Experimente (Mint oder Berry 😉 ) eingehen. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden 🙂

Still und leise…

…haben wir die 10.000 Marke geknackt…WOW!
Das das so schnell geht, das das überhaupt geht…wir sagen lieben Dank!

Und bald gibts auch wieder Neues…Anfang November haben wir unsere Küche gekauft und Mitte November waren wir in Rheinau-Linx zur Bemusterung, aber darüber berichten wir in den nächsten Tagen dann lieber ausführlich. Die Artikel sind schon in Arbeit :).

Technikdetails (Teil 2)

Wo es einen ersten Teil gibt, sollte es auch einen zweiten Teil geben. 😉

Dass wir auf eine Luft-Luft Wärmepumpe inkl. Kühlfunktion als Primärheizung setzen und zur Deckelung des Strombedarfs eine Photovoltaik-Anlage mit Batterie-Speicher setzen haben wir schon erwähnt.

Den kleinen Nachteil unserer Frischluft-Wärmetechnik haben wir selbst erst kurz nach der Unterschrift festgestellt: in den Bädern wird nur verbrauchte Luft abgesaugt aber keine Frischluft zugeführt. Das bedeutet im Umkehrschluss: das Bad muss anders beheizt werden! Im Standard hat Weberhaus mehr oder weniger hübsche Wandluftgebläse, aber das erinnert uns zu sehr an Nachkriegshäuser. Da werden wir wohl eher auf strombasierte Fußbodenheizungen oder beheizte Handtuchhalter umschwenken. Wir halten Euch auf dem Laufenden 🙂

Ein weiteres, kleines Highlight, das wir uns in Haus holen ist Weberlogic, das auf EnOcean basiert. Was das ist lässt sich in einem Satz oder in einem Buchband erklären. Kurz erklärt ist es ein Haussteuerungsstandard auf den sich verschiedenste Hersteller geeinigt haben. Der große Unterschied zu anderen, bereits bestehenden Systemen auf dem Markt ist, dass die verbauten Komponenten ohne eigene Stromversorgung betrieben werden und über Funk mit der zentralen Steuereinheit kommunizieren. Für die meisten Schalter funktioniert das z.B. so, dass beim Druck auf den Schalter ein kleiner Stromimpuls erzeugt wird, der ausreicht um ein Funksignal an die Haussteuerung zu senden. Bei Sensoren (z.B. Temperatur) muss der benötigte Strom anders „besorgt“ werden. Etwa über ein kleines, vom Taschenrechner bekanntes, Solarfeld oder notfalls über eine kleine Batterie 😉

Der Vorteil für beide Seiten (d.h. für Weberhaus und für uns) liegt auf der Hand. Die Art und der Standort der Montage von Schaltern ist variabel und kann sehr schnell geändert werden. So könnten wir z.B. die Rolläden zu Beginn mit einem Schalter irgendwo im Raum steuern. Wenn uns das zu umständlich wird, dann kaufen wir uns andere Schalter oder eine passende Fernbedienung, lernen diese an und fertig. Und wenn wir noch bequemer werden, dann passen wir die Visualisierung der Haussteuerung an und steuern die Rolläden über’s iPAD oder lassen sie Zeit- oder Helligkeitsgesteuert hoch oder runter fahren.

Und unterm Strich ist es natürlich auch eine große Spielwiese für den Mann im Haus. Was man(n) da alles machen kann 🙂
Abschattungsanlage selber „basteln“, Haustüre zeitgesteuert verschließen, Steckdosen per Mausklick ein- oder ausschalten, Zustände überwachen (huch? Alle Fenster zu???), etc.

ABER … wir starten natürlich nicht mit dem Vollausbau! Wir fangen mit dem Standard Weberlogic Paket an und werden nach und nach unsere aufkommenden Wünsche erfüllen. So ein System muss man ja auch erst einmal verstehen…

Was haben wir noch? Ach ja … durch die Hattrick-Aktion haben wir insgesamt 6 der so genannten Homeway Dosen. Naja … nehmen wir einfach mal so mit. Das reduziert dann die Zahl der CAT 7 Netzwerkdosen, die wir verbauen um netzwerkseitig ausreichend ausgestattet zu sein. Aber selbst diese Zahl wird überschaubar sein. Wir werden großzügig Leerrohre verlegen lassen. Den Rest machen wir dann bei Bedarf. Wir sehen momentan nicht ein in jeden Raum 3 oder 4 Netzwerkdosen zu platzieren, obwohl die in den nächsten Jahren kein Mensch braucht.

Demnächst geht’s zur Bemusterung – vielleicht gibt’s dann noch einen dritten Teil der Technikdetails 😉