Glasfaserkabel ✔

Wir haben seit heute Glasfaser im Haus liegen…und bald dann Internet mit einer Geschwindigkeit ca. 200 MBit/s.
Vor dem Kauf des Grundstücks haben wir u.A. geschaut, ob es hier Internet gibt und wie schnell es ist. Einerseits weil der Bauhherr auch mal von zuhause aus arbeiten muß und dann auf eine schnelle Internet-Leitung angewiesen ist. Andererseits auch weil man (unserer Meinung nach) um eine gute Internet-Anbindung heute nicht mehr rum kommt. Ob es das tägliche „surfen“ ist oder man über das Internet fern schauen bzw. telefonieren kann…etc.
Es wurde uns damals gesagt, dass gegenüber an der Schule ja sogar eine Glasfaser-Leitung liegen würde und sowohl die Telekom, als auch Vodafon haben uns gesagt, dass wir ohne Probleme DSL mit 16 Mbit/s kriegen würden. Unitymedia kannte unsere Hausnummer nicht (welch ein Wunder), meinte aber, dass „in der Straße“ das entsprechende Kabel liegen würde.

Letztlich sind wir dann bei Vodafon gelandet, weil es die Einzigen waren, die uns anfangs garantieren konnten, dass wir mehr als DSL-Light bekommen. Die tatsächlich zur Verfügung stehende Bandbreite konnte natürlich erst nach der Installation mitgeteilt werden. Am Ende konnte uns nur eine Bandbreite von 1MBit/s zur Verfügung stellen und selbst da, gab es immer wieder Probleme. Teilweise war das Internet so schleichlahm, dass es uns an die gute, alte „Modem-Zeit“ erinnert hat.
Gerade zu den „Stoßzeiten“ ging fast gar nichts.
Und selbst an Tagen, an denen man die volle Bandbreite von einem Mbit nutzen konnte ( 😀 ) war es extrem frustrierend, wenn man z.B. für 600 MB an Updates 1,5 bis 2 Stunden warten musste… eigentlich unfassbar. Zumal unser Baugebiet offiziell zur „Stadt“ gehört.

Vor fast anderthalb Jahren hatten wir dann einen Zettel von den hiesigen Stadtwerken und einem lokalen Internetprovider im Briefkasten. Man lud zu einem Informationsabend zum Thema „Schnelles Internet“ im Dorf ein.
Der Abend an sich war zwar nett, aber das vor allem weil man mal ein wenig mit den verschiedenen anderen „Dörflern“ quatschen konnte.
Auf fachlicher Ebene wurde der Grund für das lahmende Internet genannt: die Verbindung zwischen dem lokalen Verteiler der Telekom und dem nächstgelegenen, größeren Knoten wäre noch eine Kupferleitung aus der Vergangenheit. Man hätte bereits mehrfach beim Leitungsinhaber (Telekom) angefragt und vorgeschlagen diese Leitung auszutauschen, allerdings bestand seitens der Telekom kein Interesse.

Letztendlich schlug man uns einen Deal vor: die lokalen Stadtwerke würden dieses „Kabel“ auf Ihre Kosten verlegen und der lokale Internetprovider würde die DSL-Einwahlknoten neben den Anschlüssen der Telekom („letzte Meile“) platzieren. Das Ganze hatte natürlich einen Haken: das Angebot ist nur gültig, wenn sich mindestens 200 Haushalte finden, die zu den vorgeschlagenen Konditionen wechseln.
Und die Konditionen waren aus unserer Sicht schon etwas … naja … sagen wir mal … unflexibel. Man könnte, wenn man den Vorvertrag unterschreibt, bis zu 50 Mbit/s bekommen. Allerdings erst in ca. 1,5 Jahren. Und das zu einem Preis, der geschätzt 50% über dem aktuellen Preis anderer, großen Provider liegt.
Oder anders gesagt: Man unterschreibt einen Vertrag, der in frühestens 1,5 Jahren startet und akzeptiert einen Preis, der bereits heute gefühlt leicht über dem üblichen Preisniveau liegt.

Am Ende zögerten dann doch so viele, dass keine 80% der mindestens benötigten Haushalte den Vorvertrag unterzeichneten.

Glücklicherweise wurde die Glasfaserleitung trotzdem gebaut!

Und es kam noch besser bzw. genau so, wie es kommen musste:
wenige Tage nachdem wir umgestellt wurden und in den Genuss von 50Mbit/s kamen, wurde am Nachbarhaus eine Glasfaserleitung direkt ins Haus verlegt.
Moment…
Glasfaser bis ins Haus …
Also gleich noch mal die Stadtwerke anrufen … und … aha … oh … super. Man hat jetzt beschlossen diejenigen, die daran interessiert sind, direkt via Glasfaser anzubinden. Damit wären ja Geschwindigkeiten von mehreren Gigabit/s möglich, etc.
Bei Interesse würde ein Mitarbeiter zur Erstellung eines Angebots vor Ort kommen.

So kam es dann auch. Der Preis war echt fair. Noch nicht einmal ein vierstelliger €-Betrag. Das lag einerseits daran, dass wir als Stadtwerke-Kunden 20% Rabatt bekamen und andererseits auch daran, dass wir eigene Leerrohre bis zur Garage liegen haben und die Hauseinführung folglich selbst durchführen konnten.

Am Tag X war es dann soweit. Der Bautrupp rückte an, „schoss“ das Leerrohr unter unserer Hecke durch und grub einen Schacht bis zu unseren Leerrohren.
Ein Stündchen später war das LWL-Kabel im Hausanschlussraum.

Das LWL-Kabel kommt

Jetzt warten wir auf die Umstellung unseres Anschlusses von „Kupfer“ auf LWL. Und dann gibt’s 200 Mbit/s.
Das wird dann erst mal kein großer Unterschied sein. Oder anders gesagt: wir könnten aktuell auch gut mit 50Mbit/s leben.
Trotzdem macht es Sinn das LWL im Haus zu haben, bevor wir die Zufahrt pflastern lassen.

Also hat’s „nur“ knapp 2 Jahre gedauert, bis wir von „fast kein Internet“ zu „ist ja schon da“ gekommen sind. 😉