Das Kind im Mann

Während der Artikel zur Terrasse entstand, fiel uns auf, dass wir noch gar nichts über die Garten-Drainage geschrieben haben.
Das können wir so natürlich nicht stehen lassen:

Offenbar hatten wir unsere Terrasse doch zu spät bestellt. Im Juli war es soweit: Bauherrin und Bauherr hatten Urlaub, wollten die Terrasse in Angriff nehmen, nur die Terrasse war nicht da!
Eigentlich kein Drama, aber wenn man sich extra frei nimmt um das Projekt umzusetzen oder es zumindest anzufangen, dann ist das schon sehr, sehr ärgerlich!

Jetzt hätten wir uns auch kurzfristig in den Flieger setzen können, um uns irgendwo auf der Welt (möglichst weit weg) die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Aber irgendwie will man mit der Außenanlage auch voran kommen. Obwohl die Vorstellung mit Cocktail in der Hand und dem Hintern auf einer gepolsterten Liege unter Palme mit Sicht auf das weite Meer zu liegen – das hätte schon was 🙂

Allerdings fiel es uns nicht sonderlich schwer einen Plan B auszugraben:
Unser Aushub-Hügel wurde 1-2 Monate vorher verteilt, so dass unser Garten größtenteils eben war. Auch wenn bereits das erste „Unkraut“ wuchs, stand das Wasser nach einem Regenschauer teilweise tagelang auf der Fläche. Selbst bei ganztägigen Sonnenschein blieb der Boden übersättigt.
Auf den Punkt gebracht: wenige Meter oder sogar Zentimeter unter der obersten Erdschicht befindet sich eine mehrere Meter dicke Lehmschicht, die größtenteils Wasserundurchlässig ist. Am Ende des Grundstücks fliest ein Bach.
Das erklärt, weshalb der Mutterboden übersättigt ist.

Da wir mehr als nur Moos und Hortensien im Garten haben wollen, musste etwas getan werden.
Okay … und ein klein wenig Spaß wollte sich der Bauherr auch gönnen. Und wie macht man das am Besten? Man(n) leiht sich für ein Wochenende einen kleinen Bagger 🙂

Okay … am Ende wurde es natürlich ein Kompromiss. Der Bauherr bekommt „seinen“ Bagger für ein Wochenende. Allerdings wird nicht nur planlos gebaggert, sondern eine Drainage für den Garten erstellt.
Unser Glück: da wir unser Oberflächenwasser in den Bach entwässern dürfen, mussten wir uns auch keine Gedanken darüber machen, wie wir das Wasser los werden. In die normale Kanalisation darf das in den meisten Gemeinden in Deutschland nämlich nicht.
Also: falls Ihr derartiges plant: vorher informieren!

So sah unser Plan aus:
DrainageplanDa die Fläche ca. 400m² groß ist, müssten wir die Drainage eigentlich anders verlegen. Man hätte dann nicht mehr den zentralen Strang, auf den die „Ärmchen“ zulaufen, sondern eine U-Form, wobei die „Ärmchen“ jeweils nach links und nach rechts laufen.
Schwer zu erklären, aber es lässt sich auch hier nachlesen.
Allerdings wäre der Aufwand höher. Außerdem müsste man an beiden Grundstücksgrenzen und nahe des Bachs baggern. Letztendlich erschließt sich für uns der Vorteil der größeren Lösung nicht. Bei großen Flächen und starkem Regen ist der „Mittelstrang“ der Flaschenhals, durch den sämtliches Wasser muss. Bei der großen Lösung gäbe es 2 Hauptableitungen (die dann am Ende aber direkt aufeinander zulaufen um dann im 90°Winkel abzufließen). Was ist da besser?
Da wir nicht vor haben einen Sumpf trocken zu legen, haben wir beschlossen, die „kleine“ Variante für Flächen bis 300m² zu errichten.

