Regenfall- bzw. Standrohre

Das Thema müsste eigentlich jedem Bauherren bekannt vorkommen. Bei WeberHaus steht in der Leistungsbeschreibung unter Punkt 13 Sanitärinstallation „Anschluss der Regenfallrohre an die Grundleitung“.

Ob das jetzt Interpretationsspielraum lässt oder nicht sei einmal dahingestellt. In anderen WeberHaus Baublogs haben wir jedenfalls gelesen, dass es ähnlich lief wie bei uns: die Regenfallrohre endeten Pi mal Daumen an der Unterkante der Hauswand also am Übergang Haus zur Bodenplatte.

Da man während der Bauphase allerdings besseres zu tun hat als sich um diese „Lappalie“ zu kümmern, sind wir irgendwann einfach in den nächsten Baumarkt gefahren und haben eine paar KG Anschlussrohre und -Winkel gekauft. Kostet ja quasi nix.
Und mit einer scharfen Säge und etwas Fett sind die offenen Enden schnell an den, bei uns, leicht versetzten Kanalgrundrohren angeschlossen.
Wer will schon, dass sich bei Regen rund um das Haus riesige Pfützen bilden. Wer weiß was da alles passieren kann 😉

Soweit so gut … ABER: erstens sind diese orange-braunen KG-Rohre (Kanalgrund-Rohre) nicht gerade unauffällig und zweitens ist das Material so gar nicht UV-beständig, wird spröde und bricht oder zerbröselt relativ schnell. Und die optisch weniger auffälligen, grauen HT-Rohre (Hochtemperatur-Rohre) sind eigentlich nicht für den Außeneinsatz zugelassen, auch wenn es da offenbar nur um fehlende Druckbeständigkeit geht, wenn man das Rohr z.B. im Erdreich vergräbt.
Also muss Titan-Zink, Kupfer oder Edelstahl her. Bei uns: Zink – genauso wie die Fallrohre eben. 😉

Wenn der Übergang zwischen Fallrohr und Kanalgrundrohr allerdings so aussieht, dann hat man ein Problem:

Das war die "kurzfristige Lösung"

Das war die „kurzfristige Lösung“

Einfach nur ein Stück Regenfallrohr kaufen, zurechtsägen und einsetzen wäre ein Lösungsansatz, allerdings wollten wir das nicht, da wir doch sehr ländlich / idyllisch wohnen und im Herbst einiges an Laub „in der Luft“ haben.
Kurz gesagt: wir wollten eine Revisionsöffnung, die es uns erlaubt das Rohr zu spülen / reinigen ohne auf Dachrinnenhöhe steigen zu müssen.
Es musste also ein Standrohr mit Revisionsöffnung her!

Da man so ein Standrohr mit seiner Wandstärke von 2-3mm nicht „mal eben“ durchtrennt, ist es von Vorteil, dass es auch 0,5m lange Standrohre gibt.
Jetzt mag der ein oder andere Leser den Einwand erheben dass man das mit einer Flex / einem Trennschleifer locker schneiden könne. Ja, das ist korrekt. Allerdings verbrennt bei der entstehenden Hitze die Verzinkung im Bereich des Schnitts. Sprich: irgendwann rostet das Fallrohr…

Bei der Suche nach Standrohren sind wir auf einige wenige Hersteller gestoßen. Da gibt es eklatante Preisunterschiede von bis zu 250%! Wir haben uns für Standrohre im humanen Preissegment von knapp 30€ pro Stück entschieden.

