Regenfall- bzw. Standrohre

Das Thema müsste eigentlich jedem Bauherren bekannt vorkommen. Bei WeberHaus steht in der Leistungsbeschreibung unter Punkt 13 Sanitärinstallation „Anschluss der Regenfallrohre an die Grundleitung“.

Ob das jetzt Interpretationsspielraum lässt oder nicht sei einmal dahingestellt. In anderen WeberHaus Baublogs haben wir jedenfalls gelesen, dass es ähnlich lief wie bei uns: die Regenfallrohre endeten Pi mal Daumen an der Unterkante der Hauswand also am Übergang Haus zur Bodenplatte.

Da man während der Bauphase allerdings besseres zu tun hat als sich um diese „Lappalie“ zu kümmern, sind wir irgendwann einfach in den nächsten Baumarkt gefahren und haben eine paar KG Anschlussrohre und -Winkel gekauft. Kostet ja quasi nix.
Und mit einer scharfen Säge und etwas Fett sind die offenen Enden schnell an den, bei uns, leicht versetzten Kanalgrundrohren angeschlossen.
Wer will schon, dass sich bei Regen rund um das Haus riesige Pfützen bilden. Wer weiß was da alles passieren kann 😉

Soweit so gut … ABER: erstens sind diese orange-braunen KG-Rohre (Kanalgrund-Rohre) nicht gerade unauffällig und zweitens ist das Material so gar nicht UV-beständig, wird spröde und bricht oder zerbröselt relativ schnell. Und die optisch weniger auffälligen, grauen HT-Rohre (Hochtemperatur-Rohre) sind eigentlich nicht für den Außeneinsatz zugelassen, auch wenn es da offenbar nur um fehlende Druckbeständigkeit geht, wenn man das Rohr z.B. im Erdreich vergräbt.
Also muss Titan-Zink, Kupfer oder Edelstahl her. Bei uns: Zink – genauso wie die Fallrohre eben. 😉

Wenn der Übergang zwischen Fallrohr und Kanalgrundrohr allerdings so aussieht, dann hat man ein Problem:

Das war die "kurzfristige Lösung"

Das war die „kurzfristige Lösung“

Einfach nur ein Stück Regenfallrohr kaufen, zurechtsägen und einsetzen wäre ein Lösungsansatz, allerdings wollten wir das nicht, da wir doch sehr ländlich / idyllisch wohnen und im Herbst einiges an Laub „in der Luft“ haben.
Kurz gesagt: wir wollten eine Revisionsöffnung, die es uns erlaubt das Rohr zu spülen / reinigen ohne auf Dachrinnenhöhe steigen zu müssen.
Es musste also ein Standrohr mit Revisionsöffnung her!

Da man so ein Standrohr mit seiner Wandstärke von 2-3mm nicht „mal eben“ durchtrennt, ist es von Vorteil, dass es auch 0,5m lange Standrohre gibt.
Jetzt mag der ein oder andere Leser den Einwand erheben dass man das mit einer Flex / einem Trennschleifer locker schneiden könne. Ja, das ist korrekt. Allerdings verbrennt bei der entstehenden Hitze die Verzinkung im Bereich des Schnitts. Sprich: irgendwann rostet das Fallrohr…

Bei der Suche nach Standrohren sind wir auf einige wenige Hersteller gestoßen. Da gibt es eklatante Preisunterschiede von bis zu 250%! Wir haben uns für Standrohre im humanen Preissegment von knapp 30€ pro Stück entschieden.

Als die bestellten 0,5m lange Fallrohre eintrafen, stießen wir auf das nächste Problem: von den Größen her passt alles. Aber: am unteren Ende des Standrohrs ist der Durchmesser minimal kleiner als der Durchmesser eines ganz normalen KG-Rohrs. In der Montageanleitung steht dazu: stecken Sie das Ende des Standrohrs einfach einige cm in das Ende des KG-Rohrs (ohne Muffe!).
Versucht man das Standrohr in ein Rohr mit Muffe zu stecken, dann rutscht das Standrohr mal eben 10 bis 15 cm in das KG-Rohr, bis es sich irgendwie verkantet. Außerdem bleibt ein kleiner Spalt zwischen KG-Rohr und Standrohr. Da rieselt natürlich fröhlich der Schmutz rein. So geht das also nicht!
Dumm nur, dass unser Rohr im Boden mit einer Steckverbindung, also Muffe endet und dass es sich direkt um ein Winkelstück handelt. Da kann man nicht die kleine Metallsäge zücken und den Muffenteil absägen.
Was möglich wäre: man nimmt ein Stück KG-Rohr und schneidet einfach ein paar cm (z.B. 15cm) ab und steckt das in die Muffe. Das Standrohr muss dann mit Standrohr schelle fest mit der Wand / dem Sockel verbunden werden, damit das Standrohr nicht tiefer rein rutscht. Dann hat man eine feste und dauerhafte Verbindung.
Aber: habt Ihr schon mal die Schrauben / Anker der Standrohrschellen gesehen? Puuuuuuh… DAS wollte ich dann nicht ins Haus hämmern / schrauben.
Zum Glück hat der Premium-Hersteller für Standrohre (und offenbar nur dieser) einen entsprechenden, voll verzinkten Adapter im Programm, den man auf der einen Seite fest mit dem Standrohr verbinden kann und den man auf der anderen Seite in das Muffenstück eines KG-Rohrs stecken kann. Prima!
Vorteil: Problem gelöst!
Nachteil: kostet ordentlich Aufschlag! Noch mal 30 € pro Stück zzgl. 5 € für einen Dichtgummi!
Die Lieferung ging sehr fix, so dass wir darauf hoffen konnten, dass wir an das Thema „Standrohre“ bald einen Haken machen konnten:

Übergangsstücke eingetroffen

Übergangsstücke eingetroffen

Die Standrohre konnten damit relativ problemlos angebracht werden. „Relativ“ deshalb, weil man schon etwas tiefer graben muss um die Ausgleichwinkel anbringen zu können. Das ist natürlich nur dann erforderlich, wenn zwischen Fallrohr und Kanalgrundrohr ein Versatz vorliegt. Bei uns war das bei allen 3 Stellen der Fall. 😕
Zusätzlich mussten wir die Fallrohre jeweils um 10 bis 20 cm kürzen, damit das Standrohr eingesetzt werden konnte.
Aber dann war es soweit:
Erstes-Standrohr

Eigentlich war alles gut … bis der erste Regen kam. Da bemerkten wir einen dunklen Fleck rund um den angeschütteten Split. Ziemlich schnell war auch klar woher der kam: es tropfte aus der Revisionsklappe. Zwar nur bei 2 der 3 Standrohre, aber … ne, das geht gar nicht!
Alle unsere Versuche die Klappe, die mit 2 in das Rohr ragende Schrauben und einem Dichtgummi um die Öffnung versehen ist, dicht zu kriegen, schlugen fehl. Wir vermuteten, dass das herabfallende Wasser auf die ins Rohr ragende Schraube traf und das Wasser daran nach draußen sickerte. Letztendlich tropfte es dann vom Deckel.
Als dauerhafte Lösung war uns das zu blöd. Deshalb nahmen wir Kontakt mit dem Lieferant auf und vereinbarten den Tausch gegen das neue Modell, bei dem das Problem angeblich nicht mehr existiert.
Der Ersatz wurde auch kurzfristig geliefert. Allerdings nicht in der 0,5m Variante sondern in der 1,0m langen Variante.
Puh … 🙁

Also … Zeit für einen endgültigen Cut. Die günstigeren Standrohre gingen komplett wieder zurück. Vorher mussten aber die Adapter des Premium-Herstellers wieder runter. DAS war mal eine Herausforderung 🙁
Ich glaube wir haben pro Standrohr knapp 30 Minuten mit Holzkeil, Öl und Hammer geklopft, bis sich das Teil endlich löste!
uebergang-abklopfen
Dann bestellten wir die passenden Standrohre vom Premium-Hersteller. Der Preis lag natürlich deutlich über dem Preis der ursprünglichen Lösung.
Dafür hat damit alles sofort gepasst und es ist auch absolut dicht! Wir wissen nicht, ob der Premium-Hersteller ein Patent auf deren Lösung für die Revisionsöffnung hat, aber diese Lösung scheint auf den ersten Blick die beste Lösung zu sein!
Sieht doch gut aus, oder?

Standrohr-endgueltig

Manchmal bewahrheitet es sich dann doch: wer billig kauft, kauft zweimal!

Für alle, die vor ähnliche Probleme gestellt werden: wir können Euch den Online-Shop von Dach-Teufel wärmstens empfehlen! Das gilt vermutlich nicht für alle Zeit, aber zum Zeitpunkt unserer Bestellung (Ende Juni 2015) war das ein sehr günstiger Online-Shop für Dachrinnenzubehör und Regenfallrohre mit sehr raschem Versand!

Und gleich noch ein Tipp: wenn Ihr zwischen Kanalgrundrohr und Ende des Fallrohrs einen größeren Abstand habt, dann schaut Euch mal die Standrohre vom Hersteller Grömo an! Da gibt es ein 1m langes Standrohr mit Reinigungsöffnung, Standrohrkappe auf der einen Seite und passendem Anschluss an ein KG-Rohr auf der anderen Seite. Und das für um die 40€ – auch im oben genannten Shop!
Hätten wir sofort genommen, wenn wir das 1m große Standrohr irgendwie ans Haus bekommen hätten…
Aber vielleicht können wir auf diese Art anderen Bauherren helfen 🙂