Die benötigten Materialien sind gar nicht mal so teuer. Dafür um so schwerer und unhandlicher.
Neben dem bereits erwähnten Bagger braucht man:

  • Splitt oder feinen Schotter um der ausgehobenen Graben einige cm hoch aufzufüllen. So lässt sich auch das benötigte, durchgängige Gefälle der Drainage leichter errichten
  • Ausreichend Drainage-Rohre (von uns liebevoll „Zini“ genannt)
  • T-Stücke, Verbinder und Y-Stücke um die Seitenarme der Drainage am Hauptstrang anzuschließen und um die einzelnen Stücke zu verbinden
  • Endkappen um die Enden der Drainage zu verschließen
  • Einleitung mit Froschklappe
  • Filterstrumpf für das Drainagerohr (Alternativ: Drainagevlies)
  • Kies, um eine Filterschicht um das verlegte Drainagerohr zu schaffen

Unsere ungefähren Kosten blieben im überschaubaren Bereich. Der 1,8t Kompaktbagger hat uns über das (verlängerte) Wochenende ca. 170 € gekostet (inkl. Anlieferung, Abholung und geduldiger Einweisung 🙂 ). An dieser Stelle ein Dankeschön an die Fink Baumaschinen, die nicht nur wesentlich günstiger als „die großen“ Verleiher waren. Nein, hier wurde man freundlich beraten („für was brauchen Sie denn einen Bagger?“; „Den Mini-Bagger würde ich als Anfänger nicht nehmen – der ist wesentlich komplizierter zu bedienen, weil…“; „Dann gebe ich Ihnen noch eine Tieflöffelschaufel mit, damit geht das Graben ziehen wesentlich schneller…“). Am Ende gab’s noch eine ausführliche Einweisung inkl. Erklärung wie die Schaufel zu wechseln ist. Das war echt außergewöhnlich

Zurück zu den Kosten … Bagger 170 €, Diesel für den Bagger 10 €, 100m NW80 Drainagerohr ca. 130 €, 100m Drainagefilterschlauch ca. 120 €, Auslaufrohr mit Froschklappe ca. 30 €, Verbindungs- Übergangsstücke und Endkappen ca. 100 €, Splitt und Kies (inkl. Anlieferung) ca. 350 €.
Macht in Summe ca. 910 € … mit Getränke für den Baggerfahrer (Bauherr) und irgendwelchen Kleinteilen, die ich jetzt sicher vergessen habe wären das also um die 1.000 €

Aber zurück zu dem, um das es hier eigentlich geht: dem Bagger 😀
Anfangs war der Bauherr noch etwas zögerlich und zurückhaltend … da gibt’s so viele Hebel und Schalter. Dann ist das auch noch ein Kettenfahrzeug. Das Teil hat richtig Kraft und kann richtig was kaputt machen…
Aber die erste Nervosität legte sich schnell 😉
Kaum war der Mitarbeiter des Bagger-Verleihs verschwunden, wurden sämtliche Funktionen des Baggers in der eigenen Zufahrt getestet. Anschließend ging es im Höllentempo (max. 4 km/h) über die Wiese des (damals) unbebauten Grundstücks und ab in den Garten „hinterm Haus“. Dort sollte, genau wie geplant die gerade Hauptleitung von der Terrasse bis zum Bach gebaggert werden. Dazu wurde die Linie extra mit Sand markiert und Anfang und Ende jeweils mit kleinen Holzpflöcken versehen.
Aber sagen wir’s mal so … wenn man zum ersten Mal baggert, dann fällt es nicht ganz so leicht einen geraden Graben auszuheben. Da wir am Bach angefangen haben zu graben und uns in Richtung Haus „hochgegraben“ haben, sind die ersten 5m der Grabung etwas schief, so dass dieser Fehler mit einer „kleinen“ Kurve korrigiert wurde. War so ja auch im Plan vorgesehen … siehe oben … *räusper* 😉

Da ein Gefälle zu errichten war, mussten wir am unteren Ende fast 2m tief graben. Im Bereich der Terrasse war’s dann nur noch ein halber Meter. Trotzdem war es wesentlich einfacher 2m tief in Erde zu baggern als in einer großen Schotterfläche 0,5m bis 0,75m tiefe Gräben auszuheben. Der Schotter rutschte einfach immer wieder nach. Und durch die Planung mit mehreren „Drainageärmchen“ im Bereich der Terrasse wurde irgendwann der Platz für die Lagerung das „Aushubs“ knapp.
Aber auch im hinteren Bereich gab es ein paar Probleme. In der Nähe des Bachs war die Erde teilweise so feucht, dass sie nicht freiwillig aus der Schaufel wollte. Normalerweise ruckelt man dann an sämtlichen Hebeln, bis der Klumpen raus fällt. Aber manchmal ging das einfach nicht! Also musste man aus dem bequemen Fahrerhäuschen aussteigen und die Erde mit Gartenwerkzeugen überreden, die Baggerschaufel zu verlassen.

