Steuler Fliesen bzw. Feinsteinzeug schwächelt

Die letzten Wochen waren wir damit beschäftigt im großen Wohn- / Essbereich unseren Feinsteinboden zu verlegen. Ja, ihr habt schon richtig gelesen: Wochen – nicht Tage! Das liegt einfach daran, dass die Fläche mit knapp 50m² doch recht groß ausfällt und man sich hinsichtlich der benötigten Zeit ordentlich verschätzt, wenn man zum ersten mal mit Feinsteinzeug bzw. Fliesen hantiert.

Die gute Nachricht: wir haben’s hinbekommen und es sieht, obwohl es einige knifflige Stellen gab, toll aus! Die 70 x 40 großen Platten und die schiefer-Optik gefällt uns sehr gut. Wir haben im Halbverband verlegt, da uns das am sinnigsten erschien – im Nachhinein genau die richtige Wahl 🙂

Weniger Freude bereitete uns das Material selbst. Entweder waren wir zu Beginn zu abgelenkt bzw. damit beschäftigt die Platten ordentlich zu verlegen und haben es nicht sofort bemerkt oder die kleinen Fehlerchen in der Oberfläche der Feinsteinzeugplatten traten tatsächlich erst ab der Hälfte unseres Bestands auf. 🙁
Während des Verlegens stießen wir immer öfter auf hellgraue Punkte auf der Oberfläche, die sich anfühlten wie kleine Minikrater. Teilweise nur so groß wie die Spitze einer Stricknadel. Dort fehlte offenbar die Dekorschicht. Als ob jemand mit einer Nadel in die noch nicht gebrannte Platte gestochen hätte.
Einige wenige Platten hatten gebrochene Kanten oder es gab kleine Splitter auf dem Dekor, die im Brennprozess auf die Platte aufgebrannt wurden, aber das hielt sich alles im erwarteten Rahmen.

Wir begannen also die offensichtlich fehlerhaften Bodenfliesen auszusortieren. „Die nehmen wir dann für den Technikraum – da stört das nicht“ war unser erster Gedanke. Als wir jedoch anfangen mussten die Garage als „Zwischenlager“ für die uns nicht gefallenden Fliesen zu verwenden war schnell klar: das sind jetzt schon locker mehr als die 8 m², die wir im Technikraum bräuchten. Ach ja … dann kommen die halt noch in den Bereich „unter“ der Treppe. Da sieht man das ja auch nicht. :\

Mittlerweile haben wir eine nicht unerhebliche Anzahl von Bodenfliesen mit weißen Kringeln und Pfeilen in der Garage stehen. Irgendwann haben wir nämlich angefangen die fehlerhaften Stellen mit Kreide zu markieren.
Ob die verbliebene Zahl an Bodenfliesen für den „sichtbaren“ Bereich des Flurs / der Diele ausreicht wissen wir noch gar nicht! Das kommt darauf an wie viele Dekorfehler in den verbliebenen, bislang ungeöffneten Packungen vorliegen.
Vielleicht müssen wir am Ende doch das ein- oder andere Paket nachkaufen. Worauf wir nämlich gar keine Lust haben sind Stellen an denen sich die Dekorschicht Stück für Stück auflöst. 🙁

Der Händler hat sich diesbezüglich natürlich abgesichert: wir hatten ab Erhalt der Ware 48 Stunden Zeit diese zu prüfen. Aber mal ehrlich: wer öffnet schon 78 Pakete Feinsteinzeug, wenn er diese kurz zuvor Mühsam in die Garage geschleppt hat? Hätten wir alle 78 Päckchen geöffnet, jede Fliese kontrolliert und dann „irgendwo“ gelagert, dann hätten wir mit dieser Aktion vermutlich noch mehr Schaden angerichtet.  Wie willst du denn 312 ausgepackte Bodenfliesen lagern? Stapeln? Da hätte das Dekor sicher mehr gelitten…

Wir vermuten, dass es sich um ein Produktionsproblem handelt. 90% der „Pünktchen“ befanden sich ca. 20cm vom linken oder rechten Rand entfernt und nahezu auf halber Fliesenbreite. Um diesen Bereich waren häufiger auch gräuliche Schleifspuren zu erkennen. Als Laien vermuten wir, dass die Pünktchen vom Transportmechanismus stammen.

Ändern können wir es jetzt eh nicht mehr – nur das Beste daraus machen. Und bislang ist ja noch alles gut gegangen 🙂 Soll heißen: einige der Bodenfliesen haben wir knallhart zerschnitten, wenn uns am Ende noch eine Reihe mit 15cm breiten Stücken gefehlt hat. Somit haben wir das Problem quasi „umschnitten“ 😀
Sollte uns am Ende was fehlen, dann müssen wir halt nachbestellen. Dass die Bodenfliesen dann eine andere „Charge“ sind und ggf. von der Farbnuance abweichen ist dann halt so – im Technikraum könnten wir das gerade so überleben 😉