Spritzschutz ums Haus

Wie bereits angekündigt gibt es jetzt noch den Nachtrag zum Thema Spritzschutz.

Im Frühsommer, als wir noch voller Elan und Tatendrang waren, beschlossen wir, dass wir die Randsteine für den Spritzschutz ums Haus selbst in die Hand nehmen. Schließlich, so dachten wir, könne man jeden Tag, nach der Arbeit, noch drei, vier oder fünf Steinchen setzen. Am Wochenende könnten das dann auch mal 10 – 20 Stück sein, so dass das ganze Projekt in spätestens 2-3 Wochen abgeschlossen sein sollte.
So die Theorie!

Wir hatten uns im Vorfeld für dunkelgraue Rasenkantensteine entschieden. Passend zu den bereits vorhandenen, anthrazitfarbenen Elementen (Haustüre, Fenster, Garagentor, Farbstreifen, …).
Bei der „Dicke“ ,der auch Einfassungen genannten Steine, gibt es ja sämtliche Varianten. Von 5 cm bis 8 cm ist da üblicherweise alles dabei. Teilweise gab es sogar 10 cm dicke Steine.
Sagen wir es mal so: alleine der 5 cm dicke Rasenkantenstein wiegt pro Stück schon mal 28kg. Und da es nicht nur darum geht, die Steinchen ums Haus spazieren zu tragen, sondern da man die Randsteine auch irgendwie in der Länge kürzen muss, haben wir uns für die 5cm „dicke“ Variante entschieden.
Spaß beiseite: die Steine müssen nur besonders dick sein, wenn man z.B. bis an die Randsteine pflastert und z.B. sein Auto in der Nähe parkt.

Ein kleiner Irrglaube, dem wir auch verfallen sind: es gibt Rasenkantensteine mit Nut und Feder; z.B. diese hier.
Da denkt man als Bauherr unweigerlich an Klickparkett bzw. Klicklaminat und ist sofort begeistert.
Erst nach dem Kauf stellt man dann fest, dass das irgendwie total sinnbefreit ist.
Man meint man könne die Steine durch das Nut- und Federprinzip leichter ausrichten und somit viel leichter eine gerade Strecke und gleiche Höhen gewährleisten. Von wegen! 🙁

Wir haben uns 5 Paletten liefern lassen. 2 mit Randsteinen, 2 mit Trockenbeton und eine mit Betonplatten für die Terrassenunterkonstruktion.
Die ganze Ware haben wir dann kurzfristig in die Garage getragen. Nein…das ganze Zeug trägst Du leider nicht „mal eben“ durch die Gegend: der Sack Beton wiegt 25kg, der Randstein 28kg und die Betonsteinchen 8kg pro Stein.
Wir haben den Beton einfach mit Folien abgedeckt und haben gehofft, dass das reicht. Hat es auch!

Vor den Steinchen kommt die Schaufel: wir mussten einen kleinen Graben ums Haus ausheben um die Randsteine einsetzen zu können.
Seitens WeberHaus gibt’s natürlich auch ein paar Vorgaben. Man findet Sie auf den Bauplänen in einer der Ecken. Da gibt es verschiedene Ausführungen mit Rinne, Kiesbett, etc.. Da sollte jeder selbst nachsehen was bei ihm Sache ist.
Wir haben uns für die Kiesbett-Variante entschieden. Da gibt es definierte Abstände zwischen der Schnittstelle „Haus / Bodenplatte“ und der Oberkante der Randsteine bzw. der Oberkante der Kiesschicht. Wenn wir uns recht entsinnen, dann waren es bei uns 8 cm Höhenunterschied zwischen Oberkante Randstein und „Hausanfang“ und min. 10cm zwischen Kies und Haus. Der Abstand zwischen Randsteinen und Haus ist eigentlich egal. Es sollten nur mehr als 10cm sein.
Die entscheidende Frage: wie sieht das im Bereich der Terrasse aus?
Also… kurz drüber nachgedacht: wir haben KEINE rahmenlose Fenster. Man muss eh einen kleinen Schritt machen, um nach draußen zu kommen. Deshalb können wir uns die Variante mit einer Ablaufrinne zwischen Haus und Terrasse sparen. Wir setzen die Randsteine einfach komplett um das ganze Haus und lassen die Terrasse im entsprechenden Bereich einfach über die Randsteine hinaus gehen.

