Böden im EG – Teil 2

Wie bereits erwähnt streikte der günstig erworbene Fliesenschneider (Ferm FCM1011). Das ist nicht ganz korrekt – die Maschine lief, aber das beiliegende, billige Schneideblatt war am Ende. Aber was kann man schon für das Geld erwarten???
Das extrem günstige Ersatzteil, das man für schlappe 6,90 € nachkaufen kann, ist mit dem Material (Feinstein in 1cm Stärke und einer 70cm langen Schnittkante) überfordert. Das Schneideblatt taugt bei Schnitten im Randbereich, da diese sowieso mit einer Sockelleiste abgedeckt werden. Aber spätestens die Schnittkanten am Übergang zum Flur sollten möglichst wenig ausgefranst sein.

Also haben wir uns das Luxus Diamantschneideblatt von Bosch gegönnt. Da kommt man mit 6,90 € aber nicht ganz hin 😉 Da sprengt der Preis fast schon die Kosten für den gesamten Nassschneider 😀
Das Blatt schnitt ganz gut. Leider gab es dann ein ganz anderes, dämliches Problem: das Schneideblatt war mit 1,5mm so dünn, dass man die geschnittene Fliese nicht an der mittig angebrachten Halterung für den Spritzschutz vorbeigeschoben bekam, da dessen Träger breiter war als der beim Schneiden entstehende Spalt! Suuuuuuuuuuuper! 🙄
Zur Verdeutlichung: das Standardblatt war um die 2,5mm dick!

Also musste noch ein neues Schneideblatt her. Diesmal fiel die Wahl auf die „Cedima EC-110“ – angeblich der Geheimtipp. Preislich lag die Scheibe im unteren Drittel; d.h. das Teil gibt es schon für um die 20€. EC steht für Easy Cut .. und … JA! Das stimmt! Ich möchte jetzt nicht vom warmen Messer sprechen, dass durch die Butter gleitet, aber im Vergleich zu den vorherigen Versuchen ging’s jetzt ganz einfach und die Schnittkanten waren super sauber und ohne Splitter!

Der Nassschneider war jedoch nicht das einzige Hilfsmittel, das zum Einsatz kam. Wie Ihr sicher schon auf dem ein oder anderen Foto gesehen habt, haben wir ein System verwendet, das dafür sorgt, dass der Boden möglichst plan wird und die Übergänge zwischen den Fliesen auf der gleichen Höhe sind. Im Fachjargon spricht man von der Vermeidung von Überzähnen 😀
Das sieht das ungefähr so aus:WP_20140408_009

Während man die Platten verlegt setzt man an die Übergänge zwischen den Fliesen so genannte Laschen ein. Diese haben eine Grundplatte und die auf dem Bild zu erkennende Lasche, die heraus ragt. Durch die 2mm dicke Lasche hat man gleichzeitig eine Art Abstandshalter, so dass man sich ggf. sogar Fliesenkreuze sparen könnte.
Hat man ein paar Platten verlegt, dann schiebt man Keile in die Öffnungen der Lasche und zieht diese mit einer speziellen „Zange“ fest. Dadurch werden beide Platten auf die gleiche Höhe gebracht. Gleichzeitig wird die Fliese in ihr Mörtelbett gedrückt.

Nach Aushärtung des Fliesenklebers (wir haben immer 1-2 Tage gewartet!) werden die Laschen, die eine Sollbruchstelle am Übergang Lasche / Bodenplatte haben, abgetreten. Das geht eigentlich ganz leicht und klappt in 95% der Fälle.
Aber genau hier liegt auch das Problem: drückt man den Keil zu tief / fest in die Lasche, dann bricht das ganze Konstrukt an der Sollbruchstelle. Das passierte uns bestimmt in 5% der Fälle – klingt nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass wir ca. 1000 (!!!) Laschen verarbeitet haben, dann ist die Stückzahl doch nicht unerheblich.
Das zweite Problem auf das man unweigerlich stößt: der Fliesenkleber quillt, je nachdem wie viel man „zu viel“ unter die Platten gepackt hat, an den Fugen heraus. Im Normalfall kratzt man das einfach mit einem Holzkeil oder einem alten Schraubenzieher heraus. Dort wo Keil und Lasche sitzen ist das natürlich nicht möglich. Das darf man dann im Nachhinein, wenn alles hart geworden ist, auskratzen. Ich wiederhole: wir haben ca. 1000 Laschen verarbeitet … noch Fragen? 😉

