quod erat demonstrandum

Jetzt, wo es draußen etwas kälter ist und man trotz Lust etwas am Haus zu machen von den niedrigen Temperaturen und dem häufig fehlenden Tageslicht gebremst wird, findet Mann (!) die Zeit sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Beim ordentlichen Verkabeln im Technikraum fiel er mir auf: der Warmwasserspeicher. Hm … da war doch was:

Im Winter soll die elektrische Heizspirale hinzugeschaltet werden. Für den Fall der Fälle. Das ist quasi wie Winterreifen fürs Auto…

Hm … die WP benötigt im Betrieb knapp 500 Watt … die Heizspirale nimmt sich 2.000 Watt …. uiuiui … 😯
Wie sich wohl unser Stromverbrauch ändert, wenn ich die Funktion hinzuschalte? Und überhaupt … was schluckt die Proxon Frischluftwärmetechnik jetzt,wo es Nachts auch mal leicht unter 0°C geht?
Lohnt sich die PV-Anlage auf dem Dach? Macht das alles Sinn???

Vor der Erläuterung erst mal was für die Augen:
Strom-November

Die Daten aus dem ersten Quartal sind Hochrechnungen. Da liegen uns keine echten Messwerte vor.
Der Eigenverbrauch liegt übers Jahr gerechnet leider nur bei knapp 14%. Das hat seine Gründe und wurde quasi behoben. Mehr darüber im nächsten Blog-Artikel!

Naiv betrachtet heißt das:

Produzierter Strom bis heute: 3439 kWh
Verbrauchter Strom bis heute:  1730 kWh

D.h. wir haben ein Energie-Plus von sage und schreibe 1709 kWh oder anders formuliert: wir verbrauchen gerade mal 50% der Energie, die wir selbst produzieren!

Jetzt haben wir in den letzten 2-3 Wochen tatsächlich einen signifikant gestiegenen Verbrauch der „Heizung“ festgestellt. Ist ja irgendwie klar und war zu erwarten.
Aber selbst wenn es bis Ende des Jahres bitterkalt werden sollte die Sonne gar nicht mehr scheint (d.h. selbst wenn wir pro Tag 30 kWh verheizen und nix produzieren), dann bleibt am Ende des Jahres weiterhin ein Plus von um die 500 kWh.
Es bleibt also dabei:

Wir haben ein PlusEnergie-Haus!!! 🙂
(quod erat demonstrandum)

11 Gedanken zu „quod erat demonstrandum

  1. Hallo,
    bin gerade auf Euren Blog gestoßen. Darf ich mal fragen, wieviel kWh Ihr tatsächlich so im Januar täglich verheizt? Wir sind gerade auch in unser Haus mit Proxon Frischluftwärmetechnik eingezogen und liegen jeden Tag zwsichen 30 und 40 kWh, je nachdem ob wir noch mit dem Kamin zu heizen. Ist das normal bei knapp 200qm Wohnfläche? Erscheint mir ziemlich hoch, zumal es im Moment ja gar nicht wirklich kalt draußen ist, zumindest über 0°C.
    Viele Grüße
    Matthias

    • Hallo Matthias,

      wir hatten im Januar einen Verbrauch von 408 kWh für die Wärmepumpen (Warmwasser + Frischluftwärmetechnik).
      Das sind dann pro Tag ca. 13 kWh pro Tag.
      Wir haben in den Räumen ca. 20 Grad. Mal ist es ein Grad mehr, mal ein halbes weniger. Je nach Sonneneinstrahlung.
      Die Soll-Temperatur des Wohnzimmers senken wir in der Regel Nachts auf 18 Grad ab.
      Die zusätzlichen Wärmeelemente hatten wir erst ein mal an. Die bringen kaum etwas, außer hohen Stromverbrauch. Da war es bei uns besser die Badheizkörper (die auch mit Strom laufen, aber leider auf die normale Stromrechnung und nicht den Wärmepumpentarif gehen) einzuschalten und so zusätzlich zu heizen.

      Zum Vergleich: im Spätsommer hatten wir gerade mal 1-2 kWh pro Tag. Im Oktober schon ca. 7 kWh pro Tag.

