Sockelputz in Eigenregie

Inspiriert vom Hausbaublog „Das Bismarck Haus“ haben wir uns in diesem Juni ebenfalls an den Sockelputz gewagt. Wie bei den Bismarck Bauherren war der Sockelputz auch bei uns außen vor. Der Sockel war irgendwie nie Thema bei uns. Es hieß wir sollen erst einmal abwarten wie viel vom Sockel am Ende überhaupt zu sehen sein wird.

Fakt ist: vom Sockel wird immer etwas zu sehen sein. Oder anders formuliert: WeberHaus schreibt Dir eigentlich sogar vor wie Du den Sockel zu machen hast. Da gibt’s mehrere Varianten: tiefes Kiesbett, Rinne, etc.
Da werden die Abstände (Putz zum Kies, Abstand Randsteine, uvm.) vorgeschrieben.
Daran sollte man sich natürlich auch halten…sonst kann es sein, dass man etwaige Ansprüche verliert.

Den Sockelputz machen lassen kam für uns nicht in Frage. Einerseits, weil wir zu dem Zeitpunkt durchwachsene Erfahrungen mit Handwerkern gemacht hatten, und andererseits kann man das auch selber machen. Machen lassen hätte irgendwas zwischen 1.000 und 2.000 € gekostet.

Also ab zum Baumarkt und eingekauft. Was man braucht hängt von einigen wenigen Faktoren ab. Hauptsächlich aber was für ein Untergrund vorhanden ist, wie viele Laufmeter Sockel man hat und wie „hoch“ man den Sockel verputzen will / muss; sprich: wie viel vom Sockel zu sehen ist.
Bei uns waren es ca. 43m, mit geschätzten 25cm zu verputzendem Sockel und XPS-Dämmstoffplatten als Untergrund.
Macht bei uns vier 25kg Säcke Armierungsputz. Die entsprechende Fläche an Armierungsgewebeband, 5kg Universalgrundierung und vier 20kg Eimer Mosaikputz.
Als Werkzeuge braucht man 1-2 Drahtbürsten, eine kleine Maurerkelle und eine Glättkelle. Und natürlich einen Eimer und ein Werkzeug zum Anrühren des Armierungsputzes.

Der erste Schritt war bei uns der Mühsamste: freilegen des Sockels!
Der Schotter, der sich teilweise selbst verdichtet hat bzw. durch den Regen verdichtet wurde, lag an 2 der vier Hausseiten sehr hoch. Dementsprechend musste viel weggeschaufelt werden. An einer Hausseite hatten wir Glück: da mussten wir nur 10cm weg schaufeln. Dafür lagen auf der verbleibenden, vierten Hausseite schon Unmengen an Schotter für die zukünftige Terrasse. Der Schotter verdeckte nahezu den kompletten Sockel.

Jetzt kommt der ärgerliche Teil: bei der Errichtung unserer Bodenplatte wurde die so genannte Perimeterdämmung (also die XPS-Dämmstoffplatten) ziemlich rabiat angebracht. Zuerst wurde die Verschalung für die Bodenplatte errichtet. Und dann wurden wohl die XPS-Platten von innen, zweilagig entlang der Holzverschalung angebracht. Damit die Platten an Ort und Stelle bleiben, wurden von Innen große Nägel bis zur Holzverschalung durchgeschlagen. Soweit so gut… allerdings waren es 4-6 Nägel pro ca. 1,25m langer XPS-Platte.
Ganz am Ende, als die Bodenplatte fertig war, wurde die Holzverschalung wieder entfernt. Und wir hatten eine Bodenplatte mit ca. 200 Nagelspitzen, die aus den XPS-Platten herausschauten.  👿
DAS war ein Spaß diese Nägel mit einer geeigneten Zange vorsichtig heraus zu ziehen! 👿

An dieser Stelle auch gleich noch ein kleiner Tipp für zukünftige Bauherren bzw. jene, die noch ein Häuschen ohne Sockelputz haben. Lasst Euch damit nicht unendlich lange Zeit und checkt mal Eure XPS-Dämmplatten!
Mehr als ein Jahr sollte nicht zwischen Errichtung der Bodenplatte und Sockelputzanbringung liegen.
Das Problem ist, dass die XPS-Dämmstoffplatten UV-empfindlich sind! Zuerst bleichen sie aus und verändern die Farbe von ihrem Lila-Farbton hin zu gelb. Irgendwann bleicht dann das gelb zu hellgrau aus.
UV-geschädigtes XPS ist nicht als Trägermaterial für Sockelputz geeignet, weshalb die Beschädigungen mit der Edelstahl-Bürste vorher entfernt werden muss! Dass das anstrengend und vermeidbar ist, ist das eine. Dass man eventuell einen buckeligen Untergrund bekommt ist das Andere. Und das erschwert Euch die Arbeit zusätzlich bzw. das macht es nicht leichter!

Soviel zur Theorie! Die Praxis dauert bekanntlich länger und ist anstrengender. Aber: es ist alles viel weniger kompliziert als man meint. Das kriegen auch Ungeübte hin.
Damit es etwas angenehmer ist, haben wir unsere Schalbretter vor die zu bearbeitende Stelle gelegt und mit etwas Malervlies abgedeckt.
Danach wurde – wie schon geschildert – gebürstet. Das ist auch dann notwendig, wenn die XPS-Platten noch ihre ursprüngliche Farbe haben. Die Oberfläche muss etwas angeraut werden, damit der Putz besser hält.
Anschließend trägt man den angerührten Armierungsputz auf. Bei uns ging das in 2 Schritten am besten:
1. Armierungsputz auf die Glättkelle und diese am Sockel von unten nach oben ziehen
2. „Lücken“ und den oberen Bereich zwischen Hausputz und Sockel macht man dann am besten mit kleinen Portionen auf der Kelle und von links nach rechts bzw. rechts nach links.
3. Sobald man eine Strecke von 2-3m bearbeitet hat, zieht man diese mit der vertikal ausgerichteten Kelle komplett ab.