Trotzdem würden wir das System jedem empfehlen, der sich an das Thema „Feinsteinboden selbst legen“ wagt und keinen Fliesenleger in der Familie hat 🙂
Das System nennt sich Raimondi Levelling System bzw. Planfix Nivelliersystem. Man findet es auch beim größten Deutschen Versandhandel, allerdings nicht zum besten Preis…
Hier noch ein Video, das die Funktionsweise des Systems verdeutlicht.

Apropos Preis – das System ist nicht ganz billig. Das Set mit 500 Laschen, 100 Keilen und der Zange kostet um die 60 €. Die Keile können mehrfach verwendet werden. Allerdings sind 100 Stück etwas wenig, wenn man bedenkt, dass man pro 70x40cm Bodenfliese 8-10 Laschen / Keile braucht. Außerdem sind uns beim abtreten der Laschen einige Keile kaputt gegangen.
Oder anders gesprochen: wir haben noch einmal 1000 Laschen und 100 Keile nachbestellt. Pro Lasche kann man mit ca. 10 Cent rechnen – pro Keil mit ca. 25 Cent.

Natürlich haben wir beim Übergang in andere Räume nicht über die Dehnfugen des Estrichs gefliest. Auch wenn da die Meinungen auseinander gehen und selbst einige Fliesenleger der Meinung sind man könnte problemlos über Dehnfugen fliesen – wir haben uns hier für schicke, aber teure Alu-Übergangsprofile des Herstellers Schlüter entschieden. Die sehen sehr edel aus. Allerdings gibt’s die im Versandhandel nur in 2,50m Länge. Das treibt die Versandkosten natürlich in astronomische Höhen! Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch entsprechende Randprofile (z.B. zur Haustüre) und Edelstahl Übergangsprofile für alle weiteren Übergänge im Haus bestellt.
Dass läppert sich dann doch ganz schön…

Während des Endspurts stießen wir dann doch noch auf ein kleines Problem. Eigentlich wollten wir den Flur so fliesen, dass wir am Ende quasi rückwärts bis zur Haustüre fliesen. Jetzt stehen die Laschen des gewählten Systems locker 3-4cm aus dem frisch verlegten Boden heraus. Ergo: die Haustür lässt sich im Leben nicht mehr öffnen / schließen und bleibt an den Laschen hängen.  😯
Also haben wir bis auf 2 Reihen zur Tür alles verlegt und trocknen lassen. Einen Tag später haben wir den Rest bei geschlossener Haustüre verlegt und das Haus über die Terrasse verlassen 😉

Mit unbändiger Freude wurden die letzten Laschen abgetreten und zusammengekehrt!
Jetzt geht es in den Endspurt – dachten wir zumindest. Zuvor mussten „nur“ noch die Fugen gereinigt / ausgekratzt werden. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön samt Kuss an die Bauherrin, die mehrere Vor- und Nachmittage auf Knien über den Boden gerutscht ist um die Fugen mit Holzkeil und Wasser sauber zu kratzen!!!!!
Anschließend wurde verfugt. Wem das Verlegen der Platten schon keinen großen Spaß macht, der wird spätestens beim Verfugen an den Rand des Wahnsinns getrieben! Beim Fliesenkleber hat man 90 Minuten Zeit um die angerührte Masse zu verarbeiten. Bei der Fugenmasse sind es maximal 30 Minuten – dazu kommt dass die Masse zu Beginn gefühlt zu dünnflüssig ist und man manche Fugen im zeitlichen Abstand einiger Minuten ein zweites Mal füllen muss. Gegen Ende der 30 Minuten wird die Masse immer härter und nähert sich in Konsistenz und Beschaffenheit einem erkaltenden Griesbrei! Unglaublich!
Bei uns führte das nicht nur zu Frust, sondern auch dazu, dass wir mehr Fugenmasse brauchten als geplant, da man eigentlich immer etwas zu hart gewordene Masse entsorgen musste. 🙁