  2. Hallo!
    Ein sehr informativer Blog, vor allem wenn man – wie wir – nun auch mit WeberHaus bauen. Was uns interessiert ist die Heiztechnik. Die Wohnfühlwärme, von WeberHaus wärmstens 😉 empfohlen (wegen der besten Preis-Leistungs-Spanne für Weber?), sehen wir kritisch: Was ist mit sehr trockener Luft im Winter durch die Nutzung der Technik? Wie steht es mit Gebläsegeräuschen und Staubverwirbelungen? So schreibt auch Weber auf der HP bei einer anderen Heiztechnik „keine Staubaufwirbelung“. Schon komisch! Zudem wird unser Haus KFW70 sein, und überall liest man, dass es bei der LLWP am besten Passivhausstandard sein sollte. Wir sind etwas ratlos…?! Könntet ihr bei den Fragen weiterhelfen? Danke!

    • Hallo Alexander,

      sorry für die verspätete Antwort! Ich hoffe, dass Euch die Antwort trotzdem noch hilft.
      Wir haben ja nicht die Wohlfühlwärmetechnik, sondern die Frischluftwärmetechnik von WeberHaus bzw. Proxon. Frag‘ mich nicht, was da der Unterschied ist.
      Was Fakt ist: die Luft ist im Winter tatsächlich sehr trocken! Im Dezember & Januar hatten wir selbst im Wohnzimmer zwischen 25 und 30% Luftfeuchtigkeit. Und selbst wenn man mal ausgiebig badet oder Nudeln ohne Deckel kocht, dann ändert das an der Gesamtfeuchtigkeit nichts. Die Luftfeuchtigkeit passt sich halt immer der Außenluft an. Allerdings fehlen uns noch die „großen Pflanzen“, die wir immer aufstellen wollten 🙂

      Das mit der Lautstärke ist unterschiedlich. Das kommt ganz darauf an für welche Lüfterdrehzahl Euer Haus konzipiert wird und wo Du stehst. Unser Haus ist so konzipiert, dass wir bei Lüfterstufe 3 (von 4) die Raumluft in 2 Stunden komplett austauscht. Die Zuluft hörst und merkst Du bei uns nicht. Die Absaugung schon. Wir haben z.B. in der Küche einen Deckenauslass, an dem abgesaugt wird. Bei Lüfterstufe 3 ist der Luftstrom hörbar, wenn man direkt darunter steht. Bei Stufe2 hörst und spürst Du gar nichts bzw. nur, wenn Du die Hand direkt davor platzierst.
      Was wirklich „Krach“ macht ist die Wärmepumpe im Warmwasserspeicher. Wenn die werkelt, dann klingt das teilweise wie ein Dieselfahrzeug im Standgas. Die eigentliche Lüftungsheizung ist aber auch hörbar. Deren Geräuschpegel variiert auch. Und spätestens wenn das Gerät enteist, macht es nette Geräusche. Wir waren völlig irritiert, als die Lüftung schon lief und wir noch keine Türen hatten. Wir würden Euch auf jeden Fall zu einer (einfachen) Schallschutztüre raten! Unsere hat gerade mal 100€ mehr gekostet als eine normale Türe, aber das war’s auch wert!

      Staubverwirbelungen haben wir noch keine gesehen. Wenn die Lüftung läuft, dann hat man tendenziell weniger Staub im Haus. Das gibt sich aber alles nichts.

      Was Fakt ist: sobald das Thermometer nahe 0°C fällt oder sich die Temperaturen darunter bewegen, steigt der Stromverbrauch an, da kaum noch Restwärme aus der Außenluft gewonnen werden kann, bzw. der Aufwand dementsprechend hoch ist. Je „dichter“ das eigene Haus ist, desto höher ist der Anteil der Wärmerückgewinnung am Wärmetauscher; d.h. die Wärme der warmen, verbrauchten Luft wird an die kalte Frischluft „übergeben“.
      Wenn Ihr jetzt ein KFW70-Haus OHNE Keller baut, dann wäre ich bei der Wahl der Heizung skeptisch. Landet ihr „aufgrund“ des Kellers, der ja in die Berechnung der KFW mit einfließt, bei KFW70, dann könnte ich mir schon wieder vorstellen das Haus mit einer Proxon zu heizen. Es sei denn ihr wollt die Kellerräume als echte Wohnräume verwenden.

      Für uns wäre die „beste“ Lösung eine Frischluftwärmetechnik in Verbindung mit einem Kaminofen für den Winter. Stellt man die Proxon dann auf Ofenbetrieb, dann „heizt“ man die anderen Räume mit und die warme Abluft hilft der Wärmepumpe beim Warmwasserspeicher.