Als die bestellten 0,5m lange Fallrohre eintrafen, stießen wir auf das nächste Problem: von den Größen her passt alles. Aber: am unteren Ende des Standrohrs ist der Durchmesser minimal kleiner als der Durchmesser eines ganz normalen KG-Rohrs. In der Montageanleitung steht dazu: stecken Sie das Ende des Standrohrs einfach einige cm in das Ende des KG-Rohrs (ohne Muffe!).
Versucht man das Standrohr in ein Rohr mit Muffe zu stecken, dann rutscht das Standrohr mal eben 10 bis 15 cm in das KG-Rohr, bis es sich irgendwie verkantet. Außerdem bleibt ein kleiner Spalt zwischen KG-Rohr und Standrohr. Da rieselt natürlich fröhlich der Schmutz rein. So geht das also nicht!
Dumm nur, dass unser Rohr im Boden mit einer Steckverbindung, also Muffe endet und dass es sich direkt um ein Winkelstück handelt. Da kann man nicht die kleine Metallsäge zücken und den Muffenteil absägen.
Was möglich wäre: man nimmt ein Stück KG-Rohr und schneidet einfach ein paar cm (z.B. 15cm) ab und steckt das in die Muffe. Das Standrohr muss dann mit Standrohr schelle fest mit der Wand / dem Sockel verbunden werden, damit das Standrohr nicht tiefer rein rutscht. Dann hat man eine feste und dauerhafte Verbindung.
Aber: habt Ihr schon mal die Schrauben / Anker der Standrohrschellen gesehen? Puuuuuuh… DAS wollte ich dann nicht ins Haus hämmern / schrauben.
Zum Glück hat der Premium-Hersteller für Standrohre (und offenbar nur dieser) einen entsprechenden, voll verzinkten Adapter im Programm, den man auf der einen Seite fest mit dem Standrohr verbinden kann und den man auf der anderen Seite in das Muffenstück eines KG-Rohrs stecken kann. Prima!
Vorteil: Problem gelöst!
Nachteil: kostet ordentlich Aufschlag! Noch mal 30 € pro Stück zzgl. 5 € für einen Dichtgummi!
Die Lieferung ging sehr fix, so dass wir darauf hoffen konnten, dass wir an das Thema „Standrohre“ bald einen Haken machen konnten:

Übergangsstücke eingetroffen

Übergangsstücke eingetroffen

Die Standrohre konnten damit relativ problemlos angebracht werden. „Relativ“ deshalb, weil man schon etwas tiefer graben muss um die Ausgleichwinkel anbringen zu können. Das ist natürlich nur dann erforderlich, wenn zwischen Fallrohr und Kanalgrundrohr ein Versatz vorliegt. Bei uns war das bei allen 3 Stellen der Fall. 😕
Zusätzlich mussten wir die Fallrohre jeweils um 10 bis 20 cm kürzen, damit das Standrohr eingesetzt werden konnte.
Aber dann war es soweit:
Erstes-Standrohr

Eigentlich war alles gut … bis der erste Regen kam. Da bemerkten wir einen dunklen Fleck rund um den angeschütteten Split. Ziemlich schnell war auch klar woher der kam: es tropfte aus der Revisionsklappe. Zwar nur bei 2 der 3 Standrohre, aber … ne, das geht gar nicht!
Alle unsere Versuche die Klappe, die mit 2 in das Rohr ragende Schrauben und einem Dichtgummi um die Öffnung versehen ist, dicht zu kriegen, schlugen fehl. Wir vermuteten, dass das herabfallende Wasser auf die ins Rohr ragende Schraube traf und das Wasser daran nach draußen sickerte. Letztendlich tropfte es dann vom Deckel.
Als dauerhafte Lösung war uns das zu blöd. Deshalb nahmen wir Kontakt mit dem Lieferant auf und vereinbarten den Tausch gegen das neue Modell, bei dem das Problem angeblich nicht mehr existiert.
Der Ersatz wurde auch kurzfristig geliefert. Allerdings nicht in der 0,5m Variante sondern in der 1,0m langen Variante.
Puh … 🙁

