Terrasse in Eigenregie Teil 2

Um ehrlich zu sein: unser Projekt „Terrasse in Eigenregie“ hat den geschätzten Zeitrahmen ordentlich gesprengt. Die geschätzte Dauer war schon verstrichen, da lagen gerade einmal 4 Dielen bzw. 2 Reihen.
Bis überhaupt die erste Diele mit der Unterkonstruktion verschraubt werden konnte, musste, wie schon berichtet, die Unterkonstruktion fertig sein.
Am Ende kamen da stolze 159,5m Aluminium-Unterkonstruktion zusammen. Die mussten ja auch erst mal mit den Betonplatten verschraubt werden. Und dann gab’s ja auch noch unseren Spritzschutz, den wir auch im Bereich der Terrasse angelegt hatten.
Das Problem: Die Alus hätten als letzten Auflagepunkt den Betonstein direkt vor dem Randstein für den Spritzschutz. Bestenfalls lägen die Alus direkt auf dem Randstein auf. Von dort wären es weitere 25cm bis zum Sockel. Jetzt gilt Aluminium eher als stabil und unnachgiebig, trotzdem wollten wir die Terrasse keine 20-25cm halbseitig „in der Luft“ hängen lassen.
Um das Problem zu lösen, haben wir in den Zwischenraum zwischen Haus und Randstein jeweils so genannte Terrassenstelzlager gestellt, ausgerichtet, in der Höhe justiert und mit den Alus verschraubt.
Auf der Seite in Richtung Garten war das alles kein Problem. Da lag die komplette Unterkonstruktion auf Betonplatten. Nur ganz ans Ende, an den überhängenden Teil, stellten wir ein Stelzlager.
Kniffliger war es da bei der Unterkonstruktion seitlich vom Haus. Da verläuft die Unterkonstruktion parallel zur Hausmauer. Folglich musste die Unterkonstruktion ca. 3,5m „über“ den Spritzschutz geführt werden und auf entsprechende Stelzlager gestellt werden. Damit das alles dauerhaft hält, muss man sich hierfür schon etwas Zeit nehmen.
Nachdem die Unterkonstruktion fertig war, dachten wir, dass der zeitraubende Teil hinter uns läge. Da wussten wir aber noch nicht was noch auf uns zukommen sollte.

In der Theorie war alles ganz einfach: Dielen nach Plan auf die Unterkonstruktion legen, ggf. kürzen und dann verschrauben. Das ganze macht man so lange, bis keine Dielen mehr da sind und tataaaaaaaa …. fertig!
Okay… ganz so leicht war es dann doch nicht!
In der Theorie gliederte sich unsere Terrasse in 3 Teilbereiche:

  • die große, rechteckige Fläche vor dem Erker bis zum Garten mit ca. 9m Seitenlänge.
    Dort werden abwechselnd 4m und 5m lange Dielen verlegt. Das ist der Bereich, wo man ohne große Mühe richtig Meter machen kann!
  • die Fläche links vom Erker
    Dort wechseln sich 4m und 2,9m lange Dielen ab. Da der Bereich jedoch ca. 0,5m schmaler ist, muss in jeder Reihe eine Diele gekürzt werden.
  • die Fläche „neben“ dem Haus. Da es die Südseite ist, wollten wir die Terrasse um die Ecke herum ziehen, so dass man auch über die südliche Wohnzimmer-Terrassentüre auf die Terrasse kommt. Dort sollte die Terrasse 2m breit werden. Also haben wir 4m lange Dielen bestellt und „halbiert“. In der Realität waren es dann doch nur ca. 1,95m statt 2m, so dass man jede Diele nach dem Teilen noch anlegen, markieren und auf die endgültige Länge kürzen musste.

Vermutlich lässt sich schon erkennen was etwas nervte: erst schleppt man die echt schweren Dielen in den Garten, markiert, schleppt wieder zurück in die Garage und sägt zu. Dann geht’s wieder zurück in den Garten. Wenn man sich vermessen hat, dann gibt’s noch eine Extrarunde 😉
Und selbst wenn nichts geschnitten werden musste: die 5m langen Dielen waren echt super-heavy!!!