Am Ende dürfen wir stolz verkünden: wir glauben nicht, dass das Ergebnis besser geworden wäre, wenn uns ein Fliesenleger die Arbeit abgenommen hätte. Der Stolz, der einen packt, wenn man „sein Werk“ betrachtet ist unglaublich. Das kann man nicht in Worte fassen 🙂
Andererseits hätte eigentlich jeder den donnernden Schlag des Steins hören müssen, der uns vom Herzen gefallen ist, als der letzte Arbeitsschritt (Zementschleier entfernen) erledigt war 😉

Resümee:
Lohnt sich das wenn man das selber macht? Wir würden sagen: JA! Und … auch wenn uns der geduldige Leser jetzt zum potentiellen Kandidat für die Einweisung in die nächst gelegene Nervenheilanstalt macht: wir würden es wieder tun! Das hat 2 essentielle Gründe: man kann Geld sparen UND die Bindung zum eigenen Haus ist wesentlich höher als wenn man alles machen lässt … A-B-E-R … das ganze hat natürlich auch eine Kehrseite: die finanziellen Einsparungen sind nicht so groß wie anfänglich erwartet und man muss in der komfortablen Situation sein, dass man sich viel Zeit für den Innenausbau nehmen kann. Hat man die „alte“ Wohnung schon gekündigt und nur noch wenig Zeit, dann sollte man das gar nicht erst in Erwägung ziehen!

Wie sieht der finanzielle Vergleich aus?
– Feinsteinzeug, Fliesenkleber, Fugenmasse, etc.  ca. 3.000 €
– Fliesenschneider + zusätzliche Schneidblätter: 200 €
– Übergangs- und Anschlussprofile 125 €
– Grundierung 150 €
– Planfix Nivelliersystem 200 €
– Werkzeug (Mörtelrührstab, Kellen, Fliesenkreuze,etc.) 100 €
– ein Paar neue Schuhe 50 €

Macht in Summe: 3825 € – sagen wir mal 4.000 €

Ein Paar neue Schuhe!?! Ja, sicher! Die Schuhe des Bauherren hatten es am Ende wirklich hinter sich und waren zu nichts mehr zu gebrauchen 🙂
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Kommen wir zur Frage, die uns während der Arbeiten häufiger gestellt wurde und die wir uns auch selbst oft gestellt haben: Warum haben wir nicht einen Fliesenleger angerufen? Der hätte uns das doch in ein paar Tagen fertig gemacht und gut is‘!

Die Fliesenleger, die wir gefragt hatten, wollten ohne Material alle um die 35€ pro m². Nachdem sie erfahren haben, dass es sich um 1cm „dicken“ Feinstein handelt musste der Preis wegen höherer Abnutzung der Maschine auf 40€ pro m² abgehoben werden. Als man dann noch hörte, dass die Längsseite 70cm lang ist, stieg der Preis um weitere 5 € pro m² auf stolze 45€ pro m² gefliestem Boden OHNE Material. „Da muss ich mir eine geeignete Maschine besorgen / leihen“ hieß es von den meisten Fliesenlegern.  Pfffffffff…  🙄
Bei unseren knapp 80m² wäre das ein stolzer Betrag von um die 3600 € plus eben nochmal die Materialkosten von knapp 4000€ geworden.
Dann hätten wir die Arbeiten auch gleich von WeberHaus machen lassen können!

Das ist dann auch unser Fazit: entweder man macht es (wie wir) selbst, man hat einen Fliesenleger in der Verwandtschaft oder man lässt die Arbeiten gleich von WeberHaus durchführen!

Hier noch ein paar Impressionen vom Abenteuer „Lass‘ uns mal selbst den Feinsteinboden verlegen“:

 

Böden im EG – Teil 1

Auch wenn das Kapitel „Bodenbeläge“ bzw. „Böden“ eigentlich schon abgeschlossen ist, wollen wir Euch dieses nicht vorenthalten.
Jetzt, wo wir umgezogen sind und wie so viele (Ex-)Bauherren in ein Motivationsloch gefallen sind, nehmen wir uns die Zeit um die überfälligen Berichte nachzutragen. Während der „heißen Phase“ der Eigenleistungen, der so genannten Muskelhypothek, blieb kaum Zeit um den Blog aktuell zu halten 🙁