Also … Zeit für einen endgültigen Cut. Die günstigeren Standrohre gingen komplett wieder zurück. Vorher mussten aber die Adapter des Premium-Herstellers wieder runter. DAS war mal eine Herausforderung 🙁
Ich glaube wir haben pro Standrohr knapp 30 Minuten mit Holzkeil, Öl und Hammer geklopft, bis sich das Teil endlich löste!
uebergang-abklopfen
Dann bestellten wir die passenden Standrohre vom Premium-Hersteller. Der Preis lag natürlich deutlich über dem Preis der ursprünglichen Lösung.
Dafür hat damit alles sofort gepasst und es ist auch absolut dicht! Wir wissen nicht, ob der Premium-Hersteller ein Patent auf deren Lösung für die Revisionsöffnung hat, aber diese Lösung scheint auf den ersten Blick die beste Lösung zu sein!
Sieht doch gut aus, oder?

Standrohr-endgueltig

Manchmal bewahrheitet es sich dann doch: wer billig kauft, kauft zweimal!

Für alle, die vor ähnliche Probleme gestellt werden: wir können Euch den Online-Shop von Dach-Teufel wärmstens empfehlen! Das gilt vermutlich nicht für alle Zeit, aber zum Zeitpunkt unserer Bestellung (Ende Juni 2015) war das ein sehr günstiger Online-Shop für Dachrinnenzubehör und Regenfallrohre mit sehr raschem Versand!

Und gleich noch ein Tipp: wenn Ihr zwischen Kanalgrundrohr und Ende des Fallrohrs einen größeren Abstand habt, dann schaut Euch mal die Standrohre vom Hersteller Grömo an! Da gibt es ein 1m langes Standrohr mit Reinigungsöffnung, Standrohrkappe auf der einen Seite und passendem Anschluss an ein KG-Rohr auf der anderen Seite. Und das für um die 40€ – auch im oben genannten Shop!
Hätten wir sofort genommen, wenn wir das 1m große Standrohr irgendwie ans Haus bekommen hätten…
Aber vielleicht können wir auf diese Art anderen Bauherren helfen 🙂

