Und schwupps da steht das Haus

Tataaaaaaaa, da ist es:Letztes-Teil-fertig

Aber der Reihe nach!
Am 16.09. war es soweit! Pünktlich um 4:30 Uhr klingelte der Wecker und der Tag begann. Um ca. 5:15 Uhr trafen wir an der Baustelle ein. Eigentlich wollten wir die geforderte halbseitige Straßensperre errichten, aber als wir eintrafen ging es an der Baustelle schon rund. Der 35t Kran war gerade dabei sich eine geeignete Parkposition zu suchen und der WeberHaus Montagetruppe wuselte schon auf der Bodenplatte rum. Der erste LKW mit Kleinteilen (Treppe, Rigipsplatten, Badewanne, etc) und den ersten Bauteilen (Erker und Dachgiebel) stand auch schon auf der Straße.
Leider wurde auch unser Wunsch nach einem regenfreien Tag nicht erhört. Es regnete fast die ganze Nacht und auch in den ersten Stunden war zwischen leichtem Nieselregen und Starkregen eigentlich alles dabei.

Das Aufstellen der Baustellenschilder und die Einrichtung der Straßensperre dauerte aufgrund der blockierten Zufahrt zum Grundstück, auf dem wir die Teile über Nacht lagerten, länger als gedacht. Wir mussten jedes Teil durch den Bereich der „schützenswerten Hecke“ tragen und sind dabei bis zu den Knöcheln in Matsch versunken. Hm… das hatten wir irgendwie anders geplant!
Ab der 5. – 6., nassen, 35kg schweren Sockelplatte für Barken oder Schilder verliert man irgendwann die Lust…

Wir waren noch gar nicht fertig, da war das erste Teil schon in der Luft! Und spätestens an dieser Stelle war klar: der Plan das iPAD wasserdicht zu verpacken und mit einer „Stop-and-Go“ App bewaffnet alle 5 Minuten ein Bild der Baustelle schießen zu lassen, hatte sich erledigt. Schade, wir hätten Euch gerne eine Zeitrafferaufnahme der Bauarbeiten zur Verfügung gestellt.

Dann ging es richtig los: nachdem zuerst die „Kleinteile“ wie Werkzeug, Treppe, Badewanne, die witzige Akkuschrauber-Ladebank und viele andere Dinge abgeladen wurden und auf Bodenplatte und Garagenfundament standen, ging es richtig los. Es war noch stockfinster, da hing unser Erker am Haken und schwebte hoch über unseren Köpfen in Richtung endgültiger Parkposition. Dort bleibt er hoffentlich die nächsten Jahrzehnte stehen 😉
Danach kam die erste Außenwand. Unglaublich wie schnell das ging. Der erste LKW war noch nicht entladen, da stand schon der zweite LKW parat!
Einzig das Wetter zeigte sich unbeeindruckt vom faszinierenden Spektakel – es regnete ununterbrochen weiter, so dass wir selbst unter dem nahe gelegenen Baum naß wurde. Bei 8-9 Grad „im Schatten“ und Naß bis auf die Knochen, stieg die Sehnsucht nach einer warmen Dusche und heißem Kaffe in uns hoch. Und nachdem die erste Ladung auf der Bodenplatte stand sprangen wir schnell ins Auto, Heizung an und „ab nach Hause“!

Nach einer heißen Dusche, mit trockenen regenfesten Klamotten und bewaffnet mit 3 Thermoskannen Kaffee und 25 belegten Brötchen, schlugen wir wenig später wieder auf der Baustelle auf. Vor lauter Überraschung über die Tatsache, dass um ca. 9.30 Uhr bereits das komplette EG stand, wären wir fast in die angrenzende Pferdekoppel gefahren 😉
Echt der Wahnsinn! Und das Beste: es hatte aufgehört zu regnen! Es war zwar noch sehr bewölkt, aber … die Hoffnung stirbt zuletzt 😉
Ein Wunder, dass wir das mit dem Regen überhaupt bemerkt hatten. Wir rannten auf kürzestem Weg durch die Haustür und ins Haus. WAS FÜR EIN GEFÜHL! 🙂

Wir waren gerade dabei das Erdgeschoß zu erkunden, da wurden wir am Durchgang zum Flur aufgehalten. Unter unseren kritischen Blicken kam unsere Treppe angeschwebt und wurde in Rekordzeit an Ort und Stelle platziert. Unfassbar wie schnell die Treppe stand! Beim ersten Versuch gerade rein, abgestellt und gleich verschraubt. Dann noch das aufsteigende Seitenteil mit dem Feinmechanikerwerkzeug (auch bekannt als Vorschlaghammer) ausgerichtet und schon war das Thema abgehakt. Unterm Strich muss man sagen, dass die Einbringung der Treppe nicht länger gedauert hat als das Anbringen eines Wandteils.

