39.000….

Obwohl hier gerade nicht so sonderlich viel los ist, ist unsere Besucherzahl stetig gestiegen und wir haben die 39.000 Marke geknackt…unfassbar und das obwohl wir noch nicht einen Spatenstich getan haben ;).
Tja leider wissen wir auch nicht, wann sich daran was ändern wird….wir harren der Dinge, die da kommen. Wir waren nochmal bei der Stadt und haben die Zustimmung für den Antrag auf Änderung der Zuwegung unterschrieben. Das muß jetzt von der Stadt genehmigt werden und dann können wir hoffentlich endlich den Bauantrag einreichen. Das sollte nicht länger dauern als 1-2 Wochen, aber wie wir alle wissen ist der Konjunktiv der beste Freund der Bürokratie!

Dafür ist mal wieder ne gesalzene Rechnung vom Vermesser gekommen…da müssen allerdings noch Details geklärt werden. Unter anderem sind dort zwei Positionen aufgeführt, die als Erschließungsbaulast gekennzeichnet sind. Laut Notarvertrag und Auskunft der Stadt gehen aber alle Kosten zum Thema Erschließung zu Lasten des Grundstückverkäufers…also ja auch eine Erschließungsbaulast.
Die machen den Braten jetzt zwar nicht fett, aber wer zahlt schon gerne für Dinge, die er nicht zahlen muss? Oder sagen wir’s mal anders: man muss ja auch nicht jede Rechnung abnicken und brav zahlen!

Ein klärendes Gespräch…

Heute stand ein klärendes Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadt Unna auf dem Plan. Ziel war es zu erfahren wie denn der aktuelle Stand ist und warum wir unseren Bauantrag nicht einreichen können / sollen / dürfen und was jetzt überhaupt die Faktenlage ist.
Leider war von der dritten beteiligten Partei, dem Erschließungsträger des Baugebiets, keiner mit dabei. Der Fairness halber muss aber auch gesagt werden, dass es gar keine offizielle Einladung gab.

Noch mal kurz resümiert: vom offiziell bestellten Vermesser haben wir den für den Bauantrag benötigten Plan nicht bekommen, da es eine Änderung geben würde.

Um es vorweg zu nehmen: hätten wir so ein Gespräch mal früher gehabt! Das hätte wohl einiges an Ärger, der Bauherrin schlaflose Nächte erspart und viele Fragen und Probleme wären gar nicht aufgekommen.

Fakt ist, dass im offiziellen Bebauungsplan für unseren Bereich des Baugebiets (Kaufgrundstücke) vier Grundstücke vorgesehen waren. Dabei sollten die äußersten Grundstücke jeweils eine eigene Zufahrt erhalten. Die beiden Grundstücke in der Mitte sollten sich gemeinsam eine 6m breite Einfahrt teilen.
Für die relativ großen Grundstücke (ich glaube von ca. 800 bis 1400 m² pro Grundstück) fanden sich für den angestrebten m² – Preis vermutlich keine Käufer. Deshalb wurde aus 4 sehr großen Grundstücken 5 mittlere bis große Grundstücke mit mehr oder weniger variabler Grundstücksbreite:

Grundstück auf Lageplan  Auf dem Plan sieht man nun das Problem, das durch die Anpassung entstanden ist: der Käufer des 2. Grundstücks (also WIR) haben keinen Zugang zur öffentlichen Straße. Wer denkt „das dürfte ja nicht so schwer sein da eine Zufahrt zu machen“, der irrt. Das ist (verwaltungstechnisch bzw. aus Bau- oder Umweltschutzgründen) quasi unmöglich!
Durch die Reduzierung der Grundstücksbreiten tritt ein weiteres Problem auf: wie auf dem Plan zu erahnen, sollte durch den Erschließungsträger nicht nur ein Grünstreifen angelegt werden, sondern auch eine parallel zur öffentlichen Straße verlaufende Privatstraße angelegt werden. Das hat sich jetzt durch die Bebauung des nördlichen Nachbarn und die schmaleren Grundstücke dann erledigt. Wir wollen unsere Garage ja auch „mitten drauf“ stellen. Neben das Haus wäre bei einer 6m breiten Garage gar nicht möglich (da bräuchten wir min. 3m mehr in der Breite was mal eben ca. 140m² Grundstück mehr wären!).

Das Ende vom Lied: die Stadt wird den Bebauungsplan wohl ändern. Im Prinzip wird es fast wie ursprünglich geplant. Wir erhalten eine 4m breite Zufahrt, die wir uns zu gleichen Teilen mit dem südlichen, noch zu findenden Nachbarn, teilen. Für das nächste Grundstück wird eine eigene Einfahrt geschaffen.

Die für uns wichtigen Punkte Zeit und Finanzen sind zumindest so gelöst, dass wir damit leben können, auch wenn wir nicht in spontanen Jubel verfallen:
die entstandenen und noch entstehenden Verwaltungskosten (neue Version des Lageplans, Baulast-Eintragungen, etc.) gehen zu Lasten des Verursachers. Wir müssen leider so lange warten bis das Änderungsverfahren abgeschlossen ist. Das wird nach Aussage der Vertreter der Stadt 2-3 Wochen dauern.
Bis dahin liegt hoffentlich der angepasste Lageplan des Vermessers vor, so dass wir kurzfristig unseren Bauantrag einreichen können.

Die zusätzliche Wartezeit, die echt schwer fällt wenn man sieht, dass auf dem Nachbargrundstück schon fleißig gewerkelt wird, führt leider auch zu weiteren, ungeplanten Kosten. Irgendwann werden halt doch die Bereitstellungszinsen der Bank fällig. 🙁
Hier sind wir gerade am überlegen, ob wir die Kosten dieser Verzögerung dem Verursacher in Rechnung stellen.
Andererseits besteht ab sofort Klarheit über andere offene Punkte: beim Grundstückskauf wurde uns gesagt, dass die Schmutzwasserentsorgung über einen noch zu errichtenden Privatkanal erfolgen muss. Dieser würde über alle Grundstücke verlaufen was im Gegenzug bedeutet: das „Schmutzwasser“ des äußersten Nachbarn läuft fröhlich über alle Grundstücke und fliest dann, nachdem es das letzte Grundstück durchflossen hat, in die öffentliche Kanalisation. Das scheint wohl ein Fakt zu sein welcher der Stadt (und natürlich uns!) ebenfalls nicht gefällt! Wer will schon die Kosten für die Beseitigung von Kanalproblemen zahlen nur weil der Kanal auf dem eigenen Grundstück liegt und man diese gar nicht verursacht hat!?! Also wir nicht!
Anders formuliert: die Stadt sieht es wie wir: die Grundstücke sind noch zu erschließen und das sind sie momentan definitiv nicht!
Bedeutet im Umkehrschluss: den Betrag, den wir bereits blauäugig als unsere Beteiligung am zu errichtenden Privatkanal bezahlt haben, fordern wir umgehend zurück!

Dass es beim Thema Hausbau einiges an Probleme und Ärgernisse gibt war uns im Vorfeld klar. Darauf waren wir eigentlich vorbereitet. Dass es aber vor dem ersten Spatenstich schon derart viele Probleme gibt – damit hätten wir nicht gerechnet.
Anscheinend muss man für das ganze Thema eine extrem dicke Haut haben. Aber hey ihr troublemaker … ihr könnt es ja mal versuchen:
Nashorn