Halteverbot auf unserer Straßenseite

Wir haben es ja schon mal kurz angeschnitten…seit April ist auf unserer Straßenseite absolutes Halteverbot.
Unser Grundstück liegt direkt gegenüber einer Grundschule. Uns war von Anfang an klar, dass das eben auch heißt, dass man die Schulglocke hört, dass man die Kinder in den Pausen hört und das eben auch zu gewissen Zeiten mehr los ist, wenn Kinder gebracht oder abgeholt werden.
Was uns allerdings nicht klar war…es wimmelt nur so von sogenannten „Helikopter-Eltern“. 🙂
Während wir noch zu Kindergarten und Schule gelaufen sind, scheint es so, als wird hier nahezu jedes Kind von den Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren. Ob es im Dorf wohnt oder nicht. Klar, seit es die freie Wahl der Grundschule gibt und man nicht mehr auf bestimmte Einzugsgebiete achten muß, kann man den Schwerpunkt auf andere/individuellere Kriterien legen. Nachteil ist eben, dass man unter Umständen einen längeren Schulweg in Kauf nehmen muß.
Während wir noch mit dem Bus gefahren sind, übernehmen den Fahrdienst heute Eltern und Großeltern. Aber nicht in Fahrgemeinschaften, sondern jeder einzeln für sich allein.
Letztlich wäre uns das egal…wie gesagt uns war klar, dass es eben zu gewissen Stoßzeiten auch ein höheres Verkehrsaufkommen gibt und wir sind einfach auch der Meinung, dass jeder sein Leben so leben soll, wie er mag. Selbiges gilt natürlich auch für die Kindererziehung!
Das Verständnis hört allerdings auf, wenn man uns für dumm verkaufen will oder sich einfach nur unmöglich benimmt.
So ist es z.B. mehrfach vorgekommen, dass wir nicht mehr aus unserer Einfahrt gekommen sind, weil diese als Parkplatz genutzt wurde. Richtig blöd wird es, wenn die Eltern/Großeltern gar nicht mehr im Auto sitzen, sondern irgendwo vor der Schule stehen und quatschen, bzw. in der Schule drin sind. Oder einfach so tun, als würden sie uns nicht sehen/hören.
Anfangs haben wir es mit viel gutem Zureden versucht und haben uns fast noch dafür entschuldigt, dass wir zur Arbeit oder einkaufen (etc.) mußten.
Nachdem wir dann aber von einigen Eltern dumm angemacht worden sind, bin ich jedes Mal im Auto sitzen geblieben und habe wie wild gehupt, bis jemand gekommen ist und das Auto weggefahren hat. Und da war es mir dann auch total egal, dass sich unter Umständen ein ewig langer Rückstau gebildet hatte.
Gerade Mittags war es oft besonders schlimm…die Eltern haben hier beide Straßenseiten komplett zu geparkt. Da aber immer wieder Eltern kommen und fahren und natürlich auch der normale Straßenverkehr noch durch will, war es schlimmer als in einem Ameisenhaufen.
Da stehen Eltern gegenüber der Schule und brüllen ihre Kinder an, dass sie sich beeilen sollen, man müsse ja noch zum Ballett/zur Musikstunde/zum Reiten/zum Fussball und rudern hektisch mit den Armen. Und die Kinder sind so verschreckt, dass sie ohne großartig zu gucken, schnell zu ihren Eltern laufen wollen. Da bringt man sein Kind in so eine Gefahr, nur weil man selbst keinen Meter zu viel laufen will??
Selbst der Polizist, der vor allem am Anfang des Schuljahres mit den 1.Klässlern den „sicheren“ Schulweg übt, hat über so ein Verhalen immer nur den Kopf geschüttelt.
Am Schlimmsten sind aber die Eltern, die sich dann auch noch ungerecht behandelt oder angegriffen fühlen, wenn man sie drauf hinweist, dass sie ja in unserer Einfahrt stehen und man da jetzt gerne raus oder rein möchte.
„Ja wo soll ich denn sonst parken?“, “ Früher war das kein Problem.“, „Ich warte hier auf mein Kind.“ , „Herzchen geh einfach wieder rein und kümmer dich um den Haushalt, das könnt ihr Frauen eh am Besten.“ ist nur eine kleine Auswahl der Kommentare, die man da so zu hören gekriegt hat.

Aber nicht nur wir und die Nachbarn haben uns über solche Eltern geärgert….auch die Lehrer und Mitarbeiter der Ganztagsbetreuung haben sich beschwert, weil sie morgens keinen Parkplatz auf dem Lehrerparkplatz gefunden haben, weil auch hier Eltern geparkt hatten. Teilweise wurden die Lehrer/Mitarbeiter der Ganztagsbetreuung mittags auch einfach zugeparkt, weil man ja nur schnell sein Kind abholen wollte. Auch hier wurde auf mehreren Schulversammlungen mit den Eltern geredet. Es wurde nochmal gesagt, dass es wichtig ist, dass Schulkinder sich im Straßenverkehr zurecht finden und das der Schulweg eine ideale Übungsstrecke wäre, weil wir hier eben auf dem Dorf wohnen und „normalerweise“ kein großer Verkehr vor der Schule ist. Sie sollten einfach etwas weiter weg parken und dann gemeinsam mit den Kindern laufen oder aber die Kinder selbst gehen lassen. Tja aber auch das hat nicht gefruchtet.

Unsere Nachbarn haben uns dann irgendwann erzählt, dass der Direktor der Schule beim Dorfverein war und dort bei einem Treffen angekündigt hat, dass vor der Schule bald Halteverbotsschilder aufgestellt werden, weil das alles zu gefährlich ist.
Und im April war es dann so weit…man kommt von der Arbeit nach Hause und auf einmal stehen da die Schilder. 🙂