Im ersten Schritt muss der Putz nicht eben sein! Es genügt, wenn einiges an Putz am Sockel hängt. Im nächsten Schritt wird das Gewebeband in den frischen Putz eingelegt und leicht angedrückt.
Erst dann wird der Armierungsputz vollständig geebnet und das Armierungsband vorsichtig eingearbeitet. An Stellen wo noch etwas Putz fehlt, trägt man diesen einfach auf und glättet alles mit der Kelle (siehe Schritt 3). Das Ganze Kunstwerk muss allerdings nicht 100% glatt sein! Da kommt ja noch eine Schicht Buntsteinputz drüber. Und der kaschiert so einiges…
Am Ende muss der Armierungsputz 2-3 Tage trocknen.

Am Tag bevor man den Mosaikputz aufbringt, streicht man den Sockel / den Armierungsputz mit Universalgrundierung. Darauf haftet der endgültige Putz besser.

Jetzt kommt der Mosaikputz bzw. Buntsteinputz. Wir haben uns für den Farbton anthrazit entschieden. Ein Gemisch aus 2 unterschiedlich farbigen Körnern wäre für uns nicht in Frage gekommen.

Das Zeug ist echt der Hammer! Unser Mosaikputz sah aus wie Kaviar und wir waren uns beim Anblick der Masse absolut nicht sicher, ob das wirklich unsere Farbe war.
Trotzdem haben wir begonnen das Zeug aufzustreichen.
Im Vergleich zum Armierungsputz muss der Mosaikputz anders aufgetragen werden. Zwar zieht man die Masse auch mit der Kelle von unten nach oben, allerdings darf man nie zu viel davon auf die Kelle packen, da sonst der Großteil wieder runter fällt.
Oder anders formuliert: Buntsteinputz hält nicht auf Buntsteinputz. Ist die Schichtdicke größer als 3-4 Körner läuft das Zeug langsam in Richtung Boden oder fällt direkt wieder ab.
Trotzdem kein Grund zur Panik. Dann packt man eben nur kleine Kleckse auf die Kelle und zieht diese ab.
Am Anfang haben wir auch „zu dick“ aufgetragen: bei 4 Eimern und 4 Hausseiten merkt man recht schnell, dass man zu viel Material verstreicht, wenn man 1m vor Ende der ersten (und kürzeren) Hausseite den zweiten Eimer öffnen muss. 😉
Am Ende hat aber doch alles gereicht. Trotz Zweifel und Angst, dass die letzten 2m Sockel unverputzt bleiben, weil das Material ausgeht.
An dieser Stelle gleich noch der Hinweis, dass Buntsteinputz von Ecke zu Ecke aufgetragen werden muss. Eine halbe Hausseite machen und am nächsten Tag weiter machen ist nicht drin…

Im Vergleich zum Armierungsputz lässt sich der Buntsteinputz wesentlich besser glatt ziehen. Liegt wohl an der Körnung. Oder anders formuliert: da kannst Du mit der Glättkelle drücken wie du willst – die unterste Schicht kriegst Du nicht weg gekratzt. Also muss man sich nur darum kümmern, dass ausreichend Material aufgebracht wurde und dann zieht man das gerade ab.
Hausecken sind tricky. Gerade wenn man – wie wir- größere Kanten und Überstände an den XPS-Dämmstoffplatten hat. Trägst Du zu viel Buntsteinputz auf, fällt oder rutscht er wieder runter. Nimmst Du zu wenig sieht die Ecke halt krumm und schief aus 🙁
Zum Glück haben wir nur 6 Außenecken 😉

Während man die Masse verarbeitet kann man schön beobachten wie sie „hinterher“ trocknet. Die Beunruhigung über den ggf. falschen Farbton hat sich also rasch wieder gelegt. Unser Sockel hat sich langsam vom Farbton Kaviar in Richtung Anthrazit entwickelt. Erst sah es eher aus wie schwarz, aber mittlerweile passt der Farbton 🙂

Bevor der Blog-Post noch länger wird, hier die Kostenübersicht:

  • 4 Säcke Armierungsspachtel à 25kg
    ca. 55 €
  • 2x Armierungsglasgewebe 10m
    ca. 35 €
  • ein Eimer Universalgrundierung 5kg
    ca. 22 €
  • 4 Eimer Mosaik-Buntsteinputz à 20kg
    ca. 160 €
  • Werkzeuge
    (Drahtbürste, Glättkelle, Spachtel)
    ca. 30 €

Macht in Summe also ca. 300 €

An Alle, die keinen Sockelputz im Vertrag haben: nur Mut … das schafft auch ein Ungeübter.

Das Schlimmste ist der Geruch des ausdünstenden Mosaikputzes! Das stinkt wie die Hölle und man hat den Eindruck man wohnt direkt im Zentrum einer Erdölraffinerie 🙂
Aber nach 1-2 Tagen ist das auch vorbei und dann ist man nur noch stolz auf das Geleistete 😀

Wie immer gibt’s am Ende noch ein paar Fotos:

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