Ach ja: eine witzige Erfahrung durften wir auch noch machen:
Um unsere Wunsch-Terrasse umsetzen zu können, musste eine Diele der Länge nach geschnitten werden. Es handelt sich um den Übergang der Fläche links vom Erker und der „großen“ Fläche vor dem Erker. Damit alles passt musste an einem 5m langen Brett auf einer Länge von ca. 3m ein 8cm breites Stück abgetrennt werden.
Und womit macht man das? Klar: mit der Stichsäge! Extra hierfür haben wir uns im Baumarkt 3 passende und für bis zu 3cm dickes Hartholz geeignete Sägeblätter gekauft. Die erstem 20 – 30cm des Schnitts gingen wie durch Butter. Die nächsten 20 – 30cm gingen schon schwerer. Und danach ging fast gar nichts mehr. Mehr als 1m mit einem Schneideblatt war nicht drin. Eher weniger! Am Ende genügten die 3 Sägeblätter nicht. Zum Glück hatten wir noch ein paar ältere Sägeblätter mit denen wir den Schnitt vollenden konnten.
Aber wer hätte das gedacht, dass ein Schneideblatt nach wenigen cm schon schlapp macht. Völlig faszinierend!
Die Kappsäge ist auch nach geschätzten 100 Schnitten noch top. Da merkt man keinen Unterschied!

Kommen wir zum zweiten Verzögerungspunkt: Schrauben!
Sagen wir’s mal so … jede Diele wird an der kreuzenden Unterkonstruktion mit einem Clip und einer Schraube verschraubt. Also: mit jeder einzelnen Latte. Das macht auf der großen, ca. 9m breiten Fläche 34 Clips und Schrauben pro Reihe!
Auf der große Fläche sind das alleine 14 Reihen. Macht schon mal 476 Schrauben. Insgesamt haben wir ca. 750 Schrauben für das Deck verbraucht. Da wir das Loch für die Schraube in die Alu-Unterkonstruktion vorbohren mussten, waren das ca. 1.500 Schraub- bzw. Bohrvorgänge!
Zum Glück hatte ich „vollumfängliche“ Unterstützung durch einen Arbeitskollegen. An dieser Stelle noch einmal Danke für die Hilfe und den genialen Akkuschrauber!

Irgendwann war es dann soweit! Die letzte Reihe lag und musste nur noch verschraubt werden. Vorher mussten die noch überstehenden Alus gekürzt werden. Im Anschluss konnten die Dielen verschraubt werden. Leider haben wir aktuell nur Fotos vom Zeitpunkt vor dem Kürzen der Alus. Als alles fertig war, war es einfach schon zu dunkel.

Trotz Dunkelheit tanzten wir vor Freude über die fertige Terrasse! Und da war er wieder: der unendliche Stolz ein Projekt, an dem man selbst hart gearbeitet hat, abgeschlossen zu haben 🙂

Was kostete der Spaß jetzt?

  • Schotter und Feinsplit für die Terrassenfläche inkl. Lieferung
    ca. 300 €
  • Rüttelplatte für einen Tag
    30 €
  • Terrassen-Dielen (Vollprofil), Alu-Unterkonstruktion, Alu-Einsteckverbinder, Schrauben und Clips, Stelzlager und Unterlagepads inkl. Lieferung
    ca. 3.050 €
  • Nachlieferung Alu-Unterkonstruktion, Alu-Einsteckverbinder inkl. Lieferung
    ca. 310 €
  • Nachbestellung Clips und Schrauben
    ca. 60 €
  • Edelstahlschrauben und Dübel für die Unterkonstruktion
    ca. 150 €
  • Kleinigkeiten (Edelstahlschrauben für Terrassenstelzen und Alus, Unterlagepads, Metallbohrer, Kegelsenker, etc.)
    ca. 100 €

Macht in Summe die gerade Zahl von 4.000€
Geplant bzw. gerechnet hatten wir mit max. 5.000€; d.h. wir haben jetzt noch ca. 1.000€ zur Verfügung um, wie bereits geplant, im Frühjahr eine Umrandung / Einfassung um die Terrasse zu errichten und ein paar Spots im Randbereich der Terrasse einzusetzen. Könnte knapp werden, aber Ihr wisst ja selbst wie es mit den Budgets ist 😉

Edit der Bauherrin: Und ich möchte nochmal ein extra DANKESCHÖN los werden. Einmal natürlich an den lieben „Arbeitskollegen“, der uns wirklich doll geholfen hat. Und dann auch an den besten Bauherren den es gibt. 😉 Ich konnte nämlich eigentlich fast gar nicht helfen, da ich zwischenzeitlich im Krankenhaus lag und krank geschrieben war. Darum ist das „wir“ in diesem Bericht auch eigentlich nicht ganz korrekt… 🙂