Gut es hält immer noch nicht alle Eltern ab dort zu parken…aber der Großteil hält sich wirklich dran und so ist die ganze Situation viel entspannter geworden. Klar Mittags ist immer noch viel los hier, aber man muß sich wenigstens keine allzu großen Gedanken mehr machen, dass eins der Kinder einfach über die Straße rennt und angefahren wird.
Im Juni war Schulfest und es war wirklich viel los…sprich alle regulären Parkmöglichkeiten waren irgendwann auch erschöpft. Da hat dann jemand bei uns geklingelt und gefragt, ob er sich in unsere Einfahrt stellen darf, weil er keinen Parkplatz findet. Noch ist die Einfahrt ja sehr groß, weil unsere Nachbarn(zur Rechten) bald anfangen zu bauen und dann eben auch Baufahrzeuge einfach rein und raus kommen müssen…war also überhaupt kein Problem.
Aber ich glaub das war der erste, der überhaupt gefragt hat, ob das okay wäre. 😀

Sockelputz in Eigenregie

Inspiriert vom Hausbaublog „Das Bismarck Haus“ haben wir uns in diesem Juni ebenfalls an den Sockelputz gewagt. Wie bei den Bismarck Bauherren war der Sockelputz auch bei uns außen vor. Der Sockel war irgendwie nie Thema bei uns. Es hieß wir sollen erst einmal abwarten wie viel vom Sockel am Ende überhaupt zu sehen sein wird.

Fakt ist: vom Sockel wird immer etwas zu sehen sein. Oder anders formuliert: WeberHaus schreibt Dir eigentlich sogar vor wie Du den Sockel zu machen hast. Da gibt’s mehrere Varianten: tiefes Kiesbett, Rinne, etc.
Da werden die Abstände (Putz zum Kies, Abstand Randsteine, uvm.) vorgeschrieben.
Daran sollte man sich natürlich auch halten…sonst kann es sein, dass man etwaige Ansprüche verliert.

Den Sockelputz machen lassen kam für uns nicht in Frage. Einerseits, weil wir zu dem Zeitpunkt durchwachsene Erfahrungen mit Handwerkern gemacht hatten, und andererseits kann man das auch selber machen. Machen lassen hätte irgendwas zwischen 1.000 und 2.000 € gekostet.

Also ab zum Baumarkt und eingekauft. Was man braucht hängt von einigen wenigen Faktoren ab. Hauptsächlich aber was für ein Untergrund vorhanden ist, wie viele Laufmeter Sockel man hat und wie „hoch“ man den Sockel verputzen will / muss; sprich: wie viel vom Sockel zu sehen ist.
Bei uns waren es ca. 43m, mit geschätzten 25cm zu verputzendem Sockel und XPS-Dämmstoffplatten als Untergrund.
Macht bei uns vier 25kg Säcke Armierungsputz. Die entsprechende Fläche an Armierungsgewebeband, 5kg Universalgrundierung und vier 20kg Eimer Mosaikputz.
Als Werkzeuge braucht man 1-2 Drahtbürsten, eine kleine Maurerkelle und eine Glättkelle. Und natürlich einen Eimer und ein Werkzeug zum Anrühren des Armierungsputzes.

Der erste Schritt war bei uns der Mühsamste: freilegen des Sockels!
Der Schotter, der sich teilweise selbst verdichtet hat bzw. durch den Regen verdichtet wurde, lag an 2 der vier Hausseiten sehr hoch. Dementsprechend musste viel weggeschaufelt werden. An einer Hausseite hatten wir Glück: da mussten wir nur 10cm weg schaufeln. Dafür lagen auf der verbleibenden, vierten Hausseite schon Unmengen an Schotter für die zukünftige Terrasse. Der Schotter verdeckte nahezu den kompletten Sockel.