Nach etwa zwei Stunden Bagger-Erfahrung setzt dann der männliche Übermut ein. Und so kam es, dass ich beim „routinierten“ Arbeiten während einer 180° Drehung die Baggerschaufel nur wenige cm über den Zaun der Nachbarn bewegte. Völlig unabsichtlich. Das passierte einfach. Im Gegensatz zu mir blieb die Nachbarin ganz entspannt und kümmerte sich um Ihren Sohn, für den der Bagger in Nachbars Garten natürlich DAS Highlight des Wochenendes war! 😉
Nach diesem Erlebnis war ich jedenfalls wieder geerdet und baggerte vorsichtiger weiter.

Die Anziehungskraft des Baggers macht aber auch vor größeren „Jungen“ nicht halt. Kaum hatte der Bauherr ein paar Bilder an den Arbeitskollegen geschickt, stand dieser schon im Garten und wollte auch unbedingt mal Baggerfahrer sein.
Der Kollege musste nach 1,5h mit Bier und sehr guten Argumenten aus dem Führerhaus des Baggers gelockt werden 😀
Refinanzierung der Baumaßname? Wäre kein Problem gewesen … Stündchen baggern 50€ 😉

Irgendwann waren (leider?) alle Gräben ausgehoben und der Bagger hatte seinen Job erledigt.
(Das hielt den Bauherren jedoch NICHT davon ab den Bagger das restliche Wochenende gelegentlich anzuwerfen um damit ziellos über die Wiese zu fahren oder den Aushubberg der Zufahrt planlos anzubaggern 😀 )
Im nächsten Schritt wurde das Drainagerohr Stück für Stück verlegt. Da das gelbe Rohr vermutlich monatelang in Rollenform in irgend einem Lager steht, nimmt es diese gekrümmte Form gerne wieder ein. Und das immer und immer wieder! Das nervt! Aber so richtig!!! Man muss jedes Stück temporär mit Steinen beschweren, damit die Enden des Rohrs nicht aus dem Graben springen und man (als Träger des anderen Endes) wie von einer wilden Python angefallen wird.
Am Ende lagen die Drainagerohre alle brav in den Gräben und warteten darauf mit Kies bedeckt zu werden. Eigentlich hätten wir hierfür auch gerne den Bagger genommen, allerdings lag der Kies noch in der Zufahrt (also ca. 50 Fahrmeter entfernt). Selbst wenn wir die große Schaufel genommen hätten, hätte das eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Unterwegs hätten wir sicher noch einen Teil der Ladung verloren (unebene Wiese). Und dann war da noch das Problem mit dem Aushub. Den hatten wir links oder rechts und teilweise auch links und rechts vom Graben gelagert. Da hätte man sich mit dem Bagger erst einmal einige „Passagen“ graben müssen.
Der Teil wurde dann wieder in Handarbeit und mit der Schubkarre erledigt. Aber auch das geht … einfach jeden Tag (nach der Arbeit) 15 – 20 Schubkarren voll Kies in den Garten karren. Am Wochenende auch gerne mal 2x 15-20 Schubkarren voll. Dann sind die ca. 10 Tonnen Rheinkies in knapp 2 Wochen auch verschwunden. 😛
Am Ende hatten wir noch so viel davon, so dass wir den restlichen Kies zum Auffüllen des Bereichs zwischen Haus und Randsteinen, also dem Spritzschutz, nutzen konnten. Ob das für immer so bleibt, oder ob wir da irgendwann noch Zierkies darauf verteilen wird die Zeit zeigen.