Um die Mittagszeit machten wir uns auf den Weg nach Hause, um den schwer arbeitenden WeberHaus Mitarbeitern ein deftiges Mittagessen zuzubereiten. Während dessen lockerte der Himmel auf und die Sonne kam heraus. Zurück auf der Baustelle wurden selbstverständlich zuerst die Bauarbeiter mit Essen versorgt. Allerdings hätten wir am liebsten alles stehen und liegen lassen und hätten uns erst mal um „unser Haus“ gekümmert. Das stand mit stehenden Außenwänden der 2. Etage im Sonnenschein bei strahlend blauem Himmel. Traumhaft!!!
Im Obergeschoß traf ich unseren Bauleiter und unseren Ansprechpartner des lokalen Bauforums. Gemeinsamt „sonnten“ wir uns im Obergeschoß. Das war ein ziemliches surreales Gefühl bei völligem Sonnenschein im Schlafzimmer zu stehen. Glasdach drauf und fertig ist das Haus 😉

Noch während der Mittagspause traf der nächste LKW mit der Decke des OGs bzw. dem Fußboden für den Dachboden, dem / den  Kopfband Dachbalken und den Giebelelementen ein. Die Montage der Teile ging wieder erstaunlich fix. Offenbar schien es sich auch um einen speziellen Kran für exakt solche Bauvorhaben zu handeln. Unglaublich mit welcher Präzision die Bauteile am Haken gedreht werden konnten und wie sanft diese herabgelassen werden konnten.

Danach machte sich leichte Ratlosigkeit breit. Alle Teile waren verbaut, aber vom LKW mit der letzten „Fuhre“ war nichts zu sehen. Zuerst wurde geraucht, dann telefoniert, dann wieder geraucht und irgendwann wurde einfach damit begonnen Tätigkeiten, die eigentlich für den zweiten Stelltag angedacht waren, durchzuführen. Irgendwann, es muss wohl so um 16 Uhr gewesen sein, traf auch der letzte LKW mit den Dachelementen ein. „Oha! Indische Ladungssicherung“ war unser erster Gedanke als wir den LKW anrollen sahen. 😉
Kaum angekommen wurde damit begonnen die Ladungssicherung und die riesige WeberHaus-Plane zu entfernen. Wenige Minuten später schwebten die ersten Dachelemente über unseren Köpfen in Richtung endgültiger Parkposition.
Leider konnten nicht alle Dachelemente sofort auf’s Dach, da hier eine passende Reihenfolge vorausgesetzt wurde. Anscheinend war der LKW irgendwie anders beladen worden. Dies hatte zur Folge, dass einige Dachelemente im Umkreis um das Haus zwischengelagert wurden. Ansich kein Ding, da der Boden aufgrund des Regens schön weich war. Weniger schön für den kritischen, zuschauenden Bauherren sind die Tatsachen, dass
– ein Teil „hinter“ dem LKW auf den Asphalt gelegt wurde
– die Haltepunkte der Dachelemente so angebracht sind, dass das Dachelement in der Luft von alleine seine schräge Position, passend zum endgültigen Dachwinkel einnimmt.
Beides zusammen führt dazu, dass das Dachelement, das auf dem Asphalt zwischengelagert wurde, beim Anheben zuerst auf einer Seite nach oben ging und mit der anderen Seite – nämlich der Seite mit den sichtbaren, weiß lackierten Dachpfetten – 1-1,5 Meter über den Asphalt kratzte. Dies sorgte natürlich für Sorgenfalten auf der Stirn des Bauherren!!!

Etwa den gleichen Gesichtsausdruck konnte man bei den Bauherren erkennen, als sich der Himmel während der Montage der Dachteile wieder schlagartig zuzog und dunkle Wolken aus dem Nichts aufkreuzten! Keine 20 Minuten später goß es in Strömen! Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 2/3 des Dachs montiert. Weitere 20 Minuten später hörte es wieder auf zu regnen und die dunklen Wolken verzogen sich langsam wieder. Trotzdem hatten wir danach eine „kleine“ Tropfsteinhöhle bzw. – jetzt kommt’s … eine Tropfholzständerhöhle im EG. Selbstverständlich genau an den Stellen an denen noch kein Dach war. Dort regnete es auf die Zwischendecke, die laut WeberHaus Vorarbeiter so konstruiert ist, dass diese kein Wasser hält, so dass das Wasser unten wieder heraustropfte und im EG für einige kleine Pfützen sorgte. Aber nichts Dramatisches!

Gegen 18 Uhr stand dort, wo ca. 12,5 Stunden zuvor noch eine nackte Bodenplatte lag, ein Haus. Nein! Nicht nur ein Haus … unser Haus! 

Zum Abschluss wurden die einzelnen Ziegelpakete noch auf’s Dach gepackt. Die Frage nach dem „Warum?“ konnten wir uns selbst recht schnell beantworten: der Kran! Der ist ja nur für den Stelltag vorgesehen. Und wer möchte die ganzen Ziegel bitte per Hand auf’s Dach tragen?

Bevor sich die erschöpften Arbeiter in ihr TV-loses Hotelzimmer aufmachten, „mussten“ sie mit uns noch ein kleines Richtfest feiern. Also … schnell den Schnapps ausgepackt!
Der half nicht nur bei der Taufe des Hauses und diente nicht nur zur Wahrung der Tradition sondern half auch gegen die höllischen Schmerzen in den Beinen! Wer hätte gedacht, dass Baustellentourismus solche Schmerzen bereiten kann? 😉

Jetzt kommen noch ein „paar“ Bilder vom Stelltag:

 

 

2 Gedanken zu „Und schwupps da steht das Haus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.