Jetzt kommt der ärgerliche Teil: bei der Errichtung unserer Bodenplatte wurde die so genannte Perimeterdämmung (also die XPS-Dämmstoffplatten) ziemlich rabiat angebracht. Zuerst wurde die Verschalung für die Bodenplatte errichtet. Und dann wurden wohl die XPS-Platten von innen, zweilagig entlang der Holzverschalung angebracht. Damit die Platten an Ort und Stelle bleiben, wurden von Innen große Nägel bis zur Holzverschalung durchgeschlagen. Soweit so gut… allerdings waren es 4-6 Nägel pro ca. 1,25m langer XPS-Platte.
Ganz am Ende, als die Bodenplatte fertig war, wurde die Holzverschalung wieder entfernt. Und wir hatten eine Bodenplatte mit ca. 200 Nagelspitzen, die aus den XPS-Platten herausschauten.  👿
DAS war ein Spaß diese Nägel mit einer geeigneten Zange vorsichtig heraus zu ziehen! 👿

An dieser Stelle auch gleich noch ein kleiner Tipp für zukünftige Bauherren bzw. jene, die noch ein Häuschen ohne Sockelputz haben. Lasst Euch damit nicht unendlich lange Zeit und checkt mal Eure XPS-Dämmplatten!
Mehr als ein Jahr sollte nicht zwischen Errichtung der Bodenplatte und Sockelputzanbringung liegen.
Das Problem ist, dass die XPS-Dämmstoffplatten UV-empfindlich sind! Zuerst bleichen sie aus und verändern die Farbe von ihrem Lila-Farbton hin zu gelb. Irgendwann bleicht dann das gelb zu hellgrau aus.
UV-geschädigtes XPS ist nicht als Trägermaterial für Sockelputz geeignet, weshalb die Beschädigungen mit der Edelstahl-Bürste vorher entfernt werden muss! Dass das anstrengend und vermeidbar ist, ist das eine. Dass man eventuell einen buckeligen Untergrund bekommt ist das Andere. Und das erschwert Euch die Arbeit zusätzlich bzw. das macht es nicht leichter!

Soviel zur Theorie! Die Praxis dauert bekanntlich länger und ist anstrengender. Aber: es ist alles viel weniger kompliziert als man meint. Das kriegen auch Ungeübte hin.
Damit es etwas angenehmer ist, haben wir unsere Schalbretter vor die zu bearbeitende Stelle gelegt und mit etwas Malervlies abgedeckt.
Danach wurde – wie schon geschildert – gebürstet. Das ist auch dann notwendig, wenn die XPS-Platten noch ihre ursprüngliche Farbe haben. Die Oberfläche muss etwas angeraut werden, damit der Putz besser hält.
Anschließend trägt man den angerührten Armierungsputz auf. Bei uns ging das in 2 Schritten am besten:
1. Armierungsputz auf die Glättkelle und diese am Sockel von unten nach oben ziehen
2. „Lücken“ und den oberen Bereich zwischen Hausputz und Sockel macht man dann am besten mit kleinen Portionen auf der Kelle und von links nach rechts bzw. rechts nach links.
3. Sobald man eine Strecke von 2-3m bearbeitet hat, zieht man diese mit der vertikal ausgerichteten Kelle komplett ab.

Im ersten Schritt muss der Putz nicht eben sein! Es genügt, wenn einiges an Putz am Sockel hängt. Im nächsten Schritt wird das Gewebeband in den frischen Putz eingelegt und leicht angedrückt.
Erst dann wird der Armierungsputz vollständig geebnet und das Armierungsband vorsichtig eingearbeitet. An Stellen wo noch etwas Putz fehlt, trägt man diesen einfach auf und glättet alles mit der Kelle (siehe Schritt 3). Das Ganze Kunstwerk muss allerdings nicht 100% glatt sein! Da kommt ja noch eine Schicht Buntsteinputz drüber. Und der kaschiert so einiges…
Am Ende muss der Armierungsputz 2-3 Tage trocknen.

Am Tag bevor man den Mosaikputz aufbringt, streicht man den Sockel / den Armierungsputz mit Universalgrundierung. Darauf haftet der endgültige Putz besser.

Jetzt kommt der Mosaikputz bzw. Buntsteinputz. Wir haben uns für den Farbton anthrazit entschieden. Ein Gemisch aus 2 unterschiedlich farbigen Körnern wäre für uns nicht in Frage gekommen.