Wer sich die Mühe gemacht hat und einen passenden Graben ums Haus gegraben hat und meint das schwerste Stück Arbeit läge hinter ihm, der irrt. Zumindest erging es uns so. Das lag vielleicht daran, dass wir uns keine technische Hilfe zum Mischen des Betons organisiert hatten und jedem Sack Beton in einer großen Mischwanne per Hand angerührt haben und dann per Schaufel im Graben verteilt haben. Bei ca. 45 Steinen rund ums Haus und bei 1 Sack Beton pro Stein ist das doch…sagen wir mal „mühsam“.
Ist der Trockenbeton in der Rinne kommt der Stein rein, wird mit dem Gummihammer ausgerichtet und dann kommt der Nächste. Soweit die Kurzfassung.

Die ausführliche Version: Schnur spannen, Graben ausheben, Tiefe messen, fluchen, Pickel holen, Boden auflockern, Graben tiefer ausheben, messen, ggf. fluchen, etc.
Trockenbeton mischen: Betonsack schleppen, aufschneiden, ausleeren, Wasser hinzufügen, mischen, mischen, mischen, Wasser nachjustieren, mischen, mischen… ab in den Graben damit.
Dann den ersten Stein setzen. Gefühlte 50 Mal messen und 20 Mal nachjustieren. Der erste Stein ist definitiv der Schwerste.
Dann den nächsten Stein holen, Beton anmischen, etc.

Ach ja: mit der Flex sollte man auch umgehen können oder zumindest so viel Selbstvertrauen haben, dass man sich mit so einem Monster an einen 5cm dicken Stein traut um diesen zu kürzen. Es sei denn man hat sein Haus so geplant, dass man nichts schneiden muss. Wer bei der Hausplanung daran gedacht hat: Respekt! 😉

Passend zu den Randsteinen mit Nut- und Federsystem gibt es auch Ecksteine. Sieht super aus. Richtig tolle Ecksteine. Aber: an irgend einer Stelle muss man mit der Flex trennen. Entweder an der Ecke oder auf gerader Strecke. Wegen Nut und Feder müssten hier beide Seiten der aneinandergrenzenden Steine „auf der Geraden“ mit der Flex geschnitten werden. Wer so gut mit der Flex arbeiten kann, dass der Spalt zwischen beiden Steinen gering ist oder wer seine Randsteine so setzen kann, dass nur die oberen cm zu sehen sind, für den kommt das in Frage. Für uns definitiv nicht.
Wir haben immer an den Ecken „geschnitten“ und vorher darauf geachtet, dass der letzte Stein min. 50cm lang ist, damit der optische Gesamteindruck passt.

Zum „Irrglaube bezüglich Nut- und Feder“:
Wer meint, dass 1m lange und 25cm hohe Betonsteine zum Preis eines belegten Brötchens, ausschließlich rechteckige Winkel haben und alle Seiten schnurgerade sind – der irrt.
In der Praxis verhält es sich so, dass manche Steine auf der einen Seite statt 25 nur 24,5 cm hoch sind. Auf der anderen Seite halt 25,5cm oder sogar 26cm. (Gut, so krass vielleicht auch wieder nicht, aber Ihr wisst sicher, was gemeint ist)
Was passiert also? Ihr setzt den Stein mit der Nut in die Feder des bereits vorhandenen Steins. Prüft den Abstand zum Haus, fuchtelt mit der Wasserwage und dem Gummihammer so lange rum, bis alles perfekt ist. Nachdem der Stein seine endgültige Parkposition erreicht hat und der Beton keilförmig „drangeschmiert“ wurde, kommt der Bauherr gut gelaunt mit dem nächsten Stein. Auch dieser wird gesetzt, ausgerichtet, die geliebte Wasserwage kommt zum Einsatz und… Moment … da stimmt was nicht. Der ist ja total schief. Wie kann das denn sein???
Also fuchtelt man minutenlang herum und versucht das augenscheinliche Paradoxon irgendwie zu lösen. Am Ende muss man sich dann entscheiden: entweder man setzt Nut und Feder ordentlich zusammen und akzeptiert, dass man die Horizontale verlässt, dass man zwischen den beiden Steinen eine kleine Höhendifferenz von bis zu einem cm gibt oder man hat einen minimalen, spitz zulaufenden Spalt zwischen Nut- und Feder.

Das klingt jetzt alles furchtbar dramatisch – ist es auch… zumindest für einen Perfektionisten wie mich (Bauherr). Wann immer wir an eine derartige Herausforderung gestoßen sind, hat es min. 45 Minuten gedauert, bis der Stein nicht mehr angefasst wurde und der Bauherr zufrieden war.
Gerade an Samstagen, an denen man sich vornahm min.10 – 15 Steinchen zu setzen, lief es meistens so, dass man quasi einen Lauf hatte und 5-6 Steinchen setzen konnte, bevor dann ein so genannten Arschlochstein kam, der sich partout nicht ordentlich einfügen ließ. Dummerweise lag das meistens nicht am eigentlichen Arschlochstein, sondern an seinem Vorgänger, also dem zuletzt gesetzten Stein, der in sich wohl krumm war.

Irgendwann … nach langer Zeit war es dann also soweit: der letzte Stein wurde gesetzt. Danach wurde spontan eine Flasche Sekt geköpft und zusammen mit den Nachbarn geleert. Das Jahrhundertbauwerk wurde noch vor dem Berliner Flughafen BER fertig gestellt – ein Grund zur Freude. 😉

Gleich folgen noch ein paar Bilder – vorher noch die Info zu den Randsteinen im Terrassenbereich: damit der Unterbau der Terrasse leichter zu erstellen war und man die Terrasse ohne große Mühe nahezu auf die Höhe der „Fensterbretter“ bringen konnte, haben wir die Randsteine im Terrassenbreich im Vergleich zum Rest ein gutes Stück höher gesetzt. Dadurch konnten wir den Schotter über das Bodenplattenniveau aufschütten und trotzdem sicherstellen, dass immer ausreichend Luft zirkulieren kann.
Den Schotter direkt ans Haus ran schütten und zwischen Haus und Schotter eine Noppenfolie anbringen – das war uns zu heikel. Da gibt’s von WeberHaus keine direkte Freigabe und man müsste vorher die Kante, die vom Haus über die Bodenplatte hinaussteht, mit mineralischer Dichtschlämme versiegeln, damit das Haus keine Feuchtigkeit zieht.

So, genug geschrieben! Jetzt gibt’s noch etwas zu sehen:

 

Jahresendspurt…

Nachdem die letzte Rückmeldung schon ein paar Wochen her ist, wollten wir mal wieder ein kurzes Lebenszeichen von uns geben.
Beim letzten Mal hatten wir uns noch über das Mistwetter beschwert. Im November, wo man ein solches Wetter erwarten könnte, war das Wetter bislang echt „gnädig“.

Die Jahresplanung für 2015 sah das Thema „Außenanlagen“ vor. Was auch immer das beinhaltet.
In unserer Vorstellung sollten neben Garten und Terrasse („hinter“ dem Haus) auch der Bereich „vor dem Haus“, also Zufahrt und Eingangsbereich, fertig gestellt werden.
Ach ja … und der Sockel vom Haus sollte verputzt werden und ein Spritzschutz, also Randsteine im Abstand von ca. 20cm rund ums Haus gesetzt werden.

Mit dem „Grünstreifen“ vor dem Haus hatten wir angefangen. Nachdem dieser vom leidigen Brombeerchaos befreit war, sollte ein beauftragter Garten- und Landschaftsbauer den im Vergleich zur Garageneinfahrt höher liegenden Bereich auf einer Länge von ca. 14m mit L-Steinen abstützen, damit dieser nicht weiter in Richtung Zufahrt wandert.
Leider dauerte es mehrere Wochen bis zur Fertigstellung der Stützmauer.
Zwischenzeitlich kam auch noch die Anzeige vom Umweltamt.

In dieser Zeit hatten wir noch den Sockelputz am Haus in Angriff genommen.
Das Dumme an der Geschichte: wir hatten den GaLa-Bauer auch den mündlichen Auftrag gegeben den „Bereich der Terrasse“ zu schottern. Leider hatten wir diesen Bereich nicht schwarz-auf-weiß auf dem Plan festgehalten. Also hat der GaLa-Bauer mal eben 25t Schotter angeliefert und direkt an 2 Hausseiten verteilt. Vom Sockel war an diesen 2 Seiten nicht mehr viel zu sehen.
Problem: die Randsteine waren noch nicht gesetzt! Also durften wir wieder schaufeln …

Und so kommt es, dass vom ursprünglichen Plan nicht mehr viel über bleibt und man im Spätherbst froh ist, wenn man das eigentliche Ziel, die Terrasse bis Mitte August fertig zu haben, vor dem Wintereinbruch noch erreicht.
Schon irgendwie schade, aber andererseits … im Vergleich zum Flughafen in BER sind wir doch noch gut in der Zeit und vor allem kostentechnisch noch im grünen Bereich!

Sobald die Terrasse fertig ist, reichen wir noch den ein oder anderen Artikel nach!