Jetzt muss die Grabenlandschaft wieder eingeebnet werden. Wie macht man das am besten? Da bräuchte man ja … oh … einen Bagger 😉

Nachfolgend noch ein paar Fotos von vom „Tag des Mannes“:

Regendusche entkalken

Obwohl wir mit 1,44mmol/l bzw. 8 °dH noch „weiches“ Wasser haben, verkalkte der mit Deckenauslass montierte Duschkopf der Regendusche in den letzten 1,5 Jahren Zusehens.
Da es sich bei dem schönen Stück allerdings nicht um ein Baumarkt-Modell handelt, sondern eher im oberen Preissegment angesiedelt ist, gibt es natürlich die Möglichkeit die eigentlichen „Düsen“ vom Kalk zu befreien.
Was anscheinend nicht bedacht wurde: nach dem Duschen bleibt an den Düsen ein dünner Film Wasser übrig, der sich bevorzugt an der verchromten Platte um die einzelnen Düsen ansammelt und Kalkrückstände hinterlässt.

Nach ca. 1,5 Jahren Betrieb bildeten sich rund um die Düsen kleine, ca. 1mm „dicke“ Kalkkreise. Der Versuch diese mit diversen Badreinigern und Kalklösern zu entfernen brachte nur minimale Besserung. Der alte Trick mit eingeweichten Küchentüchern, die man einfach drum wickelt, funktionierte auch nicht wirklich. Dafür scheint die Fläche einfach zu groß zu sein.
„Irgendwann schraub‘ ich das Ding einfach ab und leg‘ es für ein paar Minuten in verdünnte Zitronensäure“ sprach der Bauherr.
Problem: das Ding will nicht ab! Das Gewinde soll gegenläufig sein, damit man die Verlängerung nicht abschraubt, wenn man die Regendusche anbringt. Also müsste es ja auch problemlos ab gehen!
Ne, will nicht!
Fazit nach mehreren Versuchen: ich will die Wasserleitung in der Decke auch nicht beschädigen. Ergo: die Regendusche bleibt dran.

Also greift Plan B:
Dusche-entkalken-1 Dusche-entkalken-2

 

 

 

 

 

 

 

🙂 😀 🙂
In der obersten Kiste befand sich verdünnte Zitronensäure und handwarmes Wasser.
(In den unteren Kisten die Weihnachtsdeko, die noch auf den Dachboden muss)
Nach 30 Minuten wurde das Wasser gegen klares Wasser getauscht. Läuft… 😀

Kommentar-Funktion angepasst

Status

Wir haben uns schon gewundert weshalb die Zahl an Kommentaren nachgelassen hat.
Nachdem ich selbst kommentieren wollte und feststellen musste, dass es wahnsinnig oft passiert, dass das Captcha-Plugin einen Timeout meldet, musste sich was ändern 😉

Jedenfalls ist die Kommentar-Funktion ab sofort so gestaltet, dass man den Kommentar normal schreiben kann und man erst zur Eingabe eines Captchas aufgefordert wird, wenn der Kommentar als möglicher Spam eingestuft wird. Gibt das System grünes Licht, dann gibt’s erst gar kein Captcha!

Ich hoffe das erleichtert das Kommentieren…

Terrasse in Eigenregie Teil 2

Um ehrlich zu sein: unser Projekt „Terrasse in Eigenregie“ hat den geschätzten Zeitrahmen ordentlich gesprengt. Die geschätzte Dauer war schon verstrichen, da lagen gerade einmal 4 Dielen bzw. 2 Reihen.
Bis überhaupt die erste Diele mit der Unterkonstruktion verschraubt werden konnte, musste, wie schon berichtet, die Unterkonstruktion fertig sein.
Am Ende kamen da stolze 159,5m Aluminium-Unterkonstruktion zusammen. Die mussten ja auch erst mal mit den Betonplatten verschraubt werden. Und dann gab’s ja auch noch unseren Spritzschutz, den wir auch im Bereich der Terrasse angelegt hatten.
Das Problem: Die Alus hätten als letzten Auflagepunkt den Betonstein direkt vor dem Randstein für den Spritzschutz. Bestenfalls lägen die Alus direkt auf dem Randstein auf. Von dort wären es weitere 25cm bis zum Sockel. Jetzt gilt Aluminium eher als stabil und unnachgiebig, trotzdem wollten wir die Terrasse keine 20-25cm halbseitig „in der Luft“ hängen lassen.
Um das Problem zu lösen, haben wir in den Zwischenraum zwischen Haus und Randstein jeweils so genannte Terrassenstelzlager gestellt, ausgerichtet, in der Höhe justiert und mit den Alus verschraubt.
Auf der Seite in Richtung Garten war das alles kein Problem. Da lag die komplette Unterkonstruktion auf Betonplatten. Nur ganz ans Ende, an den überhängenden Teil, stellten wir ein Stelzlager.
Kniffliger war es da bei der Unterkonstruktion seitlich vom Haus. Da verläuft die Unterkonstruktion parallel zur Hausmauer. Folglich musste die Unterkonstruktion ca. 3,5m „über“ den Spritzschutz geführt werden und auf entsprechende Stelzlager gestellt werden. Damit das alles dauerhaft hält, muss man sich hierfür schon etwas Zeit nehmen.
Nachdem die Unterkonstruktion fertig war, dachten wir, dass der zeitraubende Teil hinter uns läge. Da wussten wir aber noch nicht was noch auf uns zukommen sollte.

In der Theorie war alles ganz einfach: Dielen nach Plan auf die Unterkonstruktion legen, ggf. kürzen und dann verschrauben. Das ganze macht man so lange, bis keine Dielen mehr da sind und tataaaaaaaa …. fertig!
Okay… ganz so leicht war es dann doch nicht!
In der Theorie gliederte sich unsere Terrasse in 3 Teilbereiche:

  • die große, rechteckige Fläche vor dem Erker bis zum Garten mit ca. 9m Seitenlänge.
    Dort werden abwechselnd 4m und 5m lange Dielen verlegt. Das ist der Bereich, wo man ohne große Mühe richtig Meter machen kann!
  • die Fläche links vom Erker
    Dort wechseln sich 4m und 2,9m lange Dielen ab. Da der Bereich jedoch ca. 0,5m schmaler ist, muss in jeder Reihe eine Diele gekürzt werden.
  • die Fläche „neben“ dem Haus. Da es die Südseite ist, wollten wir die Terrasse um die Ecke herum ziehen, so dass man auch über die südliche Wohnzimmer-Terrassentüre auf die Terrasse kommt. Dort sollte die Terrasse 2m breit werden. Also haben wir 4m lange Dielen bestellt und „halbiert“. In der Realität waren es dann doch nur ca. 1,95m statt 2m, so dass man jede Diele nach dem Teilen noch anlegen, markieren und auf die endgültige Länge kürzen musste.

Vermutlich lässt sich schon erkennen was etwas nervte: erst schleppt man die echt schweren Dielen in den Garten, markiert, schleppt wieder zurück in die Garage und sägt zu. Dann geht’s wieder zurück in den Garten. Wenn man sich vermessen hat, dann gibt’s noch eine Extrarunde 😉
Und selbst wenn nichts geschnitten werden musste: die 5m langen Dielen waren echt super-heavy!!!

Ach ja: eine witzige Erfahrung durften wir auch noch machen:
Um unsere Wunsch-Terrasse umsetzen zu können, musste eine Diele der Länge nach geschnitten werden. Es handelt sich um den Übergang der Fläche links vom Erker und der „großen“ Fläche vor dem Erker. Damit alles passt musste an einem 5m langen Brett auf einer Länge von ca. 3m ein 8cm breites Stück abgetrennt werden.
Und womit macht man das? Klar: mit der Stichsäge! Extra hierfür haben wir uns im Baumarkt 3 passende und für bis zu 3cm dickes Hartholz geeignete Sägeblätter gekauft. Die erstem 20 – 30cm des Schnitts gingen wie durch Butter. Die nächsten 20 – 30cm gingen schon schwerer. Und danach ging fast gar nichts mehr. Mehr als 1m mit einem Schneideblatt war nicht drin. Eher weniger! Am Ende genügten die 3 Sägeblätter nicht. Zum Glück hatten wir noch ein paar ältere Sägeblätter mit denen wir den Schnitt vollenden konnten.
Aber wer hätte das gedacht, dass ein Schneideblatt nach wenigen cm schon schlapp macht. Völlig faszinierend!
Die Kappsäge ist auch nach geschätzten 100 Schnitten noch top. Da merkt man keinen Unterschied!