Das Zeug ist echt der Hammer! Unser Mosaikputz sah aus wie Kaviar und wir waren uns beim Anblick der Masse absolut nicht sicher, ob das wirklich unsere Farbe war.
Trotzdem haben wir begonnen das Zeug aufzustreichen.
Im Vergleich zum Armierungsputz muss der Mosaikputz anders aufgetragen werden. Zwar zieht man die Masse auch mit der Kelle von unten nach oben, allerdings darf man nie zu viel davon auf die Kelle packen, da sonst der Großteil wieder runter fällt.
Oder anders formuliert: Buntsteinputz hält nicht auf Buntsteinputz. Ist die Schichtdicke größer als 3-4 Körner läuft das Zeug langsam in Richtung Boden oder fällt direkt wieder ab.
Trotzdem kein Grund zur Panik. Dann packt man eben nur kleine Kleckse auf die Kelle und zieht diese ab.
Am Anfang haben wir auch „zu dick“ aufgetragen: bei 4 Eimern und 4 Hausseiten merkt man recht schnell, dass man zu viel Material verstreicht, wenn man 1m vor Ende der ersten (und kürzeren) Hausseite den zweiten Eimer öffnen muss. 😉
Am Ende hat aber doch alles gereicht. Trotz Zweifel und Angst, dass die letzten 2m Sockel unverputzt bleiben, weil das Material ausgeht.
An dieser Stelle gleich noch der Hinweis, dass Buntsteinputz von Ecke zu Ecke aufgetragen werden muss. Eine halbe Hausseite machen und am nächsten Tag weiter machen ist nicht drin…

Im Vergleich zum Armierungsputz lässt sich der Buntsteinputz wesentlich besser glatt ziehen. Liegt wohl an der Körnung. Oder anders formuliert: da kannst Du mit der Glättkelle drücken wie du willst – die unterste Schicht kriegst Du nicht weg gekratzt. Also muss man sich nur darum kümmern, dass ausreichend Material aufgebracht wurde und dann zieht man das gerade ab.
Hausecken sind tricky. Gerade wenn man – wie wir- größere Kanten und Überstände an den XPS-Dämmstoffplatten hat. Trägst Du zu viel Buntsteinputz auf, fällt oder rutscht er wieder runter. Nimmst Du zu wenig sieht die Ecke halt krumm und schief aus 🙁
Zum Glück haben wir nur 6 Außenecken 😉

Während man die Masse verarbeitet kann man schön beobachten wie sie „hinterher“ trocknet. Die Beunruhigung über den ggf. falschen Farbton hat sich also rasch wieder gelegt. Unser Sockel hat sich langsam vom Farbton Kaviar in Richtung Anthrazit entwickelt. Erst sah es eher aus wie schwarz, aber mittlerweile passt der Farbton 🙂

Bevor der Blog-Post noch länger wird, hier die Kostenübersicht:

  • 4 Säcke Armierungsspachtel à 25kg
    ca. 55 €
  • 2x Armierungsglasgewebe 10m
    ca. 35 €
  • ein Eimer Universalgrundierung 5kg
    ca. 22 €
  • 4 Eimer Mosaik-Buntsteinputz à 20kg
    ca. 160 €
  • Werkzeuge
    (Drahtbürste, Glättkelle, Spachtel)
    ca. 30 €

Macht in Summe also ca. 300 €

An Alle, die keinen Sockelputz im Vertrag haben: nur Mut … das schafft auch ein Ungeübter.

Das Schlimmste ist der Geruch des ausdünstenden Mosaikputzes! Das stinkt wie die Hölle und man hat den Eindruck man wohnt direkt im Zentrum einer Erdölraffinerie 🙂
Aber nach 1-2 Tagen ist das auch vorbei und dann ist man nur noch stolz auf das Geleistete 😀

Wie immer gibt’s am Ende noch ein paar Fotos: