Eigene Zufahrt: ja / nein / vielleicht

Vor langer, langer Zeit, als wir noch zur Miete wohnten und weder Haus noch Schulden hatten, saßen wir bei der Stadt und diskutierten über die Zufahrt zu unserem Grundstück, Leitungs- und Wegerechte.
Damals sollten wir eine gemeinsame Zufahrt mit unserem südlichen Nachbarn bekommen. Auf jedem Grund sollte ein 2m breiter Weg liegen. Beide Nachbarn tragen sich gegenseitig und notariell beurkundet Leitungs- und Wegerechte ein, man einigt sich auf die gleiche oder zumindest passende Oberflächenwahl des geteilten Wegs, etc.

Alles eigentlich kein Ding, mit der Ausnahme, dass es unseren zukünftigen, südlichen Nachbarn zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gab.
Dafür war aber klar, dass der nächste Bauherr, also der Nachbar von unserem südlichen Nachbar eine eigene, 3m breite Zufahrt bekommen sollte.

Ach ja: warum überhaupt das ganze Gezappel mit der eigenen Zufahrt? Ganz einfach: „vor“ unserem Haus befand sich vor ca. 6 Jahren eine große, offenbar geliebte Weißdornhecke. Diese wurde im Zuge der Vermarktung der Grundstücke jedoch „auf Stock“ zurück geschnitten, wobei die ausführende Firma unter „Stock“ wohl die Wurzel meinte. Zum Zeitpunkt des Kaufs bestand diese „schützenswerte Hecke“ aus 20% Holundersträuchern, 50% wilder Brombeere und je 15% Brennnessel und 15% Disteln. Weißdorn suchten wir vergebens! Das hat mit der ursprünglichen Hecke nicht mehr viel zu tun, aber … in den offiziellen Plänen ist das noch so verzeichnet und deshalb ist das per Definition eine schützenswerte Hecke. Punkt.
Und deshalb darf die auch nur minimalinvasiv durchbrochen werden.

Wir waren in der Zeit, als wir eigentlich den Bauantrag stellen wollten, mehrere Male unterwegs und hatten versucht eine Änderung zu bewirken. Es müsste doch möglich sein, dass jeder Nachbar eine 3m Zufahrt bekäme. Die 2m (in Summe) reißen es doch nicht raus. Am Ende wollten wir das Problem sogar an den nächsten Nachbarn weiter reichen und hatten vorgeschlagen, dass man die 4m breite, geteilte Zufahrt auf die Nachbarn schiebt und uns die 3m gibt. Ja von wegen… böse Bauherren (*schäm*)

Im letzten Spätsommer trafen wir einige potentielle Nachbarn am Grundstück an, mit denen wir uns auch nett unterhielten. Ein sehr interessiertes Pärchen sprach davon, dass man sich für beide Grundstücke interessieren würde und dass man ggf. schon einen Käufer für das andere Grundstück hätte (Details lassen wir jetzt einfach mal weg). Jedenfalls wäre man sehr daran interessiert, wenn man die Zufahrt beider Grundstücke zusammenlegen könnte. Bedeutet im Umkehrschluss: wir bekämen eine eigene Zufahrt in 3m Breite.
Damals haben wir diese Aussage noch belächelt…

Mehr als ein halbes Jahr später, wir beschäftigen uns so langsam doch mal mit der Außenanlage, stellt sich natürlich die Frage: was ist denn nun mit Zufahrt? Eins ist klar: pflastern wir jetzt unseren Teil der Zufahrt und den Bereich am Haus, dann steht spätestens 2 Wochen später der 40-Tonner von Nachbars Baufirma in unserer „gemeinsamen“ Zufahrt, so dass wir das in 6 Monaten neu machen dürfen.
Leider gibt es halt auch diese verflixten Abhängigkeiten: um die „Renaturierung“ / „Aufforstung“ der schützenswerten Hecke vor unserem Haus brauchen wir uns nicht kümmern, so lange wir nicht wissen wie weit die Hecke am Ende gehen soll. Da geht es nicht nur um eine Fläche der Dimension 5x18m, sondern auch um einen kleinen Hügel mit ca. 1m Höhendifferenz zur Straße / Garageneinfahrt. Da gräbt man nicht mal eben 1m Breite per Hand ab, falls man 1m mehr Zufahrt „bekommt“.

Also … kurz bei der Stadt nachgefragt und … tataaaaaaaa… „Sie bekommen eine eigene Zufahrt!“

Nicht, dass wir uns da nicht darüber freuen, aber … das steht doch garantiert nicht erst seit dem Tag unserer Anfrage fest. Hätte man uns da nicht mal informieren können? Dann hätten wir das Thema Hecke + Garten schon im Herbst / Winter angehen können.

Muss man das verstehen???