Kommen wir zum zweiten Verzögerungspunkt: Schrauben!
Sagen wir’s mal so … jede Diele wird an der kreuzenden Unterkonstruktion mit einem Clip und einer Schraube verschraubt. Also: mit jeder einzelnen Latte. Das macht auf der großen, ca. 9m breiten Fläche 34 Clips und Schrauben pro Reihe!
Auf der große Fläche sind das alleine 14 Reihen. Macht schon mal 476 Schrauben. Insgesamt haben wir ca. 750 Schrauben für das Deck verbraucht. Da wir das Loch für die Schraube in die Alu-Unterkonstruktion vorbohren mussten, waren das ca. 1.500 Schraub- bzw. Bohrvorgänge!
Zum Glück hatte ich „vollumfängliche“ Unterstützung durch einen Arbeitskollegen. An dieser Stelle noch einmal Danke für die Hilfe und den genialen Akkuschrauber!

Irgendwann war es dann soweit! Die letzte Reihe lag und musste nur noch verschraubt werden. Vorher mussten die noch überstehenden Alus gekürzt werden. Im Anschluss konnten die Dielen verschraubt werden. Leider haben wir aktuell nur Fotos vom Zeitpunkt vor dem Kürzen der Alus. Als alles fertig war, war es einfach schon zu dunkel.

Trotz Dunkelheit tanzten wir vor Freude über die fertige Terrasse! Und da war er wieder: der unendliche Stolz ein Projekt, an dem man selbst hart gearbeitet hat, abgeschlossen zu haben 🙂

Was kostete der Spaß jetzt?

  • Schotter und Feinsplit für die Terrassenfläche inkl. Lieferung
    ca. 300 €
  • Rüttelplatte für einen Tag
    30 €
  • Terrassen-Dielen (Vollprofil), Alu-Unterkonstruktion, Alu-Einsteckverbinder, Schrauben und Clips, Stelzlager und Unterlagepads inkl. Lieferung
    ca. 3.050 €
  • Nachlieferung Alu-Unterkonstruktion, Alu-Einsteckverbinder inkl. Lieferung
    ca. 310 €
  • Nachbestellung Clips und Schrauben
    ca. 60 €
  • Edelstahlschrauben und Dübel für die Unterkonstruktion
    ca. 150 €
  • Kleinigkeiten (Edelstahlschrauben für Terrassenstelzen und Alus, Unterlagepads, Metallbohrer, Kegelsenker, etc.)
    ca. 100 €

Macht in Summe die gerade Zahl von 4.000€
Geplant bzw. gerechnet hatten wir mit max. 5.000€; d.h. wir haben jetzt noch ca. 1.000€ zur Verfügung um, wie bereits geplant, im Frühjahr eine Umrandung / Einfassung um die Terrasse zu errichten und ein paar Spots im Randbereich der Terrasse einzusetzen. Könnte knapp werden, aber Ihr wisst ja selbst wie es mit den Budgets ist 😉

Edit der Bauherrin: Und ich möchte nochmal ein extra DANKESCHÖN los werden. Einmal natürlich an den lieben „Arbeitskollegen“, der uns wirklich doll geholfen hat. Und dann auch an den besten Bauherren den es gibt. 😉 Ich konnte nämlich eigentlich fast gar nicht helfen, da ich zwischenzeitlich im Krankenhaus lag und krank geschrieben war. Darum ist das „wir“ in diesem Bericht auch eigentlich nicht ganz korrekt… 🙂

So, jetzt die versprochenen Bilder:

Terrasse in Eigenregie

Nachdem Sockel und Spritzschutz am Haus fertiggestellt wurden, sollte das Projekt Terrasse in Angriff genommen werden. Eine WPC-Terrasse sollte es werden. So viel war recht bald klar. Wieso?
Eine gepflasterte Terrasse, wie es der Garten- & Landschaftsbauer, der unseren Aushubberg verteilt hat, empfohlen hatte, kam für uns nicht in Frage. Das geht zwar schnell und ist unkompliziert, aber es gefällt uns einfach nicht.
Wenn es nach dem Bauherren ginge, dann hätten es auch Natur- oder Feinsteinzeugplatten sein können. Hier griff jedoch das Veto-Recht der Bauherrin.
Also kam das Thema „Holz“ auf den Tisch. Allerdings scheint es bei Naturholz so zu sein, dass man bei preislich akzeptablem Material mehrfach im Jahr pflegend eingreifen muss. Ansonsten splittert das Holz, graut aus und wittert sehr schnell.
Wenn man darauf verzichten möchte, dann bleiben eigentlich nur die Thermo-Esche, sibirische Lärche, Bangkirai oder andere Tropenhölzer. Sibirische Lärche und Tropenhölzer kommen für uns grundsätzlich nicht in Frage. Das deckt sich einfach nicht mit unserer Einstellung!
Und bei Thermo-Esche landet man dann sehr schnell bei 100 – 120 € pro m². Allein für das Deck. Ohne Unterkonstruktion und Co. lägen wir dann bei unserer ca. 45m² großen Terrasse bereits bei knapp 5.000€ – die Summe wollten wir eigentlich für das komplette Projekt in die Hand nehmen!
Also sind wir beim WPC gelandet. Zuerst natürlich beim billigen WPC, das man an allen Ecken und Ende und auch im Internet bekommt. Da werden Preise im Bereich von 25 € pro m² aufgerufen. Klingt verlockend, läuft aber meistens auf „wer billig kauft, kauft zweimal“ hinaus.
Für uns kam Hohlkammer-WPC nicht in Frage, da hier ein Gefälle von 2-3% zwingend erforderlich ist. Beachtet man dies nicht, beeinträchtigen Regen- und Kondenswasser die Haltbarkeit der Dielen und die Lebensdauer sinkt beträchtlich. Da unsere längste Seite der Terrasse stolze 9m lang ist, hätten wir einen Höhenunterschied von 20cm. 😕
Um es abzukürzen: wir haben uns für 20,5cm breite Vollprofil-WPCs-Dielen entschieden. Bei der Unterkonstruktion haben wir auf WPC verzichtet und stattdessen das nur unwesentlich teurere Aluminium gesetzt. Aus Haltbarkeits- und Stabilitätsgründen. Im Nachhinein würde ich sagen: die richtige Entscheidung, aber mit sehr viel Arbeit verbunden!

Aber von Vorne:
Nachdem wir unserem recht feuchten Garten eine Drainage spendiert haben (Ups, da gibt’s ja auch noch gar keinen Artikel zu 🙁  ), haben wir den Bereich der Terrasse gleich mit gemacht und ebenfalls einige Meter Drainagerohre verlegt. Stauwasser vom Haus fern zu halten hat oberste Priorität.