In einem Anfall leichter Überheblichkeit / Naivität beschlossen wir schon vor langer Zeit, nämlich nach dem Erhalt der Kosten für Ausstattung (auch Mehr-/Minderkostenrechnung genannt), Angebote anderer Firmen einzuholen bzw. den Bodenbelag in Eigenregie zu verlegen. Ein Besuch beim nahe gelegenen Fliesenoutlet bekräftigte uns in der Entscheidung die Position „Bodenbelag im Wohn-/Esszimmer, Diele und Technikraum“ aus der Mehr-/Minderkostenrechnung herausnehmen zu lassen. Insgesamt sprechen wir hier von einer Fläche von knapp 80m²!
Bei der Ausstattungsberatung hatten wir uns für Feinsteinzeug der Firma Steuler entschieden (wie schon berichtet). Das Material hat(te) einen Listenpreis von ca. 37€ pro m². WeberHaus wollte für die Fliesenarbeiten inkl. aller hierfür nötigen Tätigkeiten und Sockelleisten aus Holz von uns einen hohen, vierstelligen €-Betrag.
Im Fliesenoutlet bekamen wir den Boden für etwas mehr als 30€ pro m² – Multiflexkleber, Fugenmasse, Sockelleisten aus Holz, Leistenklipps und Anlieferung lagen wir dort bei unter 3.000€ !
Also … kurz überlegt … und … Yepp … machen wir selbst! 🙂

Warum auch immer, wir wissen es selbst nicht mehr so genau, haben wir erst Decke und Wände fertig gemacht und dann mit den Bodenbelägen angefangen. Jedenfalls war unser großer Wohn-/Essbereich wochenlang eher ein Werkzeug- und Materialager. Also musste das vor dem ersten Arbeitsschritt leer geräumt werden. Hier wurde uns zum zweiten Mal klar was für eine Herausforderung auf uns zukommt. Der erste Schock kam schon bei der Anlieferung des Materials … soooooo viel und sooooooooo schwer 😉
Der zweite Schock folgte beim Anblick der großen Fläche im – nun leer geräumten – Wohnzimmer 😯

Aber – es hilft ja alles nichts! Im ersten Schritt wurde grundiert. Die Grundierung haben wir aus Kostengründen im Internet bestellt. Aufgrund eines Transportschadens der ersten Lieferung und einer großzügigen Nachlieferung des Verkäufers hatten wir ca. 33% mehr Grundierung als berechnet / ursprünglich bestellt. Oder anders formuliert: wir mussten nicht sparen 😉
Nach dem Motto „sicher ist sicher“ oder „viel hilft viel“ wurde zwei Mal grundiert. Das Zwischenergebnis, direkt nach dem 2. Grundiervorgang, seht Ihr in den Bildern am Ende des Beitrags. Sah aus wie verschüttete und verteilte Schlumpfsuppe 😎

Auch wenn sich der Bauherr um den Start der Fliesenarbeiten drücken wollte und immer anderen Tätigkeiten den Vorzug gab: irgendwann musste es los gehen!
Also „kurz“ Gedanken gemacht und dann ging es auch „schon“ los. Mit den ebenfalls erworbenen, günstigen Nassschneider wurden die ersten Fliesen zugeschnitten und dann wurde „schnell“ der Fliesenkleber angerührt.
Am Ende des Tages hatten wir 9,5 Platten (also ca. 2,5 bis 3 m²)  unseres Feinsteinzeugs verlegt. 😯
Oder anders formuliert:
Feinsteinzeug 1 – Bauherren 0
Muskelkater 1 – Bauherren 0
usw.

Am Ende des folgenden Wochenendes waren die ersten beiden Reihen (je 16 Platten) verlegt. Allerdings waren wir etwas verwirrt / erschrocken: der Plan sah so aus, dass wir im südlichen Bereich des Wohnzimmers anfangen wollten zu fliesen und die Startfliese so zuschneiden wollten, dass die „Überstände“ an den Terrassentüren (ca. 5cm) vorhanden sind, wenn wir in diese Bereiche kommen. Sprich: da wo keine Terrassentüre ist werden 5cm abgeschnitten. Im Bereich der Türen wird dann nichts abgeschnitten.
Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Da die Fenster weniger dick als die Mauer sind und ca. in der Mitte der Mauertiefe eingebaut sind, muss man für die Stellen, die in der „hochprofessionellen CAD-Zeichnung“ rot eingekreist sind, mehr Fliesenfläche einplanen. Sonst hat man hässliche Fugen direkt vor den Terrassentüren:
Herausforderung Feinsteinzeug