      • Hallo Jochen,

        … und genauso spät melden wir uns zurück… 😉 Wir haben uns auch im „Dschungel der Baublogs“ etwas verlaufen. Sei´s drum. Danke für die tolle und ausführliche Antwort. Als Update: Wir bauen nun auch eine Frischluftheizung, dass ist das Modell „über“ der Wohnfühlwärme bei Weber. Und: Wir „müssen“ und werden auch mit Keller bauen. Hier werden wir wohl erst mal keine Schallschutztüre brauchen – wenn nicht, dann eben später mal.
        Noch etwas: Wenn ich richtig geschaut habe, habt ihr 2013 gebaut? Uns würde die Optik der verbauten Thermostate bei euch interessieren und auch die Heizung selbst, denn es kann sein, dass es hier schon wieder ein Update von Proxon (oder Proxxon??) gegeben hat. Das gibt’s aber nicht auf der Homepage, richtig?
        Zudem: Wie habt ihr den KFW40 Standard hinbekommen? Denn wir haben die normale Außenwand von Weber, die Frischluftheizung mit Be- und Entlüftung und das wars. Ihr habt keinen Keller und Photovoltaik, richtig? Und dann ist man schon bei KFW40?! Ob der Keller das bei uns zunichte macht? Wobei es ein Keller im Weberith-Standard ist. Unter KFW70 war bei und auch gar kein Thema und wir dachten, man muss weiß Gott was machen um weiter als KFW70 nach unten zu kommen…
        Nochmal: Toller Blog, vielen Dank, ich habe viele Blogs gesehen, aber selten jemand, der so detailliert einträgt und Erfahrungen objektiv teilt. Klasse, einfach nur: Danke!

        • Unsere Proxon Elemente sehen genau so aus wie man sie auf der Homepage (http://www.zimmermann-lueftung.de/cms/front_content.php?idcat=8) zu sehen bekommt. Jetzt hoffe ich mal, dass der Link funktioniert 😉
          Jedenfalls haben wir im Wohnzimmer das TFT-Panel mit den zwei „Touch-Streifen“ und in den Räumen die Nebenbedienpanels mit den 4 Knöpfen und den vielen, bunten LEDs.
          Gibt’s da etwa was Neues?

          KFW40 ist, glaube ich, utopisch, wenn man einen Keller oder eine angrenzende (und durch eine Tür verbundene) Garage hat. Dann wird, soweit wir wissen, den zusätzliche Raum in das zu beheizende Volumen mit eingerechnet.
          Und da bei der Berechnung des Heizbedarfs bzw. des Energieverbrauchs auch „solare Gewinne“ (also Wärme, die durch Sonneneinstrahlung / Lichteinfall im Haus „entsteht“) einkalkuliert werden, muss Deine Rechnung zwangsweise schlechter ausfallen, sobald ein Keller hinzu kommt. In den Räumen ist der Lichteinfall eher geringer 😉
          Dazu haben wir die Övonatur Außenwand (also die dickere Wand). Ob in unsere Berechnung dann auch noch der Gewinn durch die Solaranlage geflossen ist, weiß ich gar nicht. Das müsste ich nachsehen.
          Aber es stimmt schon: unser WeberHaus Berater meinte sofort „mit Keller geht ohne exorbitante Anstrengungen ’nur‘ KFW70“.

          Danke für das große Lob! Das motiviert uns direkt weiter zu machen, auch wenn es manchmal schwer fällt einen Artikel zu schreiben, wenn man vorher x Tonnen Kies durch die Gegend geschaufelt hat 😀

          • Armer Kerl! Halten wir euch von der Arbeit am Haus ab…
            Wegen der Bedienpanels: Da hätten wir mal selbst drauf kommen können, gleich auf der Heizungsseite nachzuschauen. Danke! Auch für die Ausführungen zum KFW-Standard, sehr einleuchtend.
            Momentan haben wir wohl zu lange Urlaub, denn wir haben unser Bad nochmal umgeplant – und das nach der Ausstattungsberatung…, jetzt hoffen wir, dass man nicht zu viel von uns verlangt für die Umplanung, denn Pläne und Genehmigung sind schon da…
            Beste Grüße!

  3. Pingback: Fotovoltaik Erfahrungsbericht | Our home is our castle

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