So, jetzt die versprochenen Bilder:

7 Gedanken zu „Terrasse in Eigenregie Teil 2

    • Danke 🙂
      Fehlt noch eine Natursteinumrandung und ein paar LED-Spots. Dann müssen noch die Lampen ans Haus. Im Frühjahr kommen dann neue Terrassenmöbel drauf und dann sieht’s doch gleich bewohnt aus 😉

  1. Hallo, ich sehe hier dass ihr die Holzterrasse über dem Sockelabschluss angelegt habt. Ich wollte die Terrasse auch in dieser Art machen sozusagen fast barrierefrei. Gemäß DIN und unserem Bauleiter muss die Holzkonstruktion allerdings 15cm über OK Gelände liegen. Meine Frage daher. Habt ihr keine Probleme mit Wasserableitung, bezw. Schnee oder sonstigem was sonst noch aufstauen könnte? Wie sind eure „Langzeit“ erfahrungswerte? Würdet ihr heute etwas ändern oder hat sich die Konstruktion bewährt?

    • Hallo Gilles,

      ja, da hast Du Recht! Die Terrasse liegt einige cm höher als die Holzkonstruktion. Auf Anfrage bei unserem Bauleiter haben wir eine ähnliche Aussage bekommen. Allerdings haben wir irgendwann auch einmal das WeberHaus Musterhaus in der Fertighauswelt in Köln besucht. Und da hat WeberHaus die Terrasse ebenfalls ähnlich errichtet wie wir.
      Schau Dir mal das Bild auf dieser Seite an: WeberHaus Bauforum Köln

      Nachdem wir vor Ort waren haben wir WeberHaus noch einmal angeschrieben und einen Rückruf erhalten. Dort wurde bestätigt, dass unsere Vorgehensweise völlig in Ordnung ist. Wichtig wäre nur, dass zwischen Hauswand / Putz und Terrasse ein ausreichend dimensionierter Spalt (min. 3 cm) existiert.
      Allerdings müssen wir dazu sagen, dass wir es NICHT so gemacht haben, wie es unser damaliger Garten- und Landschaftsbauer wollte. Dieser wollte den Schotter bis auf die benötigte Höhe ans Haus ran schieben. Dazwischen käme Noppenfolie – das wäre völlig ausreichend!
      Äh… nein! Das wollten wir dann doch nicht! Wir haben rund ums Haus einen Spritzschutz mit Randsteinen gesetzt. Den Bereich zwischen Randstein und Haussockel haben wir mit Kies aufgefüllt. Oben drauf eine Lage Unkrautvlies. Darauf kam im Bereich der Terrasse noch Feinsplitt um die eben zu bekommen. Der Abstand zwischen Feinsplitt und Unterkante Holzkonstruktion beträgt locker die benötigten 15cm. Um die Unterkonstruktion der Terrasse ordentlich fixieren zu können, haben wir in den Bereich zwischen Randstein und Haus so genannte Stelzlager verwendet.
      Der Abstand zwischen „Brett“ und Hauswand beträgt min. 3cm. Ich würde sogar sagen, dass es bei uns stolze 5cm sind. Da staut sich nichts. Und Schlagregen, der an der Hauswand herunterläuft, tropft in dem Spalt, landet im Kiesbett und landet letztendlich in der Drainage die dort liegt.
      Letzteres, also die Drainage ist, unserer Meinung nach, mindestens genauso wichtig wie ein leichtes Gefälle der Terrassendielen.

      Bislang hatten wir absolut keine Probleme mit „stehendem Wasser“. Schnee hatten wir allerdings noch keinen 🙂
      Das liegt einerseits wohl daran, dass es hier selten schneit und andererseits haben wir einen 70cm Dachüberstand.

      Unser Tipp: sprecht noch mal mit Eurem Bauleiter und fragt noch mal nach der Terrassenkonstruktion des Musterhaus in Köln.
      Dann erhaltet Ihr vermutlich ebenfalls die Info, dass das i.O. ist.

      Falls Ihr noch Fragen habt: einfach noch mal melden!

  2. Pingback: Terrassenverlängerung mit kleinem Beet | Our home is our castle

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