D.h. fängt man oben rechts an zu fliesen, dann muss man die Fliesen an der pink markierten Stelle jeweils 5cm abschneiden, damit man diese 5 cm am Fenster zur Verfügung hat. Verlegt man im Halbverband, dann muss man in der 2. Reihe eben 5cm mehr abschneiden und nicht nur halbieren, damit alles passt.
Klingt alles kompliziert, aber mit einer kleinen Zeichnung ist doch alles verständlich, oder? 🙂

Beim der ersten Türe, die schon nach der 3. Fliese folgte, ging der Plan auf. Am anderen Ende des Raums, im Küchenbereich, fehlten uns ca. 4cm zwischen Türe und Fliese. Hatten wir sooooo schief gefliest??? 🙁
Wenn das so wäre – wieso mussten wir „am Ende“ der jeweiligen Bahn 100% gerade (ab-) schneiden?!? Wenn wir schief gelegt hätten, also quasi von der Wand weg, dann hätten wir die kurze Kante an der letzten Fliese der Reihe doch auch „krumm“ abschneiden müssen? Merkwürdig…
Die Antwort: NEIN – wir haben NICHT schief gefliest! Der Erker bzw. die Wände links und rechts vom Erker sind einfach nicht symmetrisch! Damit hätten wir nicht gerechnet!
Entweder ist eine Wand 3cm dicker oder die Wand steht näher in den Raum als die andere! Das „Phänomen“ konnte mit einer Dachlatte recht leicht nachvollzogen werden: liegt die Dachlatte plan an der einen Wand auf, dann fehlen auf der anderen Seite knapp 3cm…
Egal – lässt sich nicht mehr ändern! Da mussten wir improvisieren und am Ende schmale Stücke einsetzen.

Ab der 3. Bahn ging die Arbeit irgendwie leichter von der Hand – trotzdem geht das derart auf den Körper, dass man als unerfahrener Laie nicht mehr als ca. 20 bis max 30 Bodenfliesen pro Tag verlegt bekommt. Umgerechnet sind das ungefähr 6 bis 8,5 m².
Bei einer Gesamtfläche von ca. 80m² und der Tatsache, dass es viele Stellen gibt an denen „gefrickelt“ werden muss, kann sich jeder ausrechnen wie viele Nachmittage und Abende man im Haus verbringt…

Eine witzige Erkenntnis dabei: man stellt fest, dass man vom eigenen Geist getäuscht wird! Am Anfang geht man frustriert nach Hause und denkt sich „Man! Da brauchen wir ja Monate!“. Und sobald man sich der Hälfte des Raums annähert, dann dreht sich der Eindruck um und man meint man wäre in wenigen Stunden fertig!
Realistisch betrachtet stimmt weder das Eine noch das Andere! 😉

Irgendwann streikte dann der Fliesenschneider und wir mussten das Schneideblatt ersetzen um voran zu kommen. Mehr hierzu und wie das Ergebnis letztendlich  aussieht erfahrt Ihr im nächsten Bericht! 🙂

Jetzt aber noch ein paar Bilder:

Umzug mit Katzen

Ja das ist wirklich ein Thema was uns im Vorfeld enorme Kopfschmerzen bereitet hat.
Wir haben zwei kleine Samtpfoten: eine kleine Katzendame namens Smila und einen Kater namens Tigger. Smila ist eigentlich eher ein kleiner Hund. Sie muss immer und überall dabei sein, rennt einem immer hinterher und ist total anhänglich.
Tigger ist eher der schüchterne Typ, kommt Besuch, verschwindet er sofort und anfassen darf man ihn nur, wenn er von allein kommt. Auf den Arm nehmen…neeee, das mag er gar nicht. Ein kleines Sensibelchen.
Besonders er hat uns große Sorgen gemacht.
Wir haben im Vorfeld natürlich mit der Tierärztin gesprochen und auch diverse Literatur gewälzt. Einig waren sich die „Quellen“, dass die Katzen nach dem Umzug erstmal mindestens zwei Wochen im Haus bleiben müssen und nicht nach draußen dürfen, da sonst die Gefahr besteht, dass sie zur alten Wohnung zurück laufen.
Bei unserer Katze kein Problem…beim Kater haben wir da schwarz gesehen. Der bleibt doch nie im Leben zwei Wochen im Haus…wir haben schon damit gerechnet, dass wir ihn mehrmals im alten Zuhause wieder einsammeln müssen.
Wirklich schwierig waren dann allerdings ganz andere Sachen. Empfohlen wurde, die Katzen während des Umzugs bei Nachbarn oder Freunden unterzubringen. Oder in einen Raum einzusperren, den abzuschließen und sie erst ganz zum Schluss ins neue Zuhause zu bringen. Eben erst wenn dort schon alles fertig ist, weil Katzen sehr allergisch auf noch so kleine Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren.
Ich hab mich dann gefragt, wie lange die Katzen denn bitte in dem Raum bleiben sollen? Wenn man kein Umzugsunternehmen beauftragt, dann ist es doch nahezu unmöglich innerhalb eines Tages alles in Kisten zu verstauen, umzuziehen und abends dann auch alles schon wieder komplett eingerichtet zu haben.
Wir haben dann einfach aus dem Bauch heraus entschieden. Kisten haben wir immer schon nach und nach gepackt und auch schon teilweise ins Haus gebracht.Wichtig war uns hier, dass die nicht in der Wohnung rumstehen und die Katzen sie nicht wirklich wahrnehmen. Am Umzugstag haben wir unsere Smila, mit allem was sie braucht, im Schlafzimmer eingeschlossen. Den Kater haben wir einfach wie immer raus gelassen und das war genau die richtige Entscheidung. Er war so panisch und fertig, als die ersten Leute aufgetaucht sind und dann auch noch der LKW da war, der war froh, dass er sich im Garten verstecken konnte. Als es dann abends wieder ruhiger war, die fremden Leute weg waren, ist er von ganz alleine wieder angekommen und wir konnten die beiden Fellnasen ohne Probleme in ihre Transportkäfige sperren und mit ins neue Haus nehmen.
Smila hatte eigentlich überhaupt keine Probleme mit dem Umzug…hauptsache ihre Menschen, Futter, Wasser und ein Katzenklo waren da, mehr braucht sie nicht.
Tigger war zwar nicht tiefenentspannt, aber es war schon sein dritter Umzug und dieser ist mit Abstand am entspanntesten verlaufen. Klar, er hasst die Transportboxen und die 10minütige Fahrt ins neue Zuhause wurde von jammernden und klagendem Miauen begleitet. Auch im Haus hat er sich die erste Woche fast ausschließlich oben im Schlafzimmer oder Bad aufgehalten, aber er hat nicht gejammert und ist abends auch wie immer schmusen gekommen. Nach einer Woche hat er dann erste Erkundungsrundgänge im Haus unternommen und auch mal aus den Fenstern oben geschaut…anfangs waren ihm die bodentiefen Fenster gar nicht geheuer ;).
Was wir absolut empfehlen können sind Pheromonstecker (entweder/oder)…wir haben sie schon vor dem Umzug sowohl in der alten Wohnung, als auch im Haus eingesetzt und sind der Meinung, dass sie unseren Vierbeinern absolut geholfen haben. Vorallem bei Tigger kann ich das ganz gut beurteilen…zwei Umzüge ohne Pheromonstecker waren wirklich stressig, sowohl für mich, als auch für ihn. Jetzt war er nicht glücklich, aber wesentlich entspannter und die Eingewöhnung war viel einfacher.

Was wir jedem Katzen-/Tierbesitzer empfehlen können: Ihr kennt eure Lieblinge am Besten, nicht einfach blind das machen, was man so liest, sondern individuell entscheiden. Für unsere Katzen war unsere Taktik die wohl stressfeiste Variante und sie haben sich mittlerweile auch gut eingelebt…obwohl noch nicht alle Kisten ausgepackt sind und obwohl sie in einige Räume auch noch nicht wirklich rein dürfen :).
Tigger geht mittlerweile auch raus…zwar noch nicht die ganze Nacht, dafür ist er noch zu unsicher, aber ich bin optimistisch, dass sich das auch bald alles einspielt…und wir dann auch endlich wieder durchschlafen können 😉