Die nächsten Schritte lassen sich in wenige Worte fassen. Eigentlich schade, denn das spiegelt in keinster Weise die Arbeit wieder, die darin steckt. Die einzelnen Schritte wären: Höhen errechnen und (z.B. an den Randsteinen) anzeichnen. Schotter möglichst eben verteilen und mit der Rüttelmaschine abrütteln. An dieser Stelle vielleicht noch der Tipp, dass man den Schotter vorher nass macht. Staubt weniger und die kleinen und größeren Bestandteile es Schotters verbinden sich besser. Wie lange man rütteln muss, ist von der Beschaffenheit des Untergrunds abhängig. An manchen Stellen habe ich (gefühlt) stundenlang gerüttelt. An anderen Stellen war das Ergebnis bereits nach 7-8 Überfahrten bestens.
Am Ende sollte alles +/- 3 cm eben sein.
Diese Unebenheiten werden am Ende mit einer ca. 3-5cm dicken Schicht Edelsplitt (2-5mm) ausgeglichen.
Im nächsten Schritt wird das Splittbett mit Hilfe mehrere Stahlrohre und einer ca. 2m langen Wasserwage gerade abgezogen. An dieser Stelle haben wir gleich ein minimales Gefälle mit eingebaut, so dass die 9m lange Seite ungefähr halbiert wird. Am Ende soll das Regenwasser zur Hälfte zur einen und zur Hälfte zur anderen Seite ablaufen.
Danach haben wir noch ein mittleres Unkrautvlies aufgebracht, bevor die Unterkonstruktion in Angriff genommen wurde.
Hierzu wurden 30x30cm große und 4cm dicke und sehr günstige Betonplatten in parallelen Reihen verlegt. Der Abstand der Reihen hängt vom später verwendeten Terrassenmaterial und der zu erwartenden Belastung ab.
Wir haben die Unterkonstruktion im Abstand von 30cm verlegt und zwischen den Auflageflächen 30cm, überbrückt. Klingt furchtbar kompliziert, ist aber total easy: parallel zum Haus eine Reihe Platten, dann eine Reihe frei lassen und dann kommt die nächste Reihe. Da kommt einiges an Steinchen zusammen. Wir hatten uns eine Palette (144 Stück) liefern lassen und mussten am Ende noch mal 60 Steinchen per Auto abholen 😉
Das sieht am Ende ungefähr so aus:
UK-Steinchen-1 UK-Steinchen-2Ist dieser Schritt erledigt, kann als nächstes die Alu-Unterkonstruktion aufgelegt und verschraubt werden.
Die Liste der Vorteile der Alu-Unterkonstruktion ist lang (witterungsbeständig, kann durch so genannte Verbinder quasi unendlich verlängert werden, etc.). Es gibt aber auch einen Nachteil: bei Holz oder WPC reicht es die Löcher vorzubohren. Will man die Alus mit den Betonsteinen verbinden, dann muss man entsprechend vorbohren und jedes einzelne Loch mit einem Kegelsenker so bearbeiten, dass die verwendete Schraube bündig abschließt. Letztendlich sollen die Dielen ja eben auf der Unterkonstruktion aufliegen und keine störende Schraubenköpfe im Weg sein.
Wo jetzt das Problem ist? Die Masse macht es! Am Ende wurden ca. 200 Löcher in die Alus gebohrt. 50 davon waren für die Katz‘ (weil falsch angezeichnet). Hinzu kamen ca. 150 Löcher, die in die Betonsteine gebohrt werden mussten, 150 Dübel und 150 5x70er Edelstahlschrauben.
Die 2,90m langen Alus haben wir, bei Bedarf, mit der Handsäge gekürzt. 2-3 Minuten sägen pro Alu. Hätten wir sicher auch mit der Kappsäge machen können, aber wir wollten das Sägeblatt nicht ruinieren.
Die Befestigung der Alus ging nur mühsam voran. Man muss ja auch immer aufpassen wo man hintritt. Sonst war die vorherige Arbeit mehr oder weniger umsonst.
Zwischenzeitlich sah die Baustelle so aus:
UK-Alus-reichen-nichtWährend der Arbeiten mit den Alus, ist uns irgendwann aufgefallen, dass die Anzahl nicht stimmt. Da hatten wir (also WIR und der Angebotsprüfer vom Lieferant) uns wohl verrechnet. Also kam es zu einer weiteren Verzögerung. Die Arbeiten ruhten, bis die letzten Alus und Verbindungsstücke eintrafen. Die Tage wurden kürzer und der Oktober neigte sich schon dem Ende entgegen. Aber dann traf die lange ersehnte Lieferung ein:
UK-Alus-geliefertDamit konnte die Unterkonstruktion fertig gestellt werden. Ein schönes Gefühl, wenn man nach einigen Tagen, an denen man nur mit Alu-Stangen und Schrauben hantiert hat, endlich das eigentliche Obermaterial in die Hand nehmen kann.
Die WPC-Dielen mussten natürlich auch in der Länge gekürzt werden. Da waren wir echt froh, dass wir eine ordentliche Kapp- und Gehrungssäge im Haus hatten. An dieser Stelle einen lieben Gruß an den Bruder des Bauherren 🙂
Mit diesem Werkzeug konnten die 21mm dicken und 205mm breiten Dielen problemlos und sauber geschnitten werden. Der Schnitt war so sauber, dass wir nicht erkennen konnten welche Seite die geschnittene Seite war, was nicht irrelevant ist, da das WPC eine Verlegerichtung hat.
WPC-geschnitten-1 WPC-geschnitten-2Und dann war es endlich soweit: die ersten Dielen waren verlegt und fest verschraubt. Mit Blick auf den großen Berg an Dielen, die noch in der Garage „warteten“ war uns klar, dass es erst ein Anfang war, aber immerhin! Und für die Motivation in kühler und dunkler werdenden Herbsttagen war dieser Anblick auch sehr dienlich:
WPC-erste-Dielen-liegenWeiter geht’s am Wochenende … mit der Fertigstellung der